Isabelle Adjani
- Geboren am Montag, 27. Juni 1955
- Geboren in Genevilliers, Paris, Frankreich
Seit über 30 Jahren ist die schlanke Französin ein Leinwandstar, wie einst Brigitte Bardot und später Catherine Deneuve - bloß aufregender. Dabei ziemlich professionell. Für ihre schauspielerischen Leistungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Bereits 1974 galt sie mit dem "Suzanne-Bianchetti-Preis" in Frankreich als beste Nachwuchsschauspielerin. Zu dieser Profession gesellt sich ein (auf)reizendes Äußeres. "Sie entflammt die Leinwand", stammelte François Truffaut über seine Entdeckung.
Beim Star-Fotografen Richard Avedon, der die Pariserin vor die Kamera holte, beflügelt sie die Fantasie. "Diese saphirblauen Augen, diese Elfenbeinhaut versprechen einen Garten mitten in der Hölle". Der Fotograf ließ sein Modell als Königin posieren. In Prunkroben ihres Lieblingsdesigners und Chef-Schneiders Gianfranco Ferre (Haus Dior) schwebte La Belle Adjani im New Yorker Studio Avedons. "Die Verbindung von Unschuld und Perversität unter Spitzenkragen und steifem Taft" wollte er zeigen. Inspiriert hatte ihn Adjanis Rolle als Königin Margarete von Valois in dem blutrünstigen Historienspektakel "Die Bartholomäusnacht" (1994). Die 53 Millionen Mark teure Großproduktion war einer von drei französischen Wettbewerbsbeiträgen für die Filmfestspiele in Cannes - und in Frankreich ein nationales Ereignis.
Hemmungslose Heroinen sind Adjanis Spezialität. Sie war die bis zum Wahnsinn sich in Liebe verzehrende Adele Hugo in Truffauts Melodram "Die Geschichte der Adele H." (1975) und nominiert für einen Oscar als beste Hauptdarstellerin. Sie spielte die bis zur Besessenheit sich ihrer Kunst hingebende "Camille Claudel" (1988) und kam dafür wieder für einen Oscar in Frage. Als Rächerin in dem Erotikthriller "Ein mörderischer Sommer" (1982) sorgte die Tochter eines algerischen Automechanikers und einer Bauerstochter vom Bodensee bei der TV-Premiere in Frankreich für einen Rekord bei den Einschaltquoten. Dieser leicht verworrene Film stempelte sie als Sex-Symbol und als Vamp mit Anflügen von Hysterie: In vielen ihrer Filme hat sie dieses nervöse Flackern im Blick. In der Grande Nation mag das als Zeichen von Sensibilität durchgehen, außerhalb Frankreichs hält man das für pure Zickigkeit. In Hollywood konnte sich Isabelle Adjani jedenfalls nicht durchsetzen.
Foto: ORB
Demnächst im TV:
Dienstag, 22. Mai 2012
12.40-14.15 MGM
Die Geschichte der Adèle H. Drama, Frankreich, 1975, 94 min, FSK 16
Mittwoch, 30. Mai 2012
12.05-13.45 MGM
Die Geschichte der Adèle H. Drama, Frankreich, 1975, 94 min, FSK 16
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