Annie Girardot
- Geboren am Sonntag, 25. Oktober 1931
- Geboren in Paris, Frankreich
- Gestorben am Montag, 28. Februar 2011
- Gestorben in Paris, Frankreich
"Aus Liebe sterben" heißt der Film, der 1970 nicht nur in Frankreich für Schlagzeilen sorgte. Für die Schauspielerin Annie Girardot bedeutete das einen Höhepunkt ihrer Karriere: Ein 17-jähriger verliebt sich in seine 32-jährige Lehrerin. Gemeinsam mit den Schülern stehen sie im politischen Kampf. Das ist eine authentische Geschichte, die die Girardot mit unglaublichem persönlichen Einsatz spielt. Der gelernte Anwalt und Regisseur André Cayatte setzt alle Mittel ein: Das Paar wird verfolgt, in die Enge getrieben. Man steckt die Lehrerin ins Gefängnis, doch sie kommt nicht zur 'Einsicht'. So geht sie langsam zugrunde, als letzter Ausweg bleibt für die total erschöpfte Frau nur der Freitod.
Zu der Zeit war Annie Girardot schon eine bekannte Schauspielerin. Das erste Mal stand sie in "Pigalle - Saint Germain des Prés" vor der Kamera, das war 1950. Seitdem spielte sie in vielen Filmen. Mitte der Fünfzigerjahre gehörte sie zum Ensemble der Comedie Française. Dort übernahm sie vorzugsweise komische Rollen in klassischen Stücken. Sie trat im Kabarett, im Fernsehen und in Hörspielen auf und spielte immer wieder Theater, so unter der Regie von Luchino Visconti in "Zwei auf der Schaukel" neben Jean Marais und in "After the Fall". 1956 wurde sie als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.
Danach sah man Annie Girardot in einer kleinen Rolle an der Seite von Jean Gabin und Kino Ventura in der gelungenen Simenon-Verfilmung "Kommissar Maigret stellt eine Falle", bevor sie 1960 mit ihrer Rolle der Prostituierten Nadja in in Luchino Viscontis eindringlicher wie gefeierter Sozialstudie aus Mailand "Rocco und seine Brüder" (1960, mit Alain Delon) international bekannt wurde. Am Set lernte sie ihren späteren Ehemann Renato Salvatori kennen, mit dem sie bis zu dessen frühen Tod (starb 1988 an Leberzirrhose ) verheiratet blieb, obwohl sie sich schon Jahre zuvor auseinander gelebt und getrennt hatten.
Mitte der Sechzigerjahre wurde die als bodenständig geltende Schauspielerin auch gern in internationalen Produktionen besetzt, so spielte sie etwa 1965 in Terence Youngs Agententhriller "Spione unter sich" an der Seite von Hollywood-Star Henry Fonda, und wieder unter der Regie von Visconti stand sie für den gelungenen Episodenfilm "Hexen von Heute" (1966) vor der Kamera. Eine Schnulze war war dagegen Claude Lelouchs Liebesfilm "Lebe das Leben" (1967, mit Yves Montand), gefolgt von dessen Plädoyer gegen die Todesstrafe "Das Leben, die Liebe und der Tod" (1968).
Zu ihren besten Rollen gehört zweifellos das Dienstmädchen, mit dem Michel Piccoli in Marco Ferreris Satire "Dillinger ist tot" (1968) ein Verhältnis beginnt. Daneben wurde sie auch in hierzulande weniger bekannten Werken besetzt, so etwa in Guy Casarils Komödie "Die Novizinnen" (1970, mit Brigitte Bardot oder in Jean-Pierre Blancs und Mark Robsons Spaß "Das späte Mädchen" (1971, mit Philippe Noiret und Marthe Keller. Eine erfolgreiche Unternehmerin, die panische Angst vor der Altern hat, verkörperte sie dagegen in Alain Jessuas Psychothriller "Der Preis für ein Leben" (1972, mit Alain Delon). Nach dem überragenden Erfolg mit dem oben bereits erwähnten "Aus Liebe sterben" spielte Girardot in den Siebzigerjahren noch häufiger in Filmen von André Cayatte. Er besetzte sie etwa in seinem Politthriller "Kein Rauch ohne Feuer" (1973), in dem Drama "Jedem seine Hölle" (1977, mit Hardy Krüger), und als engagierte Hauptkommissarin Suzanne Corbier in dem Gerichtsthriller ""Anklage - Mord" (1978).
Demnächst im TV:
Samstag, 9. Juni 2012
23.15-1.10 Festival (ARD digital)
Caché Drama, Frankreich, Österreich, Deutschland, Italien, 2005
Donnerstag, 21. Juni 2012
23.40-1.15 MDR
Fünf Tage im Juni Kriegsdrama, Frankreich, 1988, 97 min
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