Alle Artikel vom 1. Januar 2004
Auch George Bush auf der Gästeliste

Historische Einladung für Schröder

Berlin/Paris (rpo). Eine historische Versöhnungsgeste: Bundeskanzler Gerhard Schröder ist nach Informationen der Nachrichtenagentur AP vom französischen Präsidenten Jacques Chirac zu den Feierlichkeiten des 60. D-Day-Jahrestages eingeladen worden. Dies blieb Helmut Kohl zehn Jahre zuvor noch verwehrt. Das bestätigte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag. Der Bundeskanzler sei von Staatspräsident Jacques Chirac vor Weihnachten eingeladen worden und habe sich sehr über diese Einladung gefreut. Schröder werde an den Feierlichkeiten teilnehmen, erklärte der Sprecher. Es ist offenbar die erste Einladung für einen deutschen Regierungschef zu diesem Anlass. Am D-Day, dem 6. Juni 1944, waren die alliierten Truppen in der Normandie auf dem europäischen Kontinent gelandet. Das Datum gilt als ein Schlüssel für den späteren Sieg über die deutschen Truppen. Wie ein Sprecher Chiracs in Paris mitteilte, lud Frankreich zu den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag auch Staatsmänner der damaligen Kriegsalliierten ein, darunter US-Präsident George W. Bush. Bei den 50-Jahr-Feiern vor zehn Jahren blieben die Kriegsalliierten noch unter sich. Der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl wurde nicht eingeladen, was zu Verstimmungen zwischen Deutschland und Frankreich führte. mehr

Zwei Besatzungsmitglieder vermisst

Brennender Chemiefrachter vor Sardinien

Rom (rpo). Beim Abpumpen von 8400 Tonnen Benzol kam es auf einem Chemiefrachter vor der sardinischen Küste aus bisher ungeklärten Gründen zu einer Explosion. Die italienische Feuerwehr bemüht sich zur Stunde, den Brand zum Erliegen zu bringen. Wie die Küstenwache von Porto Torres im Norden der italienischen Mittelmeerinsel am Donnerstag mitteilte, konnten sich der Kapitän und zwölf Seeleute der «Panama Serena» in Sicherheit bringen; zwei Besatzungsmitglieder wurden jedoch vermisst. Die Explosion ereignete sich im Hafen von Porto Torres aus zunächst ungeklärter Ursache gegen Mittag beim Abpumpen von 8400 Tonnen Benzol, die der Frachter geladen hatte. Der Brand erzeugte einen Riss im Schiffsrumpf, woraufhin sich der Frachter zur Seite neigte. Am Abend kämpften Feuerwehrleute noch immer gegen die Flammen. Die beiden vermissten Seeleute kamen aus der Ukraine und aus Lettland. Die «Panama Serena» fuhr unter der Flagge der Bahamas. mehr

Experten gaben schnell Entwarnung

UFO-Panik in Silvesternacht

Mannheim (rpo). Nein, versicherten die Anrufer, was sie in der Silvesternacht gesehen hätten, habe ganz bestimmt nichts mit Alkohol oder einem Feuerwerk zu tun gehabt. Bei der UFO-Meldestelle in Mannheim gingen am Donnerstag außergewöhnlich viele Meldungen ein. Lichtringe und Funkenwurf - bis zum frühen Nachmittag des Neujahrstages gingen nach Angaben des Centralen Erforschungsnetzes außergewöhnlicher Himmelsphänome in Mannheim über das "UFOPhone" der Organisation mehrere Berichte über seltsame Himmelsereignisse aus einem halben Dutzend Städten Deutschlands ein. Alle Beobachter hätten über "komische Wahrnehmungen" aus der Silvesternacht berichtet, die "aber rein gar nichts mit Silvesterfeuerwerk" zu tun hätten, hieß es. In jedem Fall seien die Berichterstatter in Begleitung mehrerer Personen gewesen, die das jeweilige Phänomen ebenso bezeugt haben sollen. In Wertheim hätten Leute ihr UFO sogar mit Signalraketen aus der Pistole beschossen, aber nicht getroffen. CENAP-Experte Werner Walter gab jedoch Entwarnung. Es habe sich in allen Fällen nicht um Flugobjekte Außerirdischer gehandelt, sondern um Party-Gagballone, hergestellt von einer Firma aus dem fränkischen Bad Staffelstein. mehr

British Airways streicht Flug nach Washington

Bericht: US-Kampfjets begleiteten europäische Flugzeuge

Washington (rpo). Laut einem Bericht der US-Presse haben amerikanische Kampfjets im Rahmen verschärfter Sicherheitsvorgaben gegen Terroranschläge einige Passagierflugzeuge der British Airwys und der Air France eskortiert. Ein Flug von London nach Washington wurde indes storniert. British Airways strich am Donnerstag einen ihrer drei Flüge vom Londoner Flughafen Heathrow nach Washington aus Sicherheitsgründen. Ein Sprecher der Fluggesellschaft sagte, die Regierung habe dazu geraten. Das Verkehrsministerium wollte sich nicht dazu äußern. Eine Sprecherin machte auch keine Angaben, ob eine konkrete Bedrohung für den Flug BA 223 vorgelegen habe. Widersprüchliche Informationen der US-Behörden Die US-Behörden hatten bereits am Mittwoch ein Flugzeug der British Airways nach dessen Ankunft auf dem Flughafen von Washington vom Terminal entfernt festgehalten und einige der 247 Passagiere befragt. Eine Sprecherin der US-Heimatschutzbehörde erklärte am Donnerstag, Geheimdienstinformationen seien der Anlass für diesen Schritt gewesen. Ein Vertreter der Bundespolizei FBI sagte dagegen, der Vorfall habe nichts mit Terrorverdacht zu tun gehabt. Es handelte sich ebenfalls um den Flug BA 223. Eine Sprecherin der Verkehrssicherheitsbehörde sagte, die Passagiere aus London seien an Bord des Flugzeugs befragt worden. Die Maschine sei am Mittwoch um 19.06 Uhr Ortszeit gelandet, gegen 22.30 Uhr hätten die ersten Passagiere das Flugzeug verlassen dürfen. Das Gepäck sei gesondert überprüft worden. Fluggast David Litwick sagte dem Fernsehsender WJLA, vier FBI-Beamte hätten eine offenbar aus dem Nahen Osten kommende Frau wiederholt danach gefragt, warum sie ohne ihren Mann reise. Er selbst und seine Frau seien nicht vernommen worden, sagte Litwick. Ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit Nach einem Bericht der "New York Times" vom Mittwoch gab es in jüngster Zeit fünf oder sechs derartige Vorfälle, bei denen US-Beamte an Bord von Flugzeugen gingen und Passagiere überprüften oder durchsuchten. In einem weiteren Fall sei ein Flugzeug in einem lateinamerikanischen Land mehrere Stunden am Boden festgehalten worden, weil die USA der Fluglinie übermittelt hätten, die Überprüfung der Passagiere sei nicht ausreichend erfolgt. Mit Frankreich hätten die USA ein Abkommen getroffen, wonach die französische Seite Passagierlisten von als Risiko eingestuften Flügen bereits mindestens eine Stunde vor dem Start übermitteln werde. Wegen Terrorbefürchtungen wurden am 24. Dezember mehrere Flüge zwischen Paris und Los Angeles abgesagt. Auch die mexikanische Fluggesellschaft Aeromexico sagte am Mittwoch einen Flug von Mexiko-Stadt nach Los Angeles ab, nachdem die US-Behörden die Landeerlaubnis verweigert hatten, wie ein mexikanischer Regierungssprecher am Donnerstag mitteilte. mehr

Förderung eines Entwicklungsprojektes in Kambodscha

Angelina Jolie verschenkt Kühe

Phnom Penh (rpo). Schauspielerin Angelina Jolie kauft 300 Kühe. Damit will sie ein Naturschutzprojekt unterstützen, das kambodschanischen Bauern eine neue Zukunft ermöglichen soll. Zum Start eines Kleinbetriebs bekommen 300 Familien jeweils eine Kuh. Ein entsprechendes Vorhaben ist Teil eines Naturschutzprojekts in dem südostasiatischen Land. Die Organisatoren hoffen, dass die Bauern mit einer neuen Einnahmequelle eher auf Holzeinschlag und die Jagd auf Wildtiere verzichten können, wie Projektsprecher Mounh Sarath am Donnerstag erklärte. Die 28-jährige Schauspielerin Jolie, die sich bei Dreharbeiten zu "Lara Croft" in Kambodscha verliebte, unterstützt das Projekt mit 1,5 Millionen Dollar. mehr

