Reaktionen auf die Anschläge: Norwegens Premier stolz auf Landsleute
zuletzt aktualisiert: 31.07.2011 - 08:19Berlin (RPO). Rund eine Woche nach den Anschlägen von Oslo und auf der Insel Utöya kündigte Norwegens Ministerpräsident Stoltenberg Maßnahmen an, um künftig Terroranschläge besser verhindern zu können. Norwegen werde aber als das Land erkennbar bleiben, das es auch vorher war. Stoltenberg sagte weiter, er empfinde Trost und Stolz, dass die Norweger mit noch mehr Demokratie, Offenheit und Toleranz auf die Angriffe reagiert hätten.
"Wir werden sicherlich aus diesen tragischen Ereignissen Lehren ziehen müssen, aber dazu ist es noch zu früh", sagte Stoltenberg in einem Interview.
"Derzeit können wir noch nicht sagen, welche konkreten Schritte zu ergreifen sind, um Gewalttaten zu verhindern, wie wir sie in Oslo und auf Utöya erlebt haben", sagte er der "Bild am Sonntag". Gewalt dürfe auf keinen Fall gebilligt oder akzeptiert werden. "Da können und werden wir uns keine Naivität leisten."
Stoltenberg bekräftigte, dass sich das Land durch den Terror seine Werte nicht nehmen lasse: "Norwegen wird weiterhin als das Land erkennbar bleiben, das es auch vorher war", sagte der Ministerpräsident. "Wir werden nicht aufhören, die Diversität unserer Gesellschaft zu fördern, und wir begrüßen jede öffentliche Debatte, auch wenn sie schwierig werden könnte. Aber Gewalt werden wir niemals akzeptieren."
Meinungsfreiheit wichtig
Zugleich warnte Stoltenberg vor einer Einschränkung der Meinungsfreiheit, die das Fundament einer Demokratie sei. Alle Arten von Ansichten müssten toleriert werden, "auch wenn sie extrem sind".
Der Umgang der Norweger mit den Terrorakten erfülle ihn mit Stolz, sagte Stoltenberg. Die Menschen hätten auf "diesen perfiden Angriff, der unmittelbar auf das Herz unserer Demokratie abzielte", mit noch mehr Demokratie, mehr Toleranz und mehr Offenheit reagiert.
Er habe persönlich Halt in der Solidarität seiner Landsleute gefunden. Auf ein angemessenes Strafmaß für den Attentäter wollte sich Stoltenberg nicht festlegen. Dies müssten die Gerichte entscheiden.
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