Marlène Jobert
- Geboren am Donnerstag, 4. November 1943
- Geboren in Algier, Algerien
Nach dem Schulabschluss besucht Marlène Jobert die Kunsthochschule in Dijon und danach das Pariser Konservatorium. Sie nimmt Schauspielunterricht bei Grigori Chmara und arbeitet nebenher als Fotomodell und Statistin in den Pariser Filmstudios. Schnell hat sie Engagements an verschiedenen Pariser Bühnen und arbeitet fürs Fernsehen. 1965 erhält sie eine kleine Rolle bei Jean-Luc Godard in "Masculin-Feminin". Von Anfang an ist sie auf die kesse, frech resolute Frau abonniert, meist als Gegenspielerin von Helden wie Jean Paul Belmondo in "Der Dieb von Paris" von Louis Malle (1966), Philippe Noiret in "Alexander, der Lebenskünstler" von Yves Robert (1967), Lino Ventura in "Der Kommissar und sein Lockvogel" (1969) von José Giovanni oder Charles Bronson in "Der aus dem Regen kam" (1969) von René Clement.
"Der aus dem Regen kam" gehört zu den faszinierenden Werken des französischen Abenteuerkinos. Melie - Jobert - hat Angst. Ahnungslos und verängstigt taumelt sie durch die Untiefen eines fratzenhaften Abenteuers. Die sommersprossige Melie heißt eigentlich Melancholie, sie könnte auch "Alice im Wunderland" heißen. Clement kennt seinen Lewis Carrol und zitiert ihn zu Beginn des Films. Ein synthetisch schöner Reißer, Atmosphäre aus elegischen Pastellbildern. Melie mordet den Mädchenschänder McGuffin aus Angst, nun aber schreckt sie der geheimnisvolle Mister Dobbs (Charles Bronson einmal ganz anders!), er ist eine perfekte Parodie auf die europäische Vorstellung vom amerikanischen Kinohelden.
Häufig ist sie wie hier neugierig und forsch, immer auf abenteuerlicher Suche mit ein ganz wenig spürbarer Angst vor der eigenen Courage. Bei Philippe De Broca ist sie in "Drei auf der Flucht" (1970) Partnerin von Michel Piccoli und Michael York, in Claude Chabrols "Der zehnte Tag" steht sie mit Orson Welles und Anthony Perkins vor der Kamera, mit Jean-Paul Belmondo spielt sie dagegen in "Musketier mit Hieb und Stich" (1971). Und in Maurice Pialats überzeugendem Psychogramm "Wir werden nicht zusammen alt" (1972) trennt sie sich nach sechsjährigem Zusammensein von einem älteren Mann (Jean Yanne).
"Ganz so schlimm ist er auch nicht" (1974) von Claude Goretta ist einer ihrer schönsten Filme. Hier spielt sie an der Seite von Gérard Depardieu als Post- und Bankräuber eine hilfsbereite Postbeamtin, die mit Pierre Vaucher auf Raub ausgeht. Goretta erzählt die Story heiter, episodenhaft, immer wieder in Einzelgeschichten aufgeteilt und die Schauspieler geben ihr Bestes. Als Frau eines Polizisten in dem von Vera Belmont produzierten "Der Polizeikrieg" (1979) ist sie die Partnerin von Claude Brasseur. In dem von Robin Davis inszenierten Film geht es um den erbitterten Machtkampf zwischen zwei Polizeieinheiten und darüberhinaus um Entfremdung und Wertverlust in der modernen Gesellschaft. Zuletzt sah man sie bei uns als Geisel in dem von Daniel Duval 1983 inszenierten Film um einen neurotischen Bankräuber und Mörder neben Bruno Cremer und Jacques Villeret in "Flucht in den Abgrund" ("Effraction") und in Ariel Zeitouns "Souvenirs, souvenirs" neben Philippe Noiret, Claude Brasseur und Annie Girardot. Seit Ende der 1990er Jahre hat sich Marlène Jobert aus dem Filmgeschäft zurückgezogen. Dafür erobert ihre Tochter Eva Green seit 2003 die Kinosäle.
Weitere Filme mit Marlène Jobert: "General Fiaskone" (1966), "Par quatre chemins" (1967), "Rue barrée", "Les Chevaliers du ciel" (TV-Serien, 1967), "Les Dossiers de l'agence O" (TV-Serie), "Faut pas prendre les enfants du bon Dieu pour des canards sauvages" (1968), "Laure" (TV-Serie), "Astragal" (1969), "To Catch a Spy" (1971), "Der große Blonde mit dem blauen Auge", "Das Netz der tausend Augen" (beide 1974), "Zum Freiwild erklärt" (1975), "Der Gute und die Bösen" (1976), "Zähme mich - liebe mich", "Der Ankläger" (1977), "Besuch Mama, Papa muss arbeiten" (1978), "Il Giocattolo", "Grandison" (beide 1979), "Eine schmutzige Affäre", "Liebe ohne Grenzen" (beide 1981), "Les Cavaliers de l'orage" (1984), "A viso coperto" (1985), "Qui c'est ce garçon?" (TV-Mehrteiler, 1987), "Vater werden ist doch schwer" (1989), "C'est quoi ce petit boulot?" (TV-Mehrteiler, 1991), "La Femme à l'ombre" (1992), "Avocat d'office" (TV-Serie, 1994), "Avocat d'office" (1996), "Les Marmottes" (TV-Mehrteiler) und "Maintenant et pour toujours" (beide 1998).
Demnächst im TV:
Montag, 21. Mai 2012
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Das Netz der tausend Augen (Top-Tipp) Thriller, Frankreich, 1974, 98 min
Freitag, 8. Juni 2012
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Das Netz der tausend Augen Thriller, Frankreich, 1974, 98 min VPS: 0.35
Mittwoch, 13. Juni 2012
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Das Netz der tausend Augen Thriller, Frankreich, 1974, 98 min
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