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Marianne Sägebrecht

Bayerisches Urgestein: Marianne Sägebrecht
Bayerisches Urgestein: Marianne Sägebrecht

  • Geboren am Montag, 27. August 1945
  • Geboren in Starnberg, Deutschland

Eine wunderbare Figur der Filmszene: Eine Melange aus Komik ohne jeden Klamauk, Erotik und Mütterlichkeit, skurril bis drollig, vor allem mit dem unverwechselbaren Englisch mit Münchner Akzent. Marianne Sägebrecht spielt ihre Rollen aus dem Bauch: "Es dauert jedesmal ein halbes Jahr, bis ich wieder davon losgekommen bin", sagt sie. Ihr Vater, ein Gärtner, fällt im Krieg, bevor sie zur Welt kommt. Vom Stiefvater wird sie permanent misshandelt. Später ist sie Arzthelferin bei einem Psychiater und Fotografin. Das richtige Leben beginnt dann in München: Die Autodidaktin - Marianne Sägebrecht hat nie Schauspielunterricht genommen - leitet das Kleinkunstlokal "Spinnradl", kurz darauf eröffnet sie das Theatercafé "Tatzelwurm". Sie tritt als Kabarettistin, Entertainerin und Kleindarstellerin auf, gründet eine eigene Theatertruppe und ist bald ein Star der Szene.

Sie gestaltet die "Opera Curiosa" mit, wo sie durch kostenaufwendige Star-Engagements bald riesige Schulden macht, die sie erst später mit Gagen ihrer erfolgreichen Spielfilme abzahlen kann. Und sie organisiert andere Theatertreffen in München, Berlin und Hamburg. Martin Sperr inszeniert 1979 "Adele Spitzeder" am Münchner Studiotheater. Marianne spielt die Nutte Bella. Der Regisseur Percy Adlon sieht sie und ist von Marianne Sägebrechts Spiel gerührt. Ein Jahr später besetzt er sie in seinem Fernsehspiel "Herr Kischott". Das ist der Beginn einer wunderbaren Zusammenarbeit. Bei Adlon spielt sie 1985 das "Zuckerbaby". Es ist die Geschichte einer unscheinbaren grauen Maus, einer Leichenwäscherin und Beifahrerin im Bestattungswagen, die plötzlich schön wird, als sie sich in den U-Bahnfahrer Eisi Gulp verliebt. Zwei Jahre später dreht Adlon den nächsten Film mit Marianne Sägebrecht in den USA: "Out of Rosenheim" (Bagdad Café), der sie in einer Liebesgeschichte mit Jack Palance zeigt. "Bagdad Café" ist ein großer Erfolg in Amerika; Marianne Sägebrecht wird von den Amerikanern geliebt. "Rosalie Goes Shopping" ist 1989 der nächste Film unter Percy Adlon.

Die Schauspielerin nimmt nicht jede Rolle an, die ihr angeboten wird. Sie sollte bei Woody Allen in "Schatten und Nebel" (1991) spielen, in Penny Marshalls "Zeit des Erwachens" (1990) und in Mel Brooks Robin-Hood-Parodie "Helden in Strumpfhosen". Als Star bleibt sie bescheiden: Sie lebt mit ihrer Mutter und ihrer Tochter in einer Schwabinger Drei-Zimmer-Wohnung. 1994 veröffentlicht Marianne Sägebrecht ein autobiografisches Buch: "Ich trau' der Zukunft", eine Art kalendarischer Lebenslauf. Jedem Monat ist ein Kapitel gewidmet. Marianne Sägebrecht ist davon überzeugt, dass das Leben nach einem festen Drehbuch abläuft und dass es ein Leben nach dem Tode gibt.

Weitere Filme mit Marianne Sägebrecht: "Im Himmel ist die Hölle los" (1983), "Crazy Boys" (1987) von Peter Kern, "Mond über Parador" (1988) von Paul Mazursky mit Richard Dreyfuss, "Der Rosenkrieg" (1989) von Danny DeVito mit Kathleen Turner und Michael Douglas, "Martha und ich" (1990) von Jiri Weiss mit Michel Piccoli, "Dust Devil" (1991, TV) von Richard Stanley, "Mr. Bluesman" (1992) von Sönke Wortmann, "The Milky Life" (1993), "Run of Hearts", "Ein fast perfektes Verhältnis" von Donald Reiker mit Uwe Ochsenknecht, "Eine Mutter kämpft um ihren Sohn", "Der kleine Lord", "Ohne Hose", "All Men Are Mortal" (alle 1994) von Ate de Jong, Volker Schlöndorffs "Der Unhold" (1996), "Lorenz im Land der Lügner" von Jürgen Brauer, "Soleil" von Roger Hanin, "Eine Frau nach Maß" (alle 1996), Daphna Kastners "Spanische Fliege - Den Machos auf der Spur", Jeroen Krabbés "Kalmans Geheimnis" mit Isabella Rossellini und Maximilian Schell, die europäische Großproduktion "Asterix und Obelix gegen Cäsar" (alle 1998) von Claude Zidi (mit Gérard Depardieu und Christian Clavier), Matti Geschonnecks "Ganz unten, ganz oben", Dagmar Dameks "Die Sekretärin des Weihnachtsmanns", "Ich wünsch dir Liebe" (alle 1999), "Marga Engel schlägt zurück", "Der kleine Lord - Retter in der Not", "Scheidung auf Amerikanisch" von Sherry Hormann, "Das Findelkind" (alle 2000), "Marga Engel kocht vor Wut", "Großglocknerliebe - Kein Heimatfilm" (beide 2002), "Charlotte und ihre Männer", "Marga Engel gibt nicht auf" (beide 2004), "Das Geheimnis meiner Schwester", "Bezaubernde Marie" (beide 2007), "Immer Wirbel um Marie", "Frau Holle" (beide 2008).


Demnächst im TV:

Freitag, 25. Mai 2012
  20.15-22.10 Spiegel Geschichte
  Der Unhold Dokumentation, Deutschland/Frankreich/Großbritannien, 1996, 113 min

Samstag, 26. Mai 2012
  15.35-17.05 Das Erste
  Marga Engel kocht vor Wut Komödie, Deutschland, 2002, 87 min, FSK 12

Sonntag, 27. Mai 2012
  15.40-17.35 Spiegel Geschichte
  Der Unhold Dokumentation, Deutschland/Frankreich/Großbritannien, 1996, 113 min

Montag, 28. Mai 2012
  2.15-4.10 Spiegel Geschichte
  Der Unhold Dokumentation, Deutschland/Frankreich/Großbritannien, 1996, 113 min

  8.45-10.15 WDR
  Marga Engel gibt nicht auf Komödie, Deutschland, 2004

Dienstag, 29. Mai 2012
  14.30-16.00 SWR
  Das Geheimnis meiner Schwester Familiendrama, Deutschland, 2007, 89 min VPS: 13.30

Samstag, 9. Juni 2012
  12.40-14.10 HR
  Das Geheimnis meiner Schwester Familiendrama, Deutschland, 2007, 89 min

  20.15-22.10 sixx
  Der Rosenkrieg Schwarze Komödie, USA, 1989, 107 min, FSK 16

Dienstag, 19. Juni 2012
  12.25-13.10 neo (ZDF digital)
  Lafer!Lichter!Lecker! Reihe, 45 min

Mittwoch, 20. Juni 2012
  7.20-8.05 neo (ZDF digital)
  Lafer!Lichter!Lecker! Reihe, 45 min

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