Rechteinhaber Infront verlängert nicht

Bundesliga sucht Abnehmer

München (rpo). Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) muss sich nach einem neuen Rechtevermarkter umsehen. Nachdem der Schweizer Vertragspartner Infront mit Günther Netzer die Option auf eine Vertragsverlängerung verstreichen ließ, kann bei den Profi-Clubs nun von Planungssicherheit keine Rede mehr sein. Die Fußball-Bundesliga geht damit in finanzieller Ungewissheit ins neue Jahr. Infront wird ihren Vermarktungsvertrag mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) vorerst nicht über das Saisonende hinaus verlängern. Eine entsprechende Option, wonach das Schweizer Unternehmen mit Sitz in Zug für 295 Millionen Euro in der nächsten und 300 Millionen Euro in der übernächsten Spielzeit hätte am Ball bleiben können, verstrich nach DFL-Angaben zum Jahresende. "Damit endet das bestehende Vertragsverhältnis mit Ablauf der laufenden Spielzeit 2003/2004. Es ist jetzt Aufgabe der DFL, unverzüglich Verhandlungen mit den Nachfragern aufzunehmen", erklärte Ligaverbands-Präsident Werner Hackmann in einer Pressemitteilung. "Die bis zuletzt geführten Gespräche konnten trotz aller Bemühungen nicht zum Abschluss gebracht werden, obwohl Bewegung in die Verhandlungen gekommen war", fügte Wilfried Straub als Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung hinzu. Für die DFL ist der Weg nun frei für die Eigenvermarktung, nachdem Infront zuletzt für pauschal 280 Millionen Euro jährlich sämtliche TV-Rechte erworben hatte. Unter anderem muss nun mit dem Pay-TV-Sender Premiere, aber auch mit dem DSF über einen direkten Vertrag zwischen Liga und Sender verhandelt werden. Der Kontrakt mit der ARD ist dagegen von dem Infront-Ausstieg unberührt, da die DFL in diesen einsteigt. Zuletzt hatte Infront unter anderem die Fernseh-Verträge mit Premiere (150 Millionen Euro pro Saison), der ARD (65 Mio.) dem DSF (12 Mio.) und dem ZDF (10 Mio.) ausgehandelt. Durch direkte Verträge erhofft sich die Liga Steigerungen, zumal sowohl bei Premiere als auch beim DSF nach verlustreichen Jahren die Gewinnzone in Sicht ist. Beim DSF bleibt man trotz der jüngsten Entwicklungen gelassen. "Wir sind seit über zehn Jahren ein zuverlässiger und erfolgreicher Partner - und zwar sowohl mit der ersten als auch mit der zweiten Liga", erklärte DSF-Geschäftsführer Rainer Hüther in einer ersten Reaktion: "Wir haben vorgebaut und betrachten das Thema mit Gelassenheit." Wie mit allen anderen TV-Anbietern und Rechte-Händlern will die DFL aber auch mit dem Netzer-Unternehmen und dessen Tochter Buli GmbH möglicherweise erneut verhandeln. "Im Rahmen der jetzt zu führenden Gespräche werden auch die mit der Infront Buli GmbH wieder aufgenommen", stellte die DFL ausdrücklich fest. Zuletzt war außerdem der Aufbau eines eigenen Liga-Kanals immer wieder genannt, aber letztlich als zu teuer und zu risikoreich eingestuft worden. Die 36 Profi-Klubs, die sich auf einer Vollversammlung voraussichtlich Ende Januar oder Anfang Februar erneut treffen wollen, streben im Fernseh-Bereich weiterhin die Zentralvermarktung an. Nach Darstellung der DFL hatte Infront zuletzt 272,5 bzw. 277,5 Millionen Euro für die beiden Spielzeiten bis 2006 geboten - was die Liga-Vollversammlung einstimmig abgelehnt hatte. mehr

Der MSV-Chef erholt sich in der Schweiz

Alles Chefsache

Duisburg (RP). Walter Hellmich genießt die Tage um den Jahreswechsel im Schnee. Der MSV-Chef fährt mit seiner Ehefrau Ski im hübschen Schweizer Bergdorf Saas Fe. Als RP-Redakteur Bernd Bemmann ihn  am Montag Abend erreichte, kam der 58-Jährige gerade von der Piste. Erholen Sie sich gut? Das muss ich doch, schließlich war das letzte Jahr anstrengend, und das in vielfältiger Form. Im Einzelnen bitte. Naja, man muss sehen, dass die Geschäfte laufen, dass die Firmen intakt bleiben, dass die Mitarbeiter einen sicheren Arbeitsplatz haben, das alles ist heutzutage nicht gerade leicht. Der Stadionbau mit seinen Unwägbarkeiten und immensen Anstrengungen, dazu der offenbar geglückte Versuch, den Verein wieder auf sicherere Beine zu stellen, das alles war ziemlich viel auf einmal und hat viel Kraft gekostet. Jetzt tanke ich auf. Ihr rein sportlicher Ausblick auf 2004? Um Klartext zu reden: Wir haben die wirklich nicht so tolle Ausgangsposition selbst verschuldet. Es gilt, den Schaden zu reparieren. Aufgeben gilt nicht. Es wäre doch das Schlimmste, wenn wir jetzt sagen würden, okay, das war's, die Saison haken wir ab. Das tun wir nicht. Es sind immerhin noch 17 Spiele zu bestreiten. Wir dürfen unsere Ziele nicht aufgeben. Noch sind wir im Geschäft, auch wenn ich mir die Tabellensituation anders vorgestellt habe, nämlich besser. Haben Sie sich in der Mannschaft getäuscht, haben Sie geglaubt, dass sie nach dem Personalschnitt stärker sein würde? Ich habe vor einiger Zeit gesagt, dass wir vor Wochen der Wahrheit stehen. In diesen Wochen der Wahrheit ist manches daneben gegangen. Das muss ausgeglichen werden. Ich glaube immer noch daran, dass die Jungs das Zeug haben, wesentlich besser zu sein als der aktuelle Tabellenstand. Sie bauen ein neues Stadion, die Mannschaft offenbart Heimschwäche - das passt noch nicht zusammen. Klar, die fünf zurück liegenden Heimspiele bei einem mageren Gewinn von nur zwei Punkten schmerzen. Das war ein Rückschlag, das muss anders werden. Wir müssen zurück zur Heimstärke. Mit neuem Personal? Ja, wir arbeiten daran. Dem schwedischen Abwehrspieler Johan Andersson geht ein guter Ruf voraus. Er ist ja seit Jahren Stammspieler in Hammarby. Wenn Norbert Meier glaubt, dass er eine echte Verstärkung sein kann, dann nehmen wir ihn. Wir stehen zudem mit etlichen Spielern in Kontakt. Auch zu Dirk Lottner? Das ist offen, das wird schwierig, und da wird sich vor dem 5. oder 6. Januar nichts entscheiden. Es gibt Kontakte, aber noch keine direkte Verbindung. Ich habe mit dem Mann noch nicht gesprochen. Das Thema neue Spieler ist Chefsache? Alles ist Chefsache. Freilich, ich muss mich auf den Sachverstand meiner Männer verlassen, denen ich vertraue. Für alles andere muss ich doch den Kopf hinhalten. Zum Jahresabschluss: War es ein gutes Jahr für Sie? Ja, ich bin zufrieden, persönlich und beruflich. Wir konnten sogar Arbeitsplätze schaffen und haben, so glaube ich, wichtige Akzente für Duisburg gesetzt. Ich denke da ans Medical Center oder Infineon, das absolut Größte ist natürlich die neue Arena. Wenn ich daran denke, dass der Ministerpräsident vor einem Jahr erklärte, es könne keine Landesbürgschaft geben und wenn ich heute sehe, wie das Stadion wächst, dann kommt mir das schon gigantisch vor. Mein Bestreben wird es auch in 2004 sein, für Duisburg Positives zu bewirken." Das Gespräch führte Bernd Bemmann. mehr

