Aus Liebe zum Spiel: Freundins Liebling: Schnix, der süße Papa
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 06.05.2009 - 12:08Nahezu jede Bahnlinie vorbei an Leverkusen führt dazu, dass man einen Blick auf das Fußball-Stadion erhaschen kann. So groß ist die Stadt schließlich nicht. Fährt die Freundin im Zug vorbei an der BayArena, verrät sie, dass dort ihr Lieblingsverein zuhause ist. Soso. Warum? „Weil da mein Lieblingsspieler spielt.“ Bleibt nur noch zu klären, wer das eigentlich ist.
Den Namen hat sie natürlich vergessen. Wer merkt sich die schon bei Fußballern? Dafür hat sie eine Reihe von Hinweisen irgendwo abgespeichert. „Er hat ein Kind.“ Hm. Guter Tipp. Ist ja nicht so, dass jeder Fußballer ein Kind hat. Sowohl die jungen (die meisten sind zufällig ins Vater-Dasein gerutscht), als auch die alten (schließlich gehört zu den Aufgaben einer Spielerfrau, sich um die Stammeshalter zu kümmern). Und sogar die homosexuellen (zum Schein, noch immer will sich ja in der richtig harten Männer-Welt keiner outen).
Der nächste Tipp: „Es ist eine Tochter.“ Das hilft leider nicht weiter. Männer wissen vielleicht, ganz vielleicht, dass David Beckham drei und nicht zwei oder vier oder sieben Kinder hat. Aber welches Geschlecht? Das ist zu viel verlangt.
Ein sachdienlicher Hinweis: „Er war bei der WM dabei.“ Das grenzt den Kreis schon ein. Waren schließlich nur 23 Spieler. Von Bayer Leverkusen waren es 2006 sogar nur zwei. Allerdings weiß man nie, ob die Freundin wirklich die WM meint. Könnte ja auch die EM 2008 gewesen sein. Oder es ist ein Spieler, der gar nicht mehr in Leverkusen unter Vertrag steht, aber, so wie Michael Ballack und Oliver Neuville, jahrelang dort gespielt hat und unverständlicherweise in ihrer Erinnerung noch als Leverkusener gespeichert ist. „Doch“, sagt sie. „Ich bin mir sicher, dass er noch da spielt.“ Gut. Wenn sie meint.
Das Misstrauen soll sich – unglaublicherweise – nicht bestätigen. Jens Nowotny, der seine Karriere gleich nach der WM beendet hat, meint sie nicht – der spielt schließlich auch nicht mehr. Sie meint den anderen. „Das war so süß, als er seine kleine Tochter nach dem letzten Spiel auf dem Rasen in den Arm genommen hat“, sagt sie. „Der ist bestimmt ein guter Papa.“ Sie meint Bernd Schneider. „Genau. Das ist mein Lieblingsspieler.“ Kann man verstehen. Schnix, der weiße Brasilianer, ist ein richtig Guter. „Und darum ist Leverkusen mein Lieblingsverein.“ Ich fasse es nicht.
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