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Michèle Morgan

Michèle Morgan in "Luzifers Tochter"
Michèle Morgan in "Luzifers Tochter"

  • Geboren am Sonntag, 29. Februar 1920
  • Geboren in Neuilly-sur-Seine, Frankreich

Als sie 15 ist, geht sie von Zuhause fort und nimmt Schauspielunterricht bei René Simon in Paris. Ihre Filmkarriere beginnt stürmisch, gleich drei Filmrollen spielt sie 1935: "Eine Tochter für den Papa", "Pariser Leben", "Mademoiselle Mozart". Bereits zwei Jahre später ist sie der neue Star bei Marc Allégret in "Gribouille" mit Raimu, ein Jahr später besetzt er sie als Partnerin von Charles Boyer in "Orage". Im gleichen Jahr steht sie bei Marcel Carné in einem ihrer berühmtesten Filme neben Jean Gabin und Pierre Brasseur vor der Kamera: "Hafen im Nebel".

Bedeutende Arbeiten wie "Das Gesetz des Nordens" von Jacques Feyder, "Le corsaire" mit Charles Boyer von Marc Allégret (beide 1939) und an der Seite von Jean Gabin in Jean Grémillions "Schleppkäne" (1939-1942). Im Oktober 1940 geht Michèle Morgan nach Hollywood, wo sie bei RKO und Universal unter Vertrag steht. Doch ihre Hollywoodkarriere bleibt ohne Höhepunkte, auch wenn sie an der Seite von Humphrey Bogart in "Fahrkarte nach Marseille" (1944) bei Michael Curtiz vor der Kamera steht.

1942 bis 1949 ist sie mit William Marshall verheiratet, 1944 wird sie amerikanische Staatsbürgerin, kehrt allerdings 1946 nach Frankreich zurück und wird im gleichen Jahr in Cannes für die Rolle des blinden Mädchens in Jean Dellanoys "La syphonie pastorale" ausgezeichnet. Hat Michèle Morgan in Hollywood zwar nicht den großen Starruhm erlangt, so ist sie seither in allen großen Filmnationen gefragt: 1942 dreht sie unter der Regie von US-Regisseur Robert Stevenson "Joan of Paris" neben Thomas Mitchell und Paul Henreid, der hier in seiner ersten US-Rolle erscheint, neben Frank Sinatra spielt sie 1943 in dessen Star-Debüt "Higher and Higher" von Tim Whelan.

1948 steht sie in London "Kleines Herz in Not" unter der Regie von Carol Reed an der Seite von Ralph Richardson vor der Kamera. Große historische Ausstattungsfilme wie Alessandro Blasettis "Fabiola" von 1948 oder "Marie Antoinette" von Jean Delannoy (1956) gehören ebenso zu ihrem Repertoire wie die leidenschaftlich Liebende, das tragische Opfer oder die Frau, die in ein mörderisches Intrigenspiel gerät ("Luzifers Tochter", 1957). Oft sieht man sie an der Seite der französischen Publikumslieblinge Gérard Philipe in Yves Allégrets "Die Hochmütigen" (1953, Alternativtitel: "Aufenthalt vor Vera Cruz") oder "Das große Manöver" von René Clair (1955), an der Seite von Jean Marais in "Treffpunkt Rio" (1948) oder "Rendezvous in Paris" (1950) von René Clement sowie neben Henri Vidal, mit dem sie 1950-59 verheiratet ist.

1949-55 wird Michèle Morgan alljährlich als französischer Publikumsliebling ausgezeichnet. Bis in die frühen Sechzigerjahre spielt sie noch viele unbedeutende Rollen, nur Claude Chabrol besetzt sie 1962 in einer interessanten Nebenrolle in "Landru - Der Frauenmörder von Paris". Danach sieht man sie immer seltener im Film: Etwa 1966 in Mark Robsons "Sie fürchten weder Tod noch Teufel", 1975 in Claude Lelouchs "Die Katze jagt die Maus", 1990 in Giuseppe Tornatores "Allen geht's gut" neben Marcello Mastroianni und 1998 in Warren Beattys "Bulworth".

Bereits 1965 veröffentlicht Michèle Morgan ihre Memoiren unter dem Titel "Mes Yeux ont vu", 1977 folgt die Fortsetzung. 1969 wird ihre eine besondere Ehre zuteil, als sie zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wird.


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