Am 18. Januar Finale in Senegals Hauptstadt

Paris-Dakar: Frauen mit Auftakt nach Plan

Clermont-Ferrand (rpo). Bei der 26. Auflage der Rallye Paris-Dakar ruhen die deutschen Hoffnungen auf den Damen: Andrea Mayer und Jutta Kleinschmidt bewiesen zum Prolog in der französischen Auvergne erstmals ihr Können. Bei Schnee und Kälte begann die Dakar-Rallye für die beiden Wüsten-Ladies planmäßig. Auf dem 1,5 km langen Prolog, einem Rundkurs bei Clermont-Ferrand, belegte Andrea Mayer (Kaufbeuren) im Mitsubishi Pajero in 1:46,56 Minuten einen ausgezeichneten sechsten Rang. VW-Pilotin Kleinschmidt (Köln), die den berühmt-berüchtigten Wüsten-Marathon 2001 als erste Deutsche und als erste Frau gewann, fuhr in 1:54,75 auf Platz 13. Erster Spitzenreiter war der Japaner Kenjiro Shinozuka (Nissan) in 1:41,62 Minuten. Dahinter folgten der Südafrikaner Giniel de Villiers im Nissan (1:42,15) und Italiens Mitsubishi-Pilot Miki Biasion (1:42,26). In Afrika wird's ernst "Der Auftakt war wegen des tiefen Bodens nicht ganz einfach. Mit meiner Platzierung bin ich zwar ganz zufrieden, allerdings ist mir der Zeitabstand auf Shinozuka zu groß. Die eigentliche Rallye aber beginnt erst in Afrika", sagte Jutta Kleinschmidt. Größere Freude gab es im Lager von Andrea Mayer: "Das war ein gelungener Start. Die riesige Zuschauerkulisse hat mich begeistert. Meine Aufgabe im Team ist klar definiert: Ich fahre das vierte Auto, habe die Ersatzteile für die anderen dabei und muss anhalten, wenn ich Hilfe leisten muss." Am Neujahrstag machte die Wüstenrallye zum ersten Mal seit 1991 in der Region Auvergne Station. Rund 5000 Zuschauer jubelten den 142 Autos, 195 Motorrädern und 63 Lastwagen auf dem ersten von insgesamt 17. Wegstücken zu. Am 18. Januar wird die Motor-Karawane nach mehr als 11.000 Kilometern in Senegals Hauptstadt ankommen. Nach dem Prolog ging es auf einer 395 Kilometer langen Strecke über die Autobahn weiter Richtung Narbonne. Die 2. Etappe führt am 2. Januar über eine 25 Kilometer lange Spezialprüfung von Narbonne nach Castellon. mehr

Iranisches Außenministerium gibt Festnahme bekannt

Iran: Entführer der deutschen Fahrradtouristen gefasst

Teheran (rpo). Nach Aussagen eines iranischen Außenministeriumssprechers sind die Entführer der drei Fahrradtouristen aus Deutschland und Irland in Iran festgenommen worden. Sie seien nun "in Händen des Geheimdienstministeriums". Die Zahl der Entführer oder andere Einzelheiten nannte er nicht. Dies liege in der Zuständigkeit des Geheimdienstes. Die beiden Deutschen und der Ire waren am Sonntag unversehrt freigekommen. Sie waren Anfang Dezember auf dem Weg von Europa nach Nepal, als sie nahe der Stadt Nosrat Abad verschleppt wurden. Die Entführer der drei Fahrradtouristen hatten sich nach den Worten der befreiten Geiseln als Taliban mit Kontakten zum Terrornetzwerk El Kaida ausgegeben. Das sagte die irische Ex-Geisel Aidan James Leahy während einer Pressekonferenz am Montag in Teheran. Die Entführer hätten Persisch gesprochen und seien «offensichtlich Iraner» gewesen. Die beiden Deutschen Oliver B. und David S. bestätigten Leahys Angaben. Schmuggelkorridor für Drogen Zu den Umständen der Befreiung der Geiseln am 28. Dezember hatten weder Teheran noch Berlin irgend welche Angaben gemacht. Die Gegend um Nosrat Abad unweit der Grenze zu Afghanistan und Pakistan ist als Schmuggelkorridor für Drogen bekannt. Die iranischen Behörden vermuteten zunächst Droggenschmuggler hinter der Tat, die sich möglicherweise für verschärfte Razzien der Polizei rächen wollten. Nach iranischen Medienberichten verlangten die Kidnapper fünf Millionen Euro Lösegeld. Die Regierung in Teheran verweigerte jedoch nach eigenen Angaben eine Lösegeldzahlung und forderte auch Deutschland und Irland auf, die Verschleppten nicht freizukaufen. mehr

Skispringer Georg Späth im Interview

Späth und Uhrmann sorgen für Furore

Düsseldorf (rpo).  Nach dem Neujahrsspringen der Vierschanzentournee ist die Hierarchie in der deutschen Skispringermannschaft endgültig auf den Kopf gestellt. Wie aus dem Mannschaftsspringer ein Kandidat für die Spitzenplätze werden konnte, erklärt der Dritte aus Garmisch, Georg Spaeth, im Interview. sid: "Georg Späth, den ersten Podestplatz Ihrer Karriere haben Sie ausgerechnet beim Neujahrsspringen errungen. Haben Sie damit gerechnet?" Georg Späth: "Einfach Wahnsinn. Das ist mein größter Tag. Auf dem Siegerpodest zu stehen, ist schon ein tolles Gefühl. Nach Oberstdorf habe ich gedacht, dass das schon extrem gut war, und jetzt ist es noch besser geworden. Eigentlich ist es fast nicht zu glauben." sid: "Wie haben Sie sich gefühlt, als Sie als Vorletzter im zweiten Durchgang an den Ablauf mussten?" Späth: "Das war schon eine spezielle Situation, aber ich hatte gedacht, dass ich nervöser bin. Mit den guten Sprüngen bei der Tournee ist auch bei mir die Sicherheit gekommen. Ich habe eigentlich noch keinen schlechten Sprung gemacht, und da hat man einfach jede Menge Selbstvertrauen." sid: "Michael Uhrmann und Sie haben die Hierarchie im deutschen Team komplett durcheinander gewirbelt ..." Späth: "Das ist schon komisch. Man sagt immer, wir sind die zweite Garde. Uns tut diese Situation unheimlich gut. Schöner wäre es natürlich, wenn Sven Hannawald und Martin Schmitt auch besser wären." sid: "Welche Ziele haben Sie für die Gesamtwertung?" Späth: "Darüber habe ich noch gar nicht richtig nachgedacht. Ich bin erst mal froh und genieße die neue Situation. An einen Podestplatz will ich gar nicht denken. Ich mache weiter meine Sprünge und versuche, ruhig zu bleiben. Dann kommt alles von selbst. " mehr

Sieben ehemalige Manager und Bilanzprüfer in Haft

Parmalat-Skandal: Der Sumpf wird tiefer

Mailand/Rom (rpo). Immer weitere Kreise zieht der Bilanz-Skandal um den insolventen italienischen Nahrungsmittelkonzern Parmalat. An Silvester verhaftete die Polizei in Mailand, Parma und Como sieben weitere ehemalige Parmalat-Manager und -Mitarbeiter sowie externe Wirtschaftsprüfer. Nach seiner Festnahme trat der Chef des italienischen Zweigs der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton, Lorenzo Penca, nach Angaben des Unternehmens zurück. Pencas ebenfalls inhaftierter Partner Maurizio Bianchi sei auf unbestimmte Zeit seines Amtes enthoben worden, teilte Grant Thornton International in einer Erklärung am Mittwochabend mit. Grant Thornton war von 1990 bis 1999 für Parmalat und in den Folgejahren weiter für das Tochterunternehmen Bonlat tätig. Das Unternehmen hat die Vorwürfe zurückgewiesen, in den Fälschungsskandal von Parmalat verwickelt zu sein und seine Mitarbeiter als Opfer bezeichnet. Es kündigte eigene Untersuchungen an. Als Interimsgeschäftsführer übernehmen Carlo Anreis und Contardino Mangiarotti die Aufgaben Pencas und Bianchis. Ermittlungen wurden ausgedehnt Unter den am Mittwoch Festgenommenen sind nach Polizeiangaben weiter die ehemaligen Parmalat-Finanzchefs Fausto Tonna und Luciano Del Soldato. Gegen einen achten Verdächtigen, der sich in Venezuela aufhalten soll, wurde Haftbefehl erlassen. Firmengründer Calisto Tanzi sitzt bereits seit Samstag in Untersuchungshaft. Den Verdächtigen wird unter anderem Verwicklung in betrügerischen Bankrott und Bilanzfälschung vorgeworfen. Die Justizbehörden dehnten die Ermittlungen mittlerweile offenbar auch nach Übersee aus. Sie untersuchen nach Berichten der italienischen Nachrichtenagenturen ANSA und APcom, ob Mitarbeiter der Bank of America in den Skandal verwickelt sein könnten. Parmalat hat eingeräumt, dass Angaben vom September, wonach ein Bonlat-Guthaben in Milliardenhöhe bei der Bank of America Corp. hinterlegt sei, falsch gewesen seien. Tanzi weiter in Haft Der Mailänder Richter Guido Salvini veröffentlichte unterdessen ein Dokument mit neuen Einzelheiten zum Ausmaß der Affäre. Laut dem Papier, das der Nachrichtenagentur AP vorlag, räumte Exfinanzchef Tonna vor seiner Festnahme ein, dass vier Mal jährlich "das System, falsche Dokumente zusammenzustellen" aktiviert worden sei. Del Soldato sagte demzufolge aus, dass Papiere auf einem Computer mit einem eingespeicherten nachgeahmten Bank-of-America-Logo gefälscht worden seien. Nach Angaben eines ebenfalls festgenommenen Parmalat-Mitarbeiters ordnete Del Soldato die Zerstörung des Computers mit einem Hammer an. Den Antrag von Tanzis Verteidigern, ihren Mandanten unter Hausarrest zu stellen, hat Richter Salvini abgelehnt. Tanzis Teilgeständnis sei dafür nicht ausreichend. Den Unterlagen Salvinis zufolge bezifferte Tanzi das Finanzloch des Konzerns auf acht Milliarden Euro und räumte ein, 500 Millionen Euro in die Kassen von Reiseunternehmen verschoben zu haben, die von seiner Familie kontrolliert werden. Nicht persönlich bereichert Tanzis Anwalt Fabio Belloni erklärte am Mittwoch, sein Mandant habe das vermisste Geld nicht für sich persönlich veruntreut, sondern wieder in das Unternehmen investiert. Die italienische Regierung hat dem Großkonzern Unterstützung zugesichert und Tanzis Nachfolger Enrico Bondi mit der Erarbeitung eines Sanierungskonzepts beauftragt. Parmalat stellt vor allem Milchprodukte her und beschäftigt 36.000 Mitarbeiter in 29 Ländern. mehr

