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Das Stone auf der Ratinger erfreut sich zeitloser Beliebtheit: Wo der Beat bebt

VON UWE BEYER - zuletzt aktualisiert: 24.09.2004 - 16:28

Düsseldorf (RP). Nach Jever fährt Melanie (22) im Augenblick nur, wenn sie ihre Lieben daheim besucht. Denn sie fühlt sich am Rhein und in ihrem Job in der Werbebranche sauwohl. "Die Leute sind in Düsseldorf aufgeschlossener als in Jever, offener. Vor allem im ,Stone" ", sagt sie. Im Club auf der Ratinger Straße sei die Stimmung enorm. "Und die Leute sind nicht so etepetete wie anderswo in Düsseldorf. Hier kann man auch in Turnschuhen rein."

Das kann man nicht nur, sondern das ist auch so gewollt. Der Laden kommt schwer "old-school-mäßig" daher. "It" s only Rock" n" Roll, but we like it" lautet sein Credo in silbernen Lettern über der Tanzfläche. Und wenn den einen oder anderen Mittdreißiger im Trockeneisnebel plötzlich so etwas wie ein Déjà-Vu befällt, wenn er glaubt, den Schriftzug von irgendwoher zu kennen, mag er ihn in den frühen Neunzigern tatsächlich schon mal gesehen haben: in Voerde, wo sich das Stone am Marktplatz niedergelassen hatte - und dort Kultstatus erreichte. Aus dem gesamten Ruhrgebiet und Holland reiste die Fangemeinde damals an.

Guter Ruf voraus

"Darum kamen wir hier schon mit einem guten Ruf hin", sagt Stone-Betreiber Timo. Ihn erkennen die Gäste an einem leicht zur Seite geneigten Kopf, einen Kopfhörer ans linke Ohr gepresst und Haarsträhnen im Gesicht. Für die meisten ist er einfach der DJ. Was den Laden so magisch macht? Timo zuckt die Schultern. Typen wie jener, der in Angus-Young-Verkleidung über die Tanzfläche rockt? Der von der Wand stierende David Bowie? Die rot-schwarz gestrichenen Wände oder Diskokugeln vor roten Samttüchern in schwarzen Vitrinen? Alles sieht so aus wie in den Stone-Lokalen in den Anfängen, in Wachtendonk Ende der Achtziger, und eben später in Voerde. Dort abgebaut, in Düsseldorf aufgebaut.

Hierhin kommt auch Simone einbis zweimal im Monat. Die 22-Jährige Mönchengladbacherin bebt im Beat. "Die Musik ist so schön ausgewogen, eine Mischung aus Alternative und Funk", sagt sie. REM, U2 - stillhalten fällt ihr schwer. Wie Stromstöße durchzuckt sie das Wumm-Wumm-Wumm, mit dem "Paint it Black" von den Rolling Stones beginnt. Deren Musik gehört nicht nur zum Programm, die "Gottväter" des Beat könnten auch getrost als Patenonkel für den Namen des Clubs an der "Ratinger" in den Taufschein eingetragen sein.

Die Organisation von Beat Parties und Live-Musik liegt in den Händen von Nico Spielmann. Und der sorgt vor allem mit Rock- und Punk-Acts für Kracher. Zum Beispiel, wenn Jürgen Engler, bekannt durch die "Krupps", im Stone spielt (8. Oktober) oder "999" (20. November), eine renommierte englische Punkband, die 1979 und 1980 dort gespielt hat. "Die Bands sollen ein Erlebnis sein. Mit ihnen wollen wir die Clubatmosphäre pflegen", sagt Spielmann. Da werden auch alte Hasen zu Connaisseurs: Campino zum Beispiel, Herr der Toten Hosen, wird immer wieder mal im Ratinger Hof gesichtet... vielleicht gibt" s ja irgendwann sogar ein Hosen-Konzert im alten Ratinger Hof. Um der alten Zeiten willen.

Quelle: alfa

 
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