kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Nachspielzeit: Pechsteins peinlicher "Boyfriend"

VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 27.07.2009 - 12:31

Welche Folgen Dopingskandale für die emotionale Bindung von Fans haben, habe ich in der letzten Folge der Nachspielzeit versucht, dazulegen. In dieser Ausgabe soll es nun darum gehen, wie sich des Dopings verdächtige Sportstars nach Bekanntwerden des Verdachts verhalten. Der aktuelle Fall Claudia Pechstein liefert hierbei ein äußerst peinliches Beispiel.

Es gibt, grob gesagt, drei Möglichkeiten, nach denen ein überführter Doper - was Pechstein ja nach eigener Darstellung nicht ist - vorgehen kann. Erstens, er gibt alles zu und arbeitet sogar an der Aufklärung ganzer Doping-Systeme mit. Wie Radprofi Jörg Jacksche. Oder er schweigt selbst zu den wasserdichtesten Beweisen und macht sich mit seinen wiederholten Unschuldsbeteuerungen komplett lächerlich. Wie Radprofi Jan Ullrich.

Als dritte Variante kann ein Sportler mit Doping-Vorwürfen eine Medienmaschinerie lostreten, um Punkte für seine Unschuld und Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit zu sammeln. Genau das macht Claudia Pechstein seit Bekanntwerden des Vorwurfs (siehe hier). Das Problem an der Sache ist nur, dass manche Menschen die wohl dafür arbeiten, besagte Unschuldspunkte zu sammeln, äußerst indiskret und - gelinde gesagt - dämlich vorgehen.

In der "SZ"  war am Samstag zu lesen, dass ein Medienagent einer Filiale der Agentur "Powerplay", dessen Chef Pechstein seit Jahren betreut und Schwiegersohn von ihrem langjährigen Trainer ist, im Kliniklabor im norwegischen Hamar etwas zu dreist als "Claudias Boyfriend" in den dort gelagerten Dopingproben Pechsteins herumschnüffeln wollte, so dass die Polizei zum Einsatz kam und eine Anzeige folgte.

Besasgter Powerplay-Chef selbst gab zu, dass dieser Mitarbeiter in Hamar weilte. "Er sei mit journalistischen Recherchen beschäftigt, die im Fall Pechstein der Wahrheitsfindung dienen sollen", hieß es. Sowohl Pechstein selbst als auch ihre beiden Anwälte distanzierten sich von der "Hamar-Aktion". Wohl das einzig richtige, wenn sich die gesamte Entourage Pechstein sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben will.

Mit zunehmender Spannung ist also die von Claudia Pechstein am 20. Juli groß angekündigte Pressekonferenz zu erwarten, in der sie "die zweite Seite der Medaille" vorstellen wird. Hoffentlich sind dazu nicht wieder Polizeieinsätze nötig.


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige: