Edouard Molinaro
- Geboren am Donnerstag, 31. Mai 1928
- Geboren in Bordeaux, Frankreich
Er studiert in seiner Jugend nach dem Wunsch des Vaters Zahnmedizin, doch bald beschließt Edouard Molinaro, sein Leben der Kunst zu widmen. Mit 20 hat er als Amateurfilmer Erfolg, wenig später zieht er aus der Provinz nach Paris. 1953 entstehen sechs Kurzfilme, durch die wird man auf ihn aufmerksam. 1957 dreht er den Film "Mit dem Rücken zur Wand" nach einem Roman von Frédéric Dard. Das ist Molinaros großes Regiedebüt, er kommt bei Kritik und Publikum gleichermaßen an. Von den weit über 70 Filmen, die er bis heute gedreht hat, sind viele kommerzielle Erfolge.
Mit Brigitte Bardot und Anthony Perkins inszeniert er 1963 den ebenso hübschen wie erfolgreichen Film "Die Verführerin". 1964 folgt "Jagd auf Männer" mit Françoise Dorleac und Jean-Paul Belmondo. Mit "Oscar" (1967) und "Louis, der Giftzwerg" (1969) entstehen zwei Komödien mit Louis de Funès. Mit Jacques Brel und Claude Jade dreht er 1969 den erfolgreichen Film "Mein Onkel Benjamin". Nach dem Kinohit "Die Filzlaus" (1973) mit Jacques Brel und Lino Ventura gelingt ihm der größte Publikumserfolg seiner Karriere mit den zwei Folgen von Jean Poirets Bühnenstück "Ein Käfig voller Narren" mit Michel Serrault und (1978 und 1980).
Einige recht unterschiedliche, aber originelle Inszenierungen waren: "Auch Stehlen will gelernt sein" (1962) mit Jean-Claude Brialy und Jean-Pierre Cassel erzählt die Story um die Söhne des liebenswerten Gauners Arsène Lupin sehr amüsant, witzig und satirisch, verliert aber im Verlauf an Originalität und Spannung. "Das Kätzchen" (1975) mit Mireille Darc und Pierre Mondy ist ein aufregender Film: Ein Provinzfabrikant lässt sich mit einer US-Firma ein, die ihm ein Call-Girl als angeblich honoriges Mädel und Nichte des Werbechefs unterjubelt. Der Mann verliebt sich, fällt rein und verheddert sich völlig. Gute Schauspieler, hintergründig ironische Inszenierung und Spaß bei der Sache helfen dieser Krimi-Komödie trotz Klischee-Reichtum auf die Sprünge. Wie immer arbeitet Molinaro gewandt, sicher und mit gutem Blick für seine Schauspieler, ihre Schwächen und Stärken.
"Der Antiquitätenjäger" (1977) mit Alain Delon und Mireille Darc zeigt Delon in der Rolle eines Kunsthändlers, der - von Leidenschaft besessen - hinter dem von ihm ersehnten Objekt her ist, bis er - endlich am Ziel seiner geheimsten Wünsche - einen frühen Herztod stirbt. "Ein Klassemädchen" (1984) mit Kristy McNichol erzählt von einer jungen, hübschen und begabten Konzertflötistin, die mit ihrer Gehbehinderung große Probleme hat: Ihre Beinstütze ist für die Männerwelt eine Schallmauer. Doch als Susan eines Tages ein Werbeplakat sieht, wo ein Skihaserl mit modischem Gipsbein verführerisch lächelt, da weiß sie, was sie will. Im Luxushotel in den französischen Alpen, mit modischem Gipsbein ausgerüstet, liegen ihr bald die Männer zu Füßen. Einer hat es ihr besonders angetan: der Fotograf Peter, in dem sie bald ihren Traummann erkennt und der auch mit der Wahrheit fertig wird. Molinaros Regie, Kristy McNichol und Michael Ontkean als Paar, Frankreich und Hollywood ergänzen sich forsch unterhaltsam.
Molinaro erweist sich stets als Routinier, ist bekannt für seine gute Besetzungsauswahl und sorgfältige Inszenierung. Weitere Filme: "Der Mörder kam um Mitternacht" (1959), "Die Nacht hat dunkle Schatten", ein Beitrag zu dem Episodenfilm "Die sieben Todsünden" (beide 1961), "Der grausame Job" (1967), "Der Mann im roten Rock" (1969), "Eine verrückte Familie" (1971), "Flucht im Kreis" (1973), "Die Herren Dracula" (1976), "Du kannst mich mal" (1982), "Der Filou", "Die Dame vom Palace-Hotel" (beide 1985), "Die Mondscheingasse", "Rausch der Verwandlung" (beide 1987), "Der große Blonde auf Freiersfüßen" (1988), "Der Gorilla und der Flug in die Sonne", "Manon Roland" (beide 1989), "Nora" (1990), "Die verlassene Frau" (1992), "Beaumarchais - Der Unverschämte" (1995), "Nadia coupeau, dite nana" (2001), "Un homme par hasard", "Navarro - Manipulation" (beide 2003), "Navarro - Double meurtre" (2004), "Une famille pas comme les autres" (2005).
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