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Nina Hoss

Sie wurde über Nacht zum Star: Nina Hoss. Am 13. Dezember 1996 saßen fast neun Millionen Zuschauer vor dem Fernseher, um die seinerzeit noch vollkommen unbekannte Nina in der Hauptrolle der Bernd-Eichinger-Produktion "Das Mädchen Rosemarie" zu sehen. Zwar war das Remake des Filmklassikers um den Mord an der Frankfurter Edelprostituierten Rosemarie Nitribitt trotz Top-Besetzung (Til Schweiger, Hannelore Elsner, Katja Flint und Heiner Lauterbach) kein besonders großer Kritiker-Erfolg, doch von der darstellerischen Leistung, dem verführerischen, aber auch präzisen, energiegeladenen Spiel von Nina Hoss waren alle begeistert.

Umso verwunderlicher, hatte Nina Hoss zuvor doch nur einen Auftritt als lebenshungrige Marilli Kosemund in Joseph Vilsmaiers Kinofilm "Und keiner weint mir nach" (1995) vorzuweisen. Dort war die attraktive Abiturentin noch während der Produktion von Eichinger vom Fleck weg verpflichtet worden. Fortan wurde Nina Hoss als neue femme fatale gefeiert, entzog sich dem Rummel ihrer Person aber wieder, um ihre Schauspielausbildung an der renommierten Ernst-Busch-Schule in Berlin fortzusetzen. Die Bretter, die die Welt bedeuten, hatte Nina allerdings schon in ihrer Kindheit kennen gelernt, denn ihre Mutter ist die Schauspielerin und Regisseurin Heidemarie Rohwedder, ehemals Theater-Intendantin der Württembergischen Landesbühne in Esslingen. Bereits im Alter von sieben Jahren sprach die kleine Nina Hörspiele, und mit 14 Jahren stand sie bereits das erste Mal auf der Bühne. Nach der Schule nahm sie Schauspiel- und Gesangsunterricht, organisierte freie Lieder- und Theateraufführungen und entschloß sich, später einmal die Ernst-Busch-Schule zu besuchen.

Die Bühne sollte auch nach ihrem persönlichen Erfolg mit "Das Mädchen Rosemarie" ein wichtiger Bestandteil im Leben von Nina Hoss bleiben. 1997 schloß sie ihre Ausbildung an der Ernst-Busch-Schule erfolgreich ab, und bald darauf sprach sie Tobias Langhoff, Intendant des Deutschen Theaters in Berlin, an, ob sie nicht zu seinem Ensemble stoßen wolle. Denn er hatte Nina Hoss an der Schule als "Maria Stuart" gesehen, war sofort begeistert, verpflichtete sie. Inzwischen war Nina Hoss auch schon in ihrer ersten Hauptrolle als "Minna von Barnhelm" in Amélie Niermeyers Inszenierung der Lessingschen Kriegskomödie zu sehen. Ebenso erfolgreich war ihre darstellerische Leistung als Königstochter Leonore in Goethes "Tasso" und in "Der blaue Vogel" nach dem Meisterwerk des belgischen Symbolisten Maurice Maeterlinck. Mit diesem Stück gab das Ensemble 1999 auch ein gefeiertes Gastspiel bei den Wiener Festwochen.

Nina Hoss versteht es allerdings wie kaum eine andere Kollegin, Theater-Engagements, Fernseh- und Kino-Rollen unter einen Hut zu bringen. So spielte sie bereits 1997 eine tragende Rolle in Nina Grosses Hölderin-Film "Feuerreiter". 1998 folgte die Hauptrolle in Ottokar Runzes Klaus-Mann-Verfilmung "Der Vulkan". Meret Becker und Udo Samel waren ihre Partner in dem allerdings nicht sonderlich erfolgreichen Kinofilm. Das tat der schauspielerischen Leistung von Nina Hoss, die als Sängerin Marion von Kammer glänzt, allerdings keinen Abbruch. Vielmehr wurde sie beim Filmfest in Montreal 1999 zur besten Darstellerin gewählt. Ebenfalls 1998 entstand Detlef Bucks "Liebe deine Nächste!", in der Nina Hoss in einer Gastrolle den beiden Hauptdarstellerinnen Heike Makatsch und Lea Mornar eindeutig die Show stahl.

Im neuen Jahrhundert schließlich kehrte Nina Hoss nach vierjähriger Abstinenz wieder auf den TV-Bildschirm zurück. In dem TV-Film "Die Geiseln von Costa Rica" (1999), den Uwe Janson nach dem Fall der Nicola Fleuchaus und ihrer Reiseleiterin Susanne Siegfried, die 1995 entführt wurden, inszenierte, spielt Nina Hoss die Rolle der Nicola alias "Kiki". 2001 sah man dann Nina Hoss nach längerer Abwesenheit wieder in dem Drama "Toter Mann", in "Epsteins Nacht" und ein Jahr später in "Nackt". Mit durchschlagendem Erfolg, denn für die Rolle der jungen Leyla in Christian Petzolds "Toter Mann" erhielt Nina Hoss im Frühjahr 2003 den Aldolf-Grimme-Preis. 2003 entstand auch Petzolds Tragikomödie "Wolfsburg", 2004 sah man sie in "Bloch: Schwestern", 2005 verkörperte sie die Schweizerin Carola, die sich in "Die weisse Massai" in einen Massaikrieger verliebt, und im Jahr darauf wirkte sie in "Elementarteilchen" mit. 2007 wurde Nina Hoss für ihre Titelrolle in Christian Petzolds Drama "Yella" mit dem Silbernen Bären der Berliner Filmfestspiele als beste Hauptdarstellerin geehrt, 2008 folgte die Lola als beste deutsche Schauspielerin.

Weitere Filme mit Nina Hoss: "Hannah" (2006), "Das Herz ist ein dunkler Wald" (2007), "Anonyma - Eine Frau in Berlin", "Jerichow", "Die Frau des Anarchisten" (beide 2008), "Wir sind die Nacht" (2010), "Fenster zum Sommer" (2011), "Barbara" (2012), "Gold" (2013), "A Most Wanted Man" (2014).

Foto: Prokino




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