Sigurd Pettersen gewinnt auch in Garmisch

Garmisch: Deutsche Nobodys begeistern

Garmisch-Partenkirchen (rpo). Beim Skispringen in Garmisch-Partenkirchen hat Georg Späth mit einem dritten Platz die Formkrisen von Sven Hannawald und Martin Schmitt vergessen lassen. Dem Norweger Sigurd Pettersen ist indes nach seinem zweiten Erfolg der Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee kaum noch zu nehmen. Mit seinem Überraschungs-Sprung auf den dritten Platz hat ausgerechnet Nobody Georg Späth die Krise der deutschen Skispringer vorerst beendet und den am Neujahrstag auf Rang neun abgerutschten Sven Hannawald als Vorflieger glänzend vertreten. Drei Tage nach seinem Triumph von Oberstdorf gewann der Norweger Sigurd Pettersen in Garmisch-Partenkirchen auch das Neujahrsspringen der 52. Vierschanzentournee und jagt nun den Jahrhundert-Rekord von 2001, als Hannawald als Erster bei allen vier Konkurrenzen des Skispringer-Grand-Slams vorne lag. "Das ist das Genialste, was ich in meinem Sportlerleben bisher erlebt habe. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen", sagte Georg Späth, der zum ersten Mal in seiner Karriere nach einem Weltcup auf dem Siegerpodest stand und dafür insgesamt 16.000 Euro Prämien kassierte: "Ich wusste, dass ich ganz vorne mitmischen kann, denn ich habe hier keinen einzigen schlechten Sprung gemacht. Ist trotzdem komisch, dass ich jetzt besser bin als Sven Hannawald. Eigentlich bin ich doch die zweite Garde." Einen halben Weitenmeter Pettersen lag beim ersten Norweger-Sieg am Neujahrstag seit zehn Jahren (Espen Bredesen 1994) am Ende nur sieben Zehntelpunkte oder einen halben Weitenmeter vor dem Österreicher Martin Höllwarth, der sich bei Halbzeit der Tournee mit 522,2 Gesamtpunkten als ärgster Verfolger des Norwegers (549,0) positionierte. Die diesmal starke deutsche Mannschaftsleistung komplettierten Michael Uhrmann (Rastbüchl) und Maximilian Mechler (Isny) auf den Rängen sieben und zwölf. Martin Schmitt (Furtwangen) wurde nur 22. Späth (510,0) und Uhrmann (506,5) liegen in der Gesamtwertung auf den Rängen drei und vier. Pettersen übernahm mit 406 Punkten auch das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtweltcup und zeigte sich zu weiteren Großtaten bereit: "Garmisch war meine Wackelschanze, jetzt kann ich noch zweimal gewinnen." Dazu besteht in Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) noch Gelegenheit. 40.000 Euro hat Pettersen schon kassiert, der japanische Geländewagen als Zusatz-Prämie für den Gesamtsieg ist greifbar nahe. Superleistung keine Sensation "Für mich ist die Superleistung von Georg keine Sensation mehr. Er hat eine stabil gute Form und hätte hier sicher gewonnen, wenn er im Finale technisch besser gesprungen wäre", meinte Bundestrainer Wolfgang Steiert und lobte auch seinen an sich zweifelnden Musterschüler Hannawald: "Svens Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen. Was er hier an den zwei Tagen vorher abgeliefert hat, war weit unter normal. Aber er ist nicht abgestürzt." Hannawald selbst war mit dem Top-Ten-Platz am Ende ganz zufrieden, von seiner derzeitigen Form aber bitter enttäuscht: "Ich habe schon mehr Freude am Springen gehabt. Die Fragezeichen bei mir werden von Sprung zu Sprung größer. Irgendwas passt nicht. Ich bin sprachlos und habe keine Ahnung, warum das alles so in die Hose geht. Der Finalsprung war wenigstens ein kleiner Schritt nach vorn. Ich darf mich jetzt nur nicht total verhaspeln." Vorjahrespleite unbedingt vergessen machen Die Pleite des Vorjahres, als Hannawald auf der von der deutschen Mannschaft ungeliebten Uralt-Schanze trotz Sturz und Platz zwölf noch bester DSV-Springer war, wollte Steiert unbedingt vergessen machen. Der Coach zog mit der Mannschaft wieder vom abgeschiedenen Teamquartier der letzten Jahre am Eibsee direkt in den Silvester-Trubel von Garmisch-Partenkirchen. Seine Männer labten sich am abendlichen Büffet bei Hirschrücken und Passionsfrucht und versuchten sich komplett in interner Runde mit einer Neujahrs-Ansprache. Bis auf Sven Hannawald, der sich als Redner von seiner Freundin Suska vertreten ließ. Hannawald war nach seinem bei der Vierschanzentournee schon traditionellen Qualifikations-Boykott für das Prestige-Springen auf den letzten Startplatz gesetzt und musste deshalb im nach dem K.o. -System ausgetragenen ersten Durchgang gegen den im Training überragenden Janne Ahonen (am Ende Vierter) antreten. Die RTL-Superstars bemühten sich zwar noch kurz vor dem Springen im Schanzenauslauf, ein Wunder herbeizusingen, aber mehr als 114,5 Meter waren für "Hanni" nicht drin, die Aussichten auf den zweiten Sieg in Garmisch-Partenkirchen nach 2002 dahin. Im Finale gelangen wenigstens 116 Meter und eine Verbesserung um drei Ränge. Alles ging wie von selbst Dagegen ging für Späth, der nach dem ersten Durchgang nur drei Punkte hinter Topfavorit Pettersen sogar auf Rang zwei lag, "von Anfang an alles wie von selbst. Bei mir ist derzeit einfach jeder Sprung wie der andere. Ich springe los und weiß, dass es klappt." Während Steiert auch angesichts des aussichtsreichen sechsten Platzes von Michael Uhrmann vor dem Finale die Devise: "Jetzt springen wir um den Sieg mit" ausgab, meinte sein Vorgänger Reinhard Heß als Zaungast: "Ich würde mir wünschen, dass Georg Späth dokumentiert, dass er zum Siegspringer gereift ist." Das klappte am Ende nicht ganz, weil Späth seinen Finalsprung nicht perfekt zu Tal brachte und zwei Weitenmeter hinter Pettersen (120,5) blieb: "Das war doch eine größere Herausforderung, obwohl ich nicht übermäßig nervös war." Ein Kompliment kam von Zimmer-Kumpel und Tournee-Rivale Michael Uhrmann: "Der Georg ist so ein Super-Typ, wenn ich es einem gönne, dann ihm." mehr

Zweite Reihe wider Willen

Matte Lichtgestalt: Roland Kochs verblasster Glanz

Wiesbaden (rpo). Für Roland Koch begann das Jahr 2003 überaus erfolgreich. Der CDU-Spitzenpolitiker verteidigte sein Amt als Ministerpräsident in Hessen mit einer absoluten Mehrheit. Doch im Jahresverlauf verblasste der Glanz des "Möchtegern-Kanzlerkandidat" immer mehr. Koch traf sogar unverhofft mit US-Präsident George W. Bush zusammen. Auch einen viel beachteten Vorschlag zum Subventionsabbau, den er gemeinsam mit seinem parteipolitischen Gegner und NRW-Amtskollegen Peer Steinbrück (SPD) ausgearbeitet hat, konnte er auf der Haben-Seite verbuchen. Doch der anfängliche Glanz verblasste im Jahresverlauf. «Matte Lichtgestalt» nannte ihn deswegen vor einigen Wochen das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Parteiintern steht der als Möchtegern-Kanzlerkandidat gehandelte Hesse im Schatten seiner ewigen Konkurrentin Angela Merkel - die Parteichefin ist spätestens seit dem Bundesparteitag Anfang Dezember der unbestrittene Star der CDU. Und bei den entscheidenden Verhandlungen im Vermittlungsausschuss Mitte Dezember gehörte Koch nicht zu der entscheidenden Gruppe, die den Kompromiss von Regierung und Opposition letztlich aushandelte. Parteisoldat in der zweiten Reihe Zusätzlich sieht sich Koch auf Landesebene seit Wochen heftigen Protesten wegen eines Sparpaketes über eine Milliarde Euro ausgesetzt. Der ambitionierte Hesse als Parteisoldat in der zweiten Reihe statt als rhetorisch glänzender und mit sicherem politischen Instinkt ausgestatteter Machtpolitiker - das gab es in dieser Form noch nie, seit der frühere «junge Wilde» 1999 im einstigen SPD-Stammland Hessen an die Macht gelangte. Die Erklärung für die jüngste Entwicklung hat zwei Namen: zum einen Angela Merkel und zum anderen Roland Koch selbst. Je erfolgreicher Merkel auf ihren Führungsanspruch pocht, umso weiter muss Koch zurückstehen. Zudem hat sich der hessische Regierungschef nach Einschätzung von Beobachtern mit seiner strikten Ablehnung jeglicher Neuverschuldung für ein Vorziehen der Steuerreform selbst ins Abseits manövriert. Dass am Ende herauskam, dass mehr als ein Viertel der Entlastung auf Pump finanziert wird, sprach eine deutliche Sprache, wer sich Unions-intern mit seiner Haltung nicht durchsetzen konnte. Daran konnte auch die Tatsache nichts ändern, dass das Koch-Steinbrück-Papier zum Subventionsabbau bei der Gegenfinanzierung eine wichtige Rolle spielte. Koch habe sein Gespür verlassen Den begabten Machtpolitiker, der Politik zu Hause am Küchentisch gelernt hat, habe sein Gespür verlassen, wurde schon gemunkelt. Zudem musste Koch als hessischer CDU-Vorsitzender in der Antisemitismus-Affäre um den Fuldaer Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann den braven Parteisoldaten geben. Auf Merkels Umschwenken in Richtung Fraktionsausschluss reagierte Koch mit der Ankündigung, nun müsse konsequenterweise auch ein Parteiausschlussverfahren folgen. Und auch der Regierungsalltag in Hessen dürfte momentan trotz absoluter Mehrheit im Landtag nicht eben vergnügungssteuerpflichtig sein. Koch hat zwar seinen Spar-Haushalt 2004 durch das Parlament gebracht. Doch seit er das Eine-Milliarde-Euro-Sparpaket Anfang September medienwirksam verkündet hat, reißen die Proteste von Gewerkschaftern, Studierenden und sozialen Organisationen nicht ab. Bei ersten sozialen und Umwelt-Institutionen ist sogar von Schließung und Insolvenz die Rede. Steilvorlage zur Kritik Zusätzlich lieferte das Kabinett Koch der Opposition eine Steilvorlage zur Kritik. Da wollte das Land einem angeblich in wirtschaftliche Not geratenen Adeligen aus dem Odenwald dessen Schloss mitsamt Waffen- und Kunstsammlung abkaufen und der Grafenfamilie ein dauerhaftes, kostenloses Wohnrecht in dem Gebäude einräumen. Auf empörte öffentliche Kritik und unvorsichtige Äußerungen des Grafen zur eigenen wirtschaftlichen Lage reagierte die Regierung, indem sie das Projekt kurz vor Weihnachten gerade eben noch auf Eis legte. Zudem riskiert Koch gerade, etwas zu machen, was schon die jüngste rot-grüne Landesregierung viel Vertrauen im Land und letztlich die Macht kostete: Er spart jetzt auch bei den Schulen, die sein Kabinett in der ersten Amtszeit noch päppelte. Das könnte für ihn zur Zwickmühle werden: Will er 2006 Unions-Kanzlerkandidat werden, muss er als Empfehlung geordnete Finanzen auf Landesebene mitbringen. Bleibt er in Hessen und setzt den Sparkurs bei Lehrern und Schülern fort, muss er mit der Quittung enttäuschter Eltern und Pädagogen auf dem Wahlzettel bei der nächsten Landtagswahl rechnen. mehr

Trennung von Heidi Klum? Briatore weiß von nichts

Hamburg (rpo). Der italienische Millionär Flavio Briatore, Freund von Supermodel Heidi Klum, hat Gerüchten über eine Trennung des Paares widersprochen: "Ich weiß davon nichts, natürlich stimmt davon kein Wort!" "Ich bin bestürzt, wie sehr die Wahrheit verdreht wird", zitiert die Hamburger Zeitschrift "Gala" Briatore. Die Zeitschrift "Neue Revue" hatte vor Weihnachten berichtet, Briatore sei in Florenz Arm in Arm mit Fiona Swarovski - ihrer Familie gehört ein Schmuck- und Kristallkonzern - beobachtet und fotografiert worden. Das Paar habe sich umarmt und minutenlang geküsst. Briatore war nach einem Bericht des Kölner "Express" vor Weihnachten mit einem Privatjet von London nach Köln geflogen, um dort mit der Familie seiner schwangeren Freundin zu feiern. Er sagte dem Blatt: "Tutto a posto (alles in Ordnung)." Die schwangere 30-Jährige habe ihn mit einer innigen Umarmung begrüßt. Das Blatt zitierte Briatore außerdem mit den Worten: "Ich freue mich auf unser Baby." Auf Trennungsgerüchte angesprochen, habe Briatore gesagt: "Wenn an den Gerüchten wirklich etwas dran wäre, wäre ich jetzt doch nicht hier und würde mit der ganzen Familie zusammen Weihnachten feiern." mehr

Brillenverordnung kostet künftig angeblich 25 Euro

Gesundheitsreform: Stärkere Patienten-Abzocke als bekannt?

Hamburg (rpo). Laut eines Medienberichtes werden 2004 Patienten im Zuge der Gesundheitsreform heftiger belastet als bislang bekannt. So sollen ärztliche Verordnungen für jene Leistungen, die die Kassen nicht mehr übernehmen, vom Patienten bezahlt werden. Dies gilt beispielsweise für das Verordnen einer neuen Brille. Für Patienten werden die Belastungen durch die Gesundheitsreform nach einem «Stern"-Bericht» größer als bisher bekannt. Die Ärzte wollten künftig die Beratung zu Leistungen, die die Kassen nicht mehr erstatten dürften, privat in Rechnung stellen, berichtete das Hamburger Magazin am Donnerstag vorab aus seiner neuen Ausgabe. Dies gelte zum Beispiel für die Verordnung von Brillen oder die Verschreibung von Potenzpillen wie Viagra. Die Augenärzte argumentieren dem Bericht zufolge, wenn die Kassen keine Brillengläser mehr bezahlen dürften, seien auch die entsprechenden Vorarbeiten keine Kassenleistung mehr. Diese seien dann eine so genannte individuelle Gesundheitsleistung (IgEL), die privat abgerechnet werde. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, bestätigte dem Magazin den neuen Kurs: «Die Brillenbestimmung ist eine IGeL-Leistung.» Nach Angaben des Berufsverbandes der Augenärzte solle eine private Brillenverordnung ab sofort rund 25 Euro kosten. Gepräch beim Urologen bezahlen Ähnlich soll künftig bei der Beratung zu Arzneimitteln vorgegangen werden. Wer ein Potenzmittel wie Viagra wolle, müsse künftig nicht nur die Pillen privat bezahlen, sondern auch das Gespräch beim Urologen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung prüft laut «Stern», sogar die Beratung zu allen frei verkäuflichen Medikamenten kostenpflichtig zu machen, die ab sofort nicht mehr zu Lasten der Krankenkassen verordnet werden dürfen. Damit könnten künftig auch Beratungsgespräche zu Schmerz- oder Magenmitteln privat in Rechnung gestellt werden. mehr

Interne Uhr des Marslandegeräts zurückgesetzt

Mars-Mission: "Beagle 2" verweigert Antwort

London/Darmstadt (rpo). Das europäische Marslandegerät Beagle 2 bleibt stumm - auch im neuen Jahr. Ein achter Versuch der US-Sonde Mars Odyssey, ein Signal von Beagle 2 aufzufangen, schlug fehl. Nun wurde Beagles interne Uhr zurückversetzt. Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) ist dennoch optimistisch, den kleinen Roboter finden zu können: Ab dem 4. Januar befindet sich der Mars Express Orbiter, aus dem Beagle 2 am 19. Dezember ausgesetzt worden war, in einer Umlaufbahn relativ nahe um den Mars. Der Chef des ESA-Kontrollzentrums, Mike McKay, erklärte, am 7. Januar bestehe die erste Chance für Mars Express, mit Beagle 2 Kontakt aufzunehmen: "Wir haben dann einen sehr geringen Abstand von nur 315 Kilometern." Zudem werde die Raumsonde direkt über den Landeplatz des Roboters fliegen: "Wenn Beagle 2 seine Sonnenpaneelen ausgeklappt hat, dann finden wir ihn." Interene Uhr zurücksetzen Am Mittwoch schickte das Kontrollzentrum ein Signal an Beagle 2, das dessen interne Uhr zurücksetzen sollte. Die Wissenschaftler halten es für möglich, dass ein Defekt der Uhr das Gerät daran hindern könnte, auf die Kontaktversuche zu reagieren. Ob der 67 Kilogramm schwere Roboter das Signal erhalten beziehungsweise umgesetzt hat, konnte bisher nicht verifiziert werden. Beagle 2 sollte am 25. Dezember auf dem Mars landen. Aber er konnte bisher nicht geortet werden. So ist noch unklar, ob der Roboter bei der Landung zerstört wurde, ob er vielleicht in einen Krater stürzte und deshalb die Funksignale nicht empfangen kann oder was sonst mit ihm sein könnte. Die Wissenschaftler erhoffen sich neue Erkenntnisse, sobald die Muttersonde, der Mars Express Orbiter, systematisch nach dem Landegerät suchen kann. mehr

"Versuchung der Mutlosigkeit" widerstehen

Neujahrsmesse: Papst fordert neue Weltordnung

Vatikanstadt (rpo). Rund 6000 Gläubige lauschen der Neujahrsmesse des Papstes im Petersdom. Seine Forderung:  Die Schaffung einer neuen Weltordnung. Zudem forderte er eine Aussöhnung zwischen Israel und den Palästinensern. «Man spürt die Notwendigkeit einer neuen Weltordnung», die auf den «Erfahrungen und Resultaten der Vereinten Nationen» beruhen solle, sagte der Papst am Neujahrstag, der von der katholischen Kirche als Weltfriedenstag begangen wird. Das Kirchenoberhaupt warb eindringlich dafür, Krisen ohne Kriege zu beizulegen. «Der Frieden ist möglich, das ist eine Pflicht, der wir alle nachkommen müssen.» Angesichts zahlreicher ungelöster Konflikte müssten die Menschen Beharrlichkeit zeigen und der «Versuchung der Mutlosigkeit» widerstehen. Papst bezieht Stellung zu Nahost Der Papst ging insbesondere auf den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ein: «Wie jedes Jahr um diese Zeit wenden wir den Blick nach Bethlehem. Das Land, in dem Jesus geboren wurde, lebt leider immer noch unter dramatischen Bedingungen.» Johannes Paul rief zu Vergebung und Versöhnung auf: «Es gibt keinen Frieden ohne Vergebung.» Als Grundprinzipipien einer neuen Weltordnung nannte der 83-Jährige in seiner von ihm selbst in Gänze verlesenen Predigt «die Würde des Menschen, die ganzheitliche Entwicklung der Gesellschaft, die Solidarität zwischen reichen und armen Ländern sowie die Verteilung der Ressourcen und der außerordentlichen Resultate des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts». mehr

Großteil rechnet noch in Mark um

Deutsche bleiben der Mark treu

Hamburg (rpo). Mittlerweile tauschen die Deutschen seit zwei Jahren Waren gegen Euro. Doch auch zwei Jahre nach Einführung des Euro rechnen noch zwei Drittel aller Bundesbürger bei größeren Anschaffungen die Euro-Preise in Mark um. In einer am Donnerstag veröffentlichten Forsa-Umfrage für die Zeitschrift "Stern" gaben 67 Prozent der Befragten an, sie würden in diesem Fall "meistens" noch in Mark umrechnen, 23 Prozent erklärten, sie würden "selten" umrechnen. Nur zehn Prozent rechnen "gar nicht mehr" in Mark um. Die wirtschaftlichen Aussichten für das neue Jahr beurteilen die Bundesbürger skeptisch. 31 Prozent erklärten in der Umfrage, die wirtschaftlichen Verhältnisse würden sich 2004 verschlechtern, 42 Prozent meinten, sie würden unverändert bleiben. Nur gut ein Viertel (27 Prozent) der Deutschen erwartet eine Verbesserung der Wirtschaftslage. Keine durchgreifenden Veränderungen Auch bei der Entwicklung der eigenen finanziellen Situation erwarten die Bundesbürger keine durchgreifenden Veränderungen. Knapp die Hälfte (49 Prozent) gab an, ihre persönliche Situation werde unverändert bleiben, 29 Prozent befürchten sogar eine Verschlechterung. Dass sich ihre finanzielle Situation verbessert, glauben 22 Prozent der Deutschen. Das Forschungsinstitut Forsa befragte am 22. und 23. Dezember 1.009 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei drei Prozentpunkten. mehr

Ratspräsidentschaft im Zeichen der Verfassungsdebatte

Irland übernimmt EU-Vorsitz

Brüssel (rpo). Nach Italien übernimmt Irland hat zum neuen Jahr für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft. Nach dem jüngsten Scheitern des EU-Verfassungsgipfels dürfte die Verfassungsdebatte ganz oben auf der Agenda der Iren stehen. Auch die Wahl zum nächsten Europäischen Parlament im Juni wird in die irische Präsidentschaft fallen. Thema des Wahlkampfs soll eigentlich die dann erste Verfassung in der Geschichte der Europäischen Union werden. Außenminister Brian Cowen hatte vor Weihnachten in Brüssel darauf hingewiesen, dass alle Staats- und Regierungschefs auf dem erfolglosen Brüsseler Gipfel ihren Willen zur Einigung bekundet hätten. Insofern sei ein "schneller Fortschritt" möglich. Konkret wollte sich Cowen aber noch nicht dazu äußern, wie die irische Regierung die Verhandlungen fortsetzen will. Cowen kündigte lediglich Konsultationen an, die zu einer Bewertung führen werde, die wiederum den Staats- und Regierungschefs auf dem Frühjahrsgipfel im März berichtet werde. Neutralität in zentralen Fragen Ob die Verhandlungen dann schon fortgesetzt werden, ließ Cowen offen. Er wies allerdings darauf hin, dass seine Regierung in den zentralen Fragen der Verfassung wie etwa der vom Konvent geforderten doppelten Mehrheit bei der Stimmengewichtung der Mitgliedstaaten neutral sei. Polen und Spanien hatten sich auf dem Brüsseler Gipfel in diesem Punkt hart gezeigt. Sie wollen bei der Stimmengewichtung der Mitgliedstaaten am Vertrag von Nizza festhalten, der sie gemessen an ihrer Bevölkerungsstärke bevorteilt. Ziel der Verfassung, die frühestens 2006 in Kraft treten kann, ist es, die EU fit für die Aufnahme der zehn neuen Länder zu machen. Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta und Zypern werden der EU am 1. Mai 2004 beitreten. Damit wird die Teilung Europas in Folge des Zweiten Weltkriegs endgültig überwunden sein. Die irische Präsidentschaft will dieses Ereignis angemessen mit einem "Tag des Willkommens" feiern. Dazu sollen sich die Staats- und Regierungschefs der dann 25 Mitgliedstaaten in Dublin einfinden. mehr

Unklare Hintergründe

Augsburg: Doppelselbstmord zweier Polizisten

Augsburg (rpo). Am Neujahrsmorgen sind zwei Polizisten im schwäbischen Merching erschossen aufgefunden worden. Die Frau und der Mann haben sich allem Anschein nach selbst erschossen. Unmittelbar nach dem Jahreswechsel haben zwei junge bayerische Polizeibeamte zusammen Selbstmord begangen. Die 22-jährige Bereitschaftspolizistin und ihr 20-jähriger Kollege erschossen sich nach einer Silvesterparty im schwäbischen Merching mit der Dienstwaffe der Frau. Als Motiv vermuten die Ermittler der Augsburger Kriminalpolizei Beziehungsprobleme zwischen den beiden eng befreundeten Beamten. Die Leichen wiesen Kopfschüsse auf. Eine Obduktion ergab keine Anhaltspunkte für ein Verbrechen. Auch am Tatort wurden keinerlei Spuren gefunden, die auf einen Kampf hindeuten würden. Die Polizeibeamtin war kurz vor dem Selbstmord mit ihrem Privatauto zur ihrer Dienststelle gefahren und hatte dort offenbar ihre Dienstpistole geholt. In welcher Reihenfolge die beiden Suizide geschahen, wird derzeit noch ermittelt. Gerade erst ausbildung abgeschlossen Die beiden ledigen Polizeibeamten hatten gerade erst ihre Ausbildung bei der Bereitschaftspolizei abgeschlossen. Sie stammten aus Nordschwaben und Oberbayern. Die Leichen lagen in der Nähe des Autos der Frau. Ein sofort verständigter Notarzt konnte gegen 1.50 Uhr nur noch den Tod feststellen. mehr

Umfrage

Asiatischer Automarkt gewinnt an Bedeutung

Frankfurt/Main (rpo). Der asiatische Automarkt gerät immer mehr ins Zentrum internationaler Automobilhersteller. Überdies setzen die Autobauer nach krisenreichen Jahren auf eine Phase der Erholung. Immer mehr internationale Automobilhersteller und -zulieferer setzen ihre Hoffnungen auf den asiatischen Markt. Laut der Umfrage sind inzwischen 90 Prozent der Top-Manager (Vorjahr: 66 Prozent) davon überzeugt, dass in den kommenden fünf Jahren vor allem in Asien die Nachfrage nach Autos steigt. Über die Hälfte der Befragten meint, mit 2003 das schlimmste Geschäftsjahr im Zeitraum 2000 bis 2005 hinter sich zu haben. Alles deute auf eine jetzt einsetzende Phase der Erholung hin, erklärte KPMG. Allerdings gehe die Mehrheit der Automanager (57 Prozent) davon aus, frühestens ab 2006 wieder Rekordwerte erwirtschaften und damit zur vollen Profitabilität zurückkehren zu können. Deutsche Autobauer blicken zuversichtlich auf US-Markt Die deutschen Autobauer blicken zuversichtlich auf den amerikanischen Markt im gerade begonnenen Jahr 2004. Kurz vor Beginn der Internationalen Automobilausstellung von Nordamerika (NAIAS) in Detroit erklärte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Neujahrstag in Frankfurt am Main, die deutschen Hersteller wollten 2004 auf ihrem im Vorjahr gewonnenen Marktanteil aufbauen. Die Zahl der Neuzulassungen auf dem US-Markt wird im neuen Jahr nach Einschätzung von VDA-Präsident Bernd Gottschalk auf rund 17 Millionen (nach 16,6 Millionen im Vorjahr) anwachsen. "Wir hoffen, dass dieses Wachstum, das auch durch den Aufschwung der US-Wirtschaft getragen wird, mit einer Beruhigung an der 'Rabattfront' einhergeht", sagte er. Die deutschen Premium-Hersteller präsentierten in Detroit eine Vielzahl neuer Modelle. Mit einem Marktanteil von 13 Prozent erreichten die deutschen Autobauer im November 2003 den Angaben zufolge einen neuen Höchststand. In der Pkw-Oberklasse bauten sie ihren Marktanteil auf inzwischen mehr als 36 Prozent aus. Gut ein Drittel erwartet Zulegen der europäischen Automarken Auf dem hart umkämpften internationalen Automarkt werden nach Einschätzung von Managern der Branche gleichwohl die Asiaten ihren weltweiten Marktanteil in den kommenden fünf Jahren ausbauen. Laut einer am Donnerstag veröffentlichen Umfrage der Unternehmensberatung KPMG gehen 80 Prozent von mehr als 100 Managern der Automobilhersteller und -zulieferer davon aus. Über die Hälfte der Branchenentscheider in aller Welt meint, dass der Marktanteil der US-Hersteller bis 2008 abnehmen wird. Für die europäischen Automarken erwarten 38 Prozent der befragten Top-Manager einen wachsenden Marktanteil, rund die Hälfte (49 Prozent) geht davon aus, dass dieser sich nicht verändert. Offenbar seien die Zeiten vorbei, in denen die europäischen Hersteller von der Marktschwäche der Amerikaner profitieren konnten. Jetzt seien die asiatischen Marken eindeutig auf der Überholspur, erklärte KPMG. Sie seien in der Lage, schnell das richtige Produkt auf den Markt zu bringen und hätten frühzeitig Produktionsmethoden entwickelt, die es ihnen ermöglichten, sich rechtzeitig auf veränderte Kundenwünsche einzustellen. mehr

Arbeitsmarkt-Reformen ohen Auswirkungen auf Beschäftigte

DIHK: Hartz-Gesetze "kein großer Wurf"

Berlin (rpo). Offenbar verfehlen die bisherigen Arbeitsmarkt-Reformen ihre erwartet positiven Auswirkungen auf die Beschäftigung. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit der Auswertung einer Umfrage bei über 20 000 Unternehmen. Die bislang umgesetzten so genannten Hartz-Gesetze seien beschäftigungspolitisch «kein großer Wurf», urteilt die Organisation. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben an, dass sie auch im neuen Jahr kein einziges von den neu eingeführten Hartz-Instrumenten zur Einstellung von Personal nutzen wollen, berichtet der DIHK. Viele Ansätze des Hartz-Konzepts spielten damit im betrieblichen Alltag überhaupt keine Rolle. Lediglich neun Prozent der Betriebe wollten 2004 die Dienste von Personal-Service-Agenturen in Anspruch nehmen. Das Programm «Kapital für Arbeit» erweise sich nach der Einschätzung der Wirtschaft als Flop, heißt es in der Auswertung weiter. Nur sechs Prozent der Unternehmen seien bereit, diese Förderleistung der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu nutzen. mehr

Mann in Lehre von Feuerwerkskörper tödlich verletzt

Deutschland: Tote und Verletzte bei Silvesterfeiern

Frankfurt/Main (rpo). Nicht nur feucht-fröhlich gingen die Menschen ins neue Jahr 2004. Tote, Verletzte und zum Teil erhebliche Sachschäden durch Brände haben Polizei und Feuerwehr in der Silvesternacht in ganz Deutschland vieltausendfach in Atem gehalten. Allein in Berlin registrierte die Polizei 1.915 Einsätze; in Köln waren es 785. In Schleswig-Holstein und Hamburg wurden Polizei und Feuerwehr rund 2.000 Mal gerufen. Dennoch sprachen die Behörden am Neujahrstag vielerorts von einem insgesamt vergleichsweise friedlichen Jahreswechsel. Im niedersächsischen Lehre starb ein 48-jähriger Mann beim Hantieren mit einem genehmigungspflichtigen Feuerwerkskörper. Bei Wohnungsbränden in Ulm, Magdeburg und Hamburg starben drei Menschen. In Hamburg und im bayerischen Landkreis Deggendorf wurden zwei Männer jeweils von einem Auto überfahren. In Spay bei Koblenz wurde eine 17-jährige junge Frau getötet, als sie im Bereich des Bahnhofs die Gleise überquerte und von einem Zug erfasst wurde. Bei einer Streitigkeit vor einer Disco im niederbayerischen Dingolfing wurde ein 19-Jähriger von einem 20-Jährigen erstochen. Massenschlägerei mit 150 Personen Im oberfränkischen Hof lieferten sich rund 150 Menschen eine Massenschlägerei mit mehreren Verletzten. In Geesthacht bei Hamburg löste die Polizei eine Silvesterparty von rund 2.000 Gästen einer Großdiscothek auf, nachdem es mehrfach zu Schlägereien gekommen war. In einer Disco in Nienburg in der Region Hannover brauchten 59 Polizeibeamte zwei Stunden, um eine Massenschlägerei zu beenden. In Mönchengladbach verlor ein junger Mann alle Zähne, als ihm aus einer Gruppe heraus eine Flasche ins Gesicht geschlagen wurde. Wegen explodierender Knaller und Raketen wurden zahlreiche Menschen verletzt: Allein in Hamburg wurden einem 54-jährigen Mann und zwei 14 und 17 Jahre alten Jugendlichen Finger abgerissen. In Nürnberg wurde eine junge Frau so schwer am Auge verletzt, dass sie zu erblinden drohte. Großbrand legte Zugverkehr lahm Wegen des Großbrands einer Kunststofffabrik in Siegburg war der Bahnverkehr zwischen Frankfurt und Köln in der Nacht stark behindert. Vier Züge fielen komplett, 19 teilweise aus. 13 Züge hatten insgesamt 474 Minuten Verspätung. Eine verirrte Silvesterrakete löste auf Fehmarn ein Großfeuer in einem Geschäftshaus und einem Hotel aus. Verletzt wurde niemand. Ebenfalls wegen einer Rakete brannte der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Würzburg. 18 Bewohner mussten in einem Bus warten, bis das Feuer gelöscht war. In Köthen in Sachsen-Anhalt setzten Jugendliche einen Edeka-Markt mit Silvesterböllern in Brand. Problem Alkohol plus Feuerwerkskörper Auch in vielen anderen Orten standen Dachstühle oder Balkone, aber auch Müllcontainer, Pkw oder Gartenhütten wegen Feuerwerkskörpern in Flammen. Viele Menschen erlitten zumeist leichte Rauchverletzungen. Ein Polizeisprecher in Mülheim an der Ruhr sagte: "Das Problem ist das Aufeinandertreffen von Alkohol und Feuerwerkskörpern in der falschen Reihenfolge. Erst trinken und dann zündeln - umgekehrt wäre besser gewesen." Allein in Thüringen gab es 128 Vorfälle mit Feuerwerkskörpern mit zehn Verletzten. In Hamburg wurde die Arbeit der Einsatzkräfte in der zweiten Nachthälfte durch dichten Nebel stark behindert. Laut Feuerwehr war der Nebel stellenweise so dicht, dass ein Feuerwehrmann vor dem Löschfahrzeug hergehen musste. mehr

79. Silvesterlauf in Sao Paulo

Legendärer Silvesterlauf in Rio

Sao Paulo (rpo). Der Brasilianer Marilson Gomes dos Santos hat den legendären "Sao Silvestre" in Sao Paulo gewonnen. Bemerkenswert dabei, dass damit die Siegesserie der sonst so unbezwingbaren Afrikaner endete. Der 10.000-m-Zweite der panamerikanischen Spiele verwies über 15 Kilometer bei 32 Grad im Schatten in 43:48 Minuten seinen Landsmann Romulo Wagner (43:57) sowie die favorisierte Konkurrenz aus Kenia auf die Plätze. "Ich wollte unbedingt gewinnen", sagte der traditionell mit dem Siegeslorbeer bekränzte dos Santos mit stolzgeschwellter Brust: "Keiner hätte mich schlagen können." New-York-Marathongewinner Martin Lel (43:58) und Vorjahressieger Robert Cheruiyot (44:17) belegten bei der 79. Auflage des ältesten Silvesterlaufs der Welt die Ränge drei und vier. Neunmal in den vergangenen zwölf Jahren hatten Afrikaner gewonnen, letztmals 1997 ein Brasilianer. Bei den Frauen feierte die Kenianerin Margaret Okayo einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. In 51:23 Minuten lag die New-York-Marathonsiegerin mit 1:12 Minuten Vorsprung vor Deborah Mengich (ebenfalls Kenia) und der Brasilianerin Marcia Narloch (52: 49). Rund 15.000 Sportler aus aller Welt wurden bei dem 1925 erstmals ausgetragenen Straßenlauf-Klassiker von vielen Tausend Zuschauern entlang der Prachtboulevards in Südamerikas größter Stadt frenetisch angefeuert. Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten findet der Lauf jedoch am Nachmittag statt. mehr

Formel-1 Weltmeister feiert Samstag den 35. Geburtstag

Schumi "motiviert wie nie"

Neuss/Trysil (rpo). Nach dem historischen Triumph rieten viele Michael Schumacher dazu, auf dem Gipfel der Karriere abzutreten. Der Kerpener hat nun im Winterurlaub in Norwegen neue Kraft getankt und brennt darauf, alle Skeptikern trotz seiner bald 35 Lenze zu widerlegen. Er tankt im hohen Norden Kraft für die neue Saison und fühlt sich auch mit 35 noch nicht zu alt für Rekorde. Am 3. Januar feiert der sechsmalige Formel-1Weltmeister Michael Schumacher Geburtstag, ehe er ab Mitte Januar zu Testfahrten in sein rotes Dienstfahrzeug zurückkehrt - motiviert wie nie und besser denn je. Davor liegt für Schumacher die schon traditionelle Verschnaufpause im norwegischen Trysil. Seit Jahren feiert er dort in einer Skihütte mit Ehefrau Corinna, Tochter Gina Maria und Söhnchen Mick Weihnachten, Silvester und den eigenen Ehrentag. "Zu seinem Geburtstag kommen immer wieder Gäste. Jean Todt war in den vergangenen Jahren mal da, sein Bruder Ralf, der Vater oder Jos Verstappen, sein bester Freund im Fahrerfeld", erzählt Schumachers Pressesprecherin Sabine Kehm. So sind Geburtstagsfeiern auf der Rennstrecke selbst im Hause Schumacher selten. "Wenn es früher Anfang Januar mal ein Kartrennen gab, dann ist Michael wohl an seinem Geburtstag auf der Rennstrecke gewesen, sonst aber nicht", sagt Sabine Kehm. Wenn alles klappt, geht der Champion diesmal schon zu Saisonbeginn am 7. März in Melbourne mit einem neuen Arbeitsgerät auf die Piste. "Das steht für uns fest", versicherte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo in einem Interview mit dem kicker. Dort kündigte auch Ferrari-Technikchef Ross Brawn an: "Michael ist noch mehr motiviert als je zuvor - 2004 werden wir den besten Schumi aller Zeiten erleben." Auch zwölf Jahre nach seinem ersten Grand-Prix-Sieg am 30. August 1992 in Spa hat Michael Schumacher also noch viel vor, obwohl oder vielleicht gerade weil er inzwischen der zweitälteste Fahrer im Feld hinter dem 37 Jahre alten Toyota-Piloten Olivier Panis ist. Zu alt fühlt sich der "Rote Riese" aber nicht, schließlich fehlen ihm nur noch drei Bestmarken, dann hält Schumacher so ziemlich alle denkbaren Formel-1-Rekorde. Neue Höchstmarken im Visier Nur der Italiener Alberto Ascari hatte von 1952 bis 1953 mit neun Siegen in Serie einen besseren Lauf als Schumacher (sechs Siege in Folge) und nur Ayrton Senna liegt mit 65 Pole Positionen noch vor dem Kerpener (55). Ganz automatisch nähert sich der Deutsche auch dem Italiener Riccardo Patrese, der mit 256 Starts die meisten Grand-Prix-Rennen bestritten hat. Schumacher liegt derzeit bei 194 Einsätzen und fühlt sich nach Angaben seiner Pressesprecherin "jünger als er offiziell ist". Auch deshalb dementiert der Champion wohl immer wieder die Gerüchte um das Karriereende. Bis Ende 2006 steht er noch bei Ferrari unter Vertrag, und den will "Europas Sportler des Jahres" in jedem Fall erfüllen. mehr

Goalie Olaf Kölzig muss pausieren

NHL: Sturm weiter auf Playoff-Kurs

Buffalo (rpo). In der nordamerikanischen Profiliga haben die deutschen Spieler mit ihren Clubs mal wieder Erfolge feiern können. Während Marco Sturm mit den San Jose Sharks trotz eines nur knappen Siegs weiter auf Playoff-Kurs bleibt, glänzte Jochen Hecht bei den Sabres mit zwei Vorlagen. Bei den Columbus Blue Jackets gewannen die Sharks zwar nur 1:0, schraubten ihr Konto aber auf 44 Zähler und sind damit weiter Spitzenreiter in der Pacific Division. Den Treffer des Tages für San Jose, bei denen Christian Ehrhoff nur auf der Bank saß, erzielte knapp fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit Alyn McCauley. Gleich acht Tore sahen die 16.310 Zuschauer in Buffalo beim 7: 1-Erfolg der Sabres mit dem deutschen Nationalstürmer Jochen Hecht über die Washington Capitals. Der frühere Mannheimer gab beim 15. Saisonsieg seines Klubs zwei Vorlagen, musste aber auf das deutsche Duell mit Torhüter Olaf Kölzig verzichten. Der blieb bei den Capitals außen vor und