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Die Technik macht's
Neue Bügeleisen erleichtern Kampf gegen Falten

Die Technik macht's: Neue Bügeleisen erleichtern Kampf gegen Falten
Neue Bügeleisen arbeiten effizienter als ihre Vorgänger – das versichern die Hersteller. Doch es kommt auch auf die richtige Bügeltechnik an. FOTO: thinkstock
Bügeln ist vielen verhasst: Es braucht viel Zeit, und am Ende ist die Wäsche immer noch verknittert. Neue Geräte versprechen schnellen und leichten Erfolg. Von Stephanie Hoenig

Die Wäsche stapelt sich zu Bergen auf, und man hat keine Zeit, vor allem aber keine Lust zum Bügeln. Aber es gibt eine gute Nachricht: Im Kampf gegen die Falten in Bluse, Hemd und Hose haben die Hersteller Geräte auf den Markt gebracht, die das Bügeln erleichtern. Viel Dampf sorgt schneller für weniger Knitter und Falten. Das Bügeln mit nur einer Einstellung macht zudem das Vorsortieren von Wäsche unnötig, verhindert ein Festkleben von hitzeempfindlichen Teilen an der Bügelsohle und beugt Brandflecken vor. Dank Abschaltautomatik ist die Gefahr eines Brandes quasi ausgeschaltet.

Viel hilft viel Beim Glätten der Wäsche wird heute fast immer Dampf eingesetzt. Für gute Ergebnisse gilt hier: Viel hilft viel, hat die Stiftung Warentest herausgefunden. Die heiße Wolke bringt Feuchtigkeit ins Gewebe, die Fasern quellen auf und lassen sich leichter formen. Da Dampfbügelstationen im Test sehr viel mehr Dampf erzeugten, seien sie klassischen Dampfbügeleisen klar überlegen.

Wenig Dampf Letztere erhitzen das Wasser an der Bügelsohle. Sie geben dort vergleichsweise wenig Dampf ab und haben kleine Wassertanks. Weiteres Manko ist laut Stiftung Warentest, dass sie erst ab der Temperaturstufe zwei Dampf produzieren. Die Folge ist, dass Textilien wie Mischgewebe mit hohem Synthetikanteil ohne feucht-heiße Luft gebügelt und daher nicht richtig glatt werden.

Effiziente Bügelstationen Dagegen arbeiten Bügelstationen anders: "Sie haben einen separaten Dampferzeuger, der über einen Schlauch das Bügeleisen mit Dampf versorgt", erläutert Frank Luitz, der bei der Groupe SEB für den Produktbereich Bügeln bei den Marken Tefal und Rowenta zuständig ist. Der Dampferzeuger lässt mehr davon entstehen – und das auch schon bei niedrigen Temperaturen. Wer viel bügeln muss, sei mit einer Bügelstation daher gut bedient, so Luitz. Auch Menschen, die berufsbedingt viel perfekt gebügelte Wäsche brauchen, sollten über eine Bügelstation nachdenken.

Mehr Dampf Nicht jeder hat den Platz für eine Bügelstation. Für diese Zielgruppe ist ein Kompakt-Dampfgenerator die Alternative. Von den Maßen und äußerlich unterscheiden sich diese Geräte nicht von einem Dampfbügeleisen. Sie können aber mehr Dampf produzieren. Rowenta beispielsweise bietet solche Geräte unter dem Namen "Steam Force" an. Der Clou: Das Gerät arbeitet mit elektronischer XL-Kolben-Dampfpumpe im Inneren. Diese bringt nach Herstellerangaben 50 Prozent mehr Dampf ins Gewebe. Ein ähnliches Gerät hat Bosch mit dem Dampfgenerator "Sensixx'x DI90" im Angebot. Ein in das Bügeleisen integrierter Motor verstärkt dessen Dampfleistung. Gerade bei eher dicken Stoffen bedeute dies eine beachtliche Zeitersparnis, erläutert der Hersteller.

Vorsicht Ob Dampfbügeleisen, Bügelstation oder ein Bügeleisen mit integriertem Kompakt-Dampfgenerator: Damit Wäsche nicht verbrennt oder am Eisen klebt, darf die Bügelsohle nicht zu heiß werden. Beim Dampfgenerator "Pro Express Total Auto Control" setzt Tefal auf voreingestellte Bügelprogramme: "Delicate", "Auto" und "Jeans" heißen diese. Die Einstellung "Auto" eignet sich für alle gängigen Kleidungsstücke aus Baumwolle, Wolle, Seide, Polyester, Viskose und ähnliche Materialien. "Delicate" ist das Programm für zarte Stoffe und empfindliche Farben. Und mit "Jeans" lassen sich dicke oder schwierige Stoffe glätten.

Voreinstellungen Bei den Geräten der Serie "Perfect Care" von Philips sind Temperatur und Dampfmenge fest eingestellt. "Mit 130 Grad lässt sich jedes bügelfähige Textil glätten", erläutert Sebastian Lindemann von Philips in Hamburg. Man müsse nichts mehr einstellen, keine Wäsche vorsortieren und nicht warten, dass das Eisen aufheize oder abkühle. So können zum Beispiel erst eine Seidenbluse, direkt danach ein Paar Jeans und wiederum ohne Wartezeit darauf ein empfindliches Synthetikteil gebügelt werden.

Abschaltautomatik "Ein Bügeleisen mit Abschaltautomatik kann nicht mehr zum Brandstifter werden. Selbst dann nicht, wenn es der Nutzer – abgelenkt durch Telefonklingeln, den Postboten oder das schreiende Baby – mit der Platte nach unten auf dem Bügelbrett vergisst", nennt Lindemann einen weiteren Vorteil neuer Geräte. Auch das hat die Stiftung Warentest untersucht: Um die Brandgefahr zu minimieren, gehen viele Bügeleisen aus, wenn sie in der Waagerechten eine halbe Minute nicht mehr bewegt werden oder aufrecht mehr als acht Minuten stillstehen.

Quelle: RP