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Der Weihnachtsbaum
Erst festlich geschmückt, dann ausgemustert

Alle Jahre wieder ist dem Weihnachtsbaum schon beim Aufstellen das baldige Ende gewiss. Doch wohin damit, wenn nicht zum städtischen Grünabfall? Von Christine Zacharias

"Knut" ist keine Lösung. Welche Entsorgung man auch immer wählt, die "Knut-Lösung" - also einfach aus dem Fenster werfen, wie ein schwedisches Möbelhaus es vormacht, empfiehlt sich nicht - schon im Hinblick auf Passanten. Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt und den Baum nach unten schaffen muss, sollte zu einem alten Bettlaken greifen (oft reicht auch ein Müllsack) und den Baum darin einwickeln.

Das verhindert, dass nachher das komplette Treppenhaus voller Tannennadeln ist. Ein zusätzlicher Strick, der um den Baum gewickelt wird, erleichtert bei größeren Exemplaren den Transport nach unten oder zur Abholstelle des städtischen Entsorgungsbetriebes.

Baum-Recycling. Der Baum muss aber keineswegs auf der Grünhalde der Kommune landen. Ein ausrangierter Weihnachtsbaum - und übrigens auch der ausrangierte Adventskranz - können im Garten noch gute Dienste leisten.

Dort bietet sich für Tannenzweige wie auch den Reisig gleich in mehreren Bereichen eine sinnvolle Zweitverwertung an, ob im Kompost oder auch als Kälteschutz für die Pflanzen sowie im Boden liegende Zwiebeln.

Schutz aus Zweigen. Die abgeschnittenen Zweige kann der Gartenbesitzer zum Beispiel in mehreren Schichten auf austreibende Blumenzwiebeln oder Dauergewächse im Boden wie Stauden legen. Manche von diesen Staudengewächsen beginnen nämlich schon früh im Jahr zu treiben und bei erneut einsetzendem Frost bietet der Rest des alten Weihnachtsbaums einen guten Schutz für diese noch zarten Triebe.

Immergrüne Gewächse. Zum Einsatz kommt die Tanne auch sinnvoll bei immergrünen Gewächsen wie Kirschlorbeer, Rhododendron oder Buchsbäumen. Diese Pflanzen geben über ihre Blätter auch im Winter Wasser ab, sie können aber bei Frost kein neues Nass aus dem Boden ziehen und so drohen sie auszutrocknen.

Hier sollte man die Tannenzweige großzügig abschneiden, damit sie einen hinreichenden Schutz für die Pflanze darstellen. Es empfiehlt sich, die Zweige im Boden festzustecken. Bei (Winter-)Sonne erhalten die Blätter so etwas Schatten und vertrocknen nicht so leicht.

Schutz für Vögel. Wenn der Weihnachtsbaum noch frisch ist und nicht nadelt oder wenn er noch über einen Wurzelballen verfügt, kann er auf dem Balkon oder der Terrasse zum begehrten Rückzugsgebiet für Vögel werden.

Was einen solch geschützten Bereich für die hier überwinternden Vogelarten noch attraktiver macht, ist Vogelfutter etwa in Form von Meisenknödeln, die in das Grün gehängt werden. Auf frei zugänglichen Terrassen sollte man aber darauf achten, das Vogelfutter an Zweigen in ausreichender Höhe zu platzieren, damit die kleinen gefiederten Kerlchen nicht ihrerseits zum Futter von Nachbars Katze werden.

Lametta muss weg. Ganz gleich, welcher Zweckbestimmung der ausrangierte Weihnachtsbaum zugeführt wird, der Baumschmuck muss in jedem Fall entfernt werden. Darauf weisen die kommunalen Entsorger hin, sonst nehmen sie die Tanne nicht mit. Das gilt auch, wenn Teile des Baums im Kompost des heimischen Gartens oder als Winterschutz für dortige Pflanzen zum Einsatz kommt.

Vor allem müssen sämtliche Reste des Lamettas (und seien sie noch so klein) gründlich entfernt werden. Und auch Kerzenwachs darf nicht am Baum bleiben, denn ebenso wie das Lametta vergeht dieses nicht.

Den Baum auspflanzen. Wer einen Weihnachtsbaum mit Ballen gekauft hat, kann diesen schon Anfang Januar auspflanzen - sofern der Boden nicht gefroren ist. Aber bitte nicht direkt aus der wohlig beheizten Weihnachtsstube (wo er auch nicht länger als rund zehn Tage gestanden haben sollte) hinaus und in die kalte Erde setzen.

Der Tanne sollten schon ein paar Tage Übergangszeit gewährt werden, damit sich die Pflanze an die Kälte gewöhnen kann. Als Übergangsdomizil empfiehlt sich etwa die Garage. Leider ist ausgerechnet die so beliebte Nordmanntanne eher nicht zum Wiederauspflanzen geeignet. Sie bildet in der Regel Pfahlwurzeln.

Und diese nehmen Schaden, wenn der Baum zum Weihnachtsfest aus der Erde kommt. Das erneute Aussetzen gelingt dann in der Regel nicht.

Quelle: RP