Nachspielzeit: Matthäus for Minister!
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 08:24Jetzt wird also Dirk Niebel (FDP) Entwicklungshilfeminister im Kabinett Merkel. Ja, der Dirk Niebel, der im Wahlkampf lautstark die Abschaffung selbigen Ministeriums gefordert hatte. Aber mit der Aussicht auf Pöstchen ist das ja immer so eine Sache... Dabei wäre einer viel besser für die "Außenstelle des Außenministeriums" geeignet gewesen: Lothar Matthäus.
Der Weltenbummler, der so gerne einmal auf einer 1a-Trainerstelle arbeiten würde und deswegen auf dem gesamten Globus viele 1b-Stellen annimmt, bringt die Erfahrungen aus vielen Ländern, Kulturen und Gesellschaften mit. Und: Er wäre ja bereit, denn sein neuestes Angebot vom argentinischen Club Racing hat er ja galant per sms abgesagt.
Vieles spricht soooo offensichtlich für Matthäus:
Globetrotter: Der Rekordnationalspieler des Deutschen Fußball-Bundes ist überall auf der Welt zu Hause. Er hat in Italien und den USA gespielt, er war Trainer in Österreich, Serbien, Israel, Brasilien und Ungarn (hab ich was vergessen?).
Sprache: Gerne erinnern wir uns an seine Vorstellung bei den New York Metro Stars: "I hope we have a little bit lucky" - Damit wäre er wohl in der Ministerriege in guter Gesellschaft, denn Außenminister Guido Westerwelle spricht ja nach eigener Aussage auch lieber deutsch. Und auch der designierte EU-Kommissar Günther Oettinger beeilt sich, mitteilen zu lassen, er arbeite an seinen Englischkenntnissen.
Kurzbesucher: Keines der Länder, die Matthäus in Sachen Entwicklungshilfe mit deutschen Millionen in der Tasche besuchen würde, muss sich Sorgen machen, dass der Gast ungebührlich lange bleibt. Bei seinen Trainerstationen war davon jedenfalls zu Beginn immer die Rede, am Ende war er dann aber doch immer wieder relativ zügig verschwunden.
Rehabilitierung: Bayern-Manager hat sich unlängst für seine legendäre Äußerung "So lange Karl-Heinz Rummenigge und ich das Sagen haben, wird der nicht mal Greenkeeper im neuen Stadion" in Richtung Matthäus entschuldigt. "Loddar" ist also von höchster Stelle aus rehabilitiert.
Außenexperte: Wie gesagt, Matthäus hat viele Spieler und Vereine trainiert - alle im Ausland. Das ist also sein Feld, denn bisher hat sich noch kein Verein der 1. und 2. Bundesliga getraut, das Experiment mit dem Herzogenauracher auszuprobieren.
Schade also, dass man Matthäus wieder mal keiner Chance gegeben hat, auf großer Bühne zu zeigen, was er drauf hat. Ob Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung unbedingt mehr von Arbeit vesteht, als Matthäus von Entwicklungshilfe? Und obendrein hätte Merkel einen neuen Vertrauten gewonnen, denn - wie gezeigt - ist auch der "Loddar" ein Fan von SMS-Botschaften.
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