Herkunft  Rund 170.000 Flüchtlinge kamen 2014 allein übers Mittelmeer nach Europa. Die meisten davon, 42.000, flohen aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Die anderen stammten vorwiegend aus verschiedenen afrikanischen Ländern, vor allem aus Eritrea (34.000).   Verteilung Die EU-Kommission hat in Abkehr von der bisherigen Regelung, wonach allein das Erstankunftsland verantwortlich für die Migranten ist, eine Aufteilung der Flüchtlinge auf alle EU-Länder anhand von Quoten vorgeschlagen. Das Modell stößt auf heftigen Widerstand vor allem in jenen Ländern, die bisher kaum oder keine Flüchtlinge aufnahmen. 
                             KRIEG Ukraine Mit der Annexion der Halbinsel Krim durch Russland sind erstmals seit 1945 wieder mit Gewalt Landesgrenzen verschoben worden. Die blutigen Kämpfe in der Ost-Ukraine haben zu einer schweren Krise zwischen Russland und der EU geführt und in Osteuropa die Angst vor weiteren russischen Angriffen geschürt. Die EU-Sanktionen schaden auch der europäischen Wirtschaft.   Naher Osten Der Bürgerkrieg in Syrien und die schweren Kämpfe im benachbarten Irak, von wo aus die Terror-Miliz „Islamischer Staat“ zu ihrem Siegeszug aufgebrochen war, haben die Region zu einem extremen Gefahrenherd vor Europa Grenzen werden lassen. 
                SOZIALE KRISE Arbeitslosigkeit Während in Deutschland und Großbritannien mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 bzw. 5,4 Prozent praktisch Vollbeschäftigung herrscht, bleibt die Erwerbslosigkeit in vielen anderen EU-Ländern teils extrem hoch. Darunter neben den von der Schuldenkrise besonders betroffenen Süd-Ländern auch Frankreich sowie einige Länder in Ost- und Südosteuropa wie die Slowakei und Kroatien.   Armut Fast jeder zehnte Europäer leidet unter materieller Armut und kann sich keine Waschmaschine, kein Auto und kein Telefon leisten und haben auch kein Geld für Heizung oder unvorhergesehene Ausgaben. 17  Prozent leben von weniger als 60 Prozent des in ihrem Land üblichen durchschnittlichen Haushaltseinkommens.
                     REGIONALE           ABSPALTUNGS-            TENDENZEN Schottland Im vergangenen Jahr scheiterte ein Referendum zur Loslösung Schottlands aus dem Vereinigten Königreich. Sollte allerdings Großbritannien die EU verlassen, dürften die Schotten diesen Schritt verweigern und irgendwann unabhängig werden – innerhalb der EU. Katalonien Die Weg-von-Madrid-Mentalität bleibt stark in der wirtschaftlich stärksten Region Spaniens. Die Zentralregierung verweigert bisher eine Volksabstimmung. Belgien Auch das vom Sprachenstreit zwischen Flamen und Wallonen und wirtschaftlicher Ungleichheit zerrissene Königreich ist ein Aufspaltungskandidat.
           FLÜCHTLINGE Herkunft  Rund 170.000 Flüchtlinge kamen 2014 allein übers Mittelmeer nach Europa. Die meisten davon, 42.000, flohen aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Die anderen stammten vorwiegend aus verschiedenen afrikanischen Ländern, vor allem aus Eritrea (34.000).   Verteilung Die EU-Kommission hat in Abkehr von der bisherigen Regelung, wonach allein das Erstankunftsland verantwortlich für die Migranten ist, eine Aufteilung der Flüchtlinge auf alle EU-Länder anhand von Quoten vorgeschlagen. Das Modell stößt auf heftigen Widerstand vor allem in jenen Ländern, die bisher kaum oder keine Flüchtlinge aufnahmen. 
         SCHULDENKRISE Griechenland Hier ist die Lage mit Abstand am katastrophalsten. Seit dem Amtsantritt der Regierung von Alexis Tsipras im Januar scheinen die bis dahin gemachten Fortschritte bei der wirtschaftlichen Erholung  zunichte gemacht.  Spanien, Portugal, Irland Haben sich im Gegensatz zu Griechenland aus den Zwängen der Schuldenprogramme befreien können und sind deutlich auf dem Weg der wirtschaftlichen Erholung. Die Arbeitslosigkeit ist aber immer noch hoch.  Frankreich, Italien Die zweit- und die drittgrößte Volkswirtschaft Europas haben es nicht geschafft, ihre deutlich zu hohe Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. Erste Reformen zeigen noch keine Wirkung. Die Konjunktur ist zwar wieder angesprungen, schafft aber kaum Jobs. 
               EU-FEINDLICHE                PARTEIEN Ideologie Linkspopulistisch, antikapitalistisch, separatistisch, rechtspopulistisch oder rechtsextrem – innerhalb der EU haben diese Gruppierungen in den vergangenen Jahren teils erheblichen Zulauf erhalten. Praktisch immer gehört scharfe Kritik an der EU oder sogar ihre Ablehnung zum Standard-Repertoire solcher Parteien. Stärke Im Europaparlament tummeln sich etliche EU-feindliche Abgeordnete, sie sitzen aber auch in vielen nationalen Parlamenten. So würde es die Chefin des französischen Front National, Marine Le Pen, laut aktuellen Umfragen bei einer Präsidentenwahl derzeit klar in die Stichwahl schaffen.