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Merkels Robe sorgt für Furore

VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 15.04.2008

Berlin/oslo Die Kanzlerin ließ tief blicken und zeigte bei der Eröffnung des neuen Opernhauses in Oslo so viel Dekolleté wie noch nie. Seither sorgt es für Furore: das freizügige, schwarze Trägerkleid mit dem türkisfarbenen Bolero-Jäckchen aus glänzendem Stoff, das die CDU-Politikerin am Samstagabend trug. Die türkische Boulevard-Zeitung „Sabah“ kommentierte „Merkels Dekolleté verblüffte alle“. „Betont weiblich“ sei das Abendkleid gewesen, befand der „Tagesspiegel“. Die Kanzlerin habe einen „eigenen Modestil kreiert“, lobte hingegen die „Welt“.

Kleid von Anna von Griesheim

Gewollt war dieser gewaltige Effekt natürlich nicht, versicherte gestern Vize-Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin. Die Kanzlerin selbst sei darüber zwar erstaunt, aber nicht betrübt, da die Berichterstattung im Großen und Ganzen erfreulich gewesen sei.

Die Frau, die für Merkels Wandel zur „Femme Fatale“ verantwortlich ist, heißt Anna von Griesheim. Sie ist Merkels Hausschneiderin und entwirft die Roben für festliche Gelegenheiten wie auch die Hosenanzüge, die die Kanzlerin im Bundestag und bei Staatsempfängen zu tragen pflegt. Ihre Boutique hat von Griesheim in Berlin an der Pariser Straße, wo sich auch Prominente wie Katharina Witt, Franziska van Almsick, Esther Schweins und Nina Hoss beraten und einkleiden lassen. Schon zu Beginn ihrer Arbeit mit der Bundeskanzlerin im Jahr 2005 betonte die Designerin, es sei kein Widerspruch mehr, sich schön und sinnlich zu kleiden und trotzdem eine ernstzunehmende Politikerin zu sein. Jetzt hat sie Merkels Stil-Formel noch etwas zugespitzt: „tagsüber Kostüm, abends Prinzesschen“.

Eine Formel, die nicht bei allen gut ankommt. Die Leiterin des Deutschen Modeinstituts, Elke Giese, bewertet Merkels Auftritt durchaus kritisch: „Sie gibt sich damit viel zu viel Blöße. Aber es scheint gerade in Deutschland ein Trend geworden zu sein, dass Frauen immer mehr Fleisch zeigen.“

Info Mehr zu Merkels Auftritt unter www.rp-online.de/gesellschaft

Quelle: RP

 
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