Nachspielzeit: Schämt euch, Milanisti!
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 27.05.2009 - 16:50Es gibt Dinge, die kann man als Sportfan einfach nicht verstehen. Jetzt haben Anhänger des AC Mailand Paolo Maldini bei dessen Abschiedsspiel ausgepfiffen. DEN Paolo Maldini, DEN personifizierten AC Mailand, die Club-Treue in Person. Wie beschränkt kann man als Fan eigentlich sein?
Zuallererst: Man kann Paolo Maldini mögen oder nicht, das spielt keine Rolle. Aber mann MUSS die Person Paolo Maldini schätzen, und die Tatsache, dass er 25 Jahre lang immer für den gleichen Verein gespielt hat, muss man als Fan überall auf der Welt LIEBEN.
Einige Fans des AC Mailand haben es aber offenbar nicht verstanden. "Ich weiß nicht, warum mir die Fans das Abschiedsfest ruiniert haben. Mein Verhalten war bisher immer geradlinig", sagte der 40-Jährige, der seine Karriere im Heimspiel gegen den AS Rom (2:3) beendete.
Nach der Niederlage hatte sich der Zorn der Tifosi gegen Maldini und vor allem gegen den Klubbesitzer und Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gerichtet, der auf der Tribüne saß. Berlusconi wurde vorgeworfen, kein Geld mehr in neue Spieler investieren zu wollen.
In einer Zeit, wo Fans sich spätestens alle drei Jahre an eine runderneuerte Mannschaft gewöhnen müssen, muss man als Anhänger Akteure wie Maldini doch eigentlich in Watte packen und für ihre Zeit als Museumsstück schonen. Welchen der aktuellen Söldner, die auf ihrem Beutezug durch Europas Top-Ligen auch mal kurz beim AC Mailand Station machen, wollen die Tifosi denn verehren? David Beckham etwa?
Die Pfiffe gegen Maldini sagen einiges aus über die Fan-Kultur der heutigen Zeit. Positiv fällt diese Aussage nicht aus. Und wem Mailand zu weit weg erscheint, hier ein regionales Beispiel: Stellen Sie sich einfach mal vor, die Fans von Borussia Mönchengladbach hätten Torwart Uwe Kamps nach 22 Jahren beim Abschiedsspiel 2005 ausgepfiffen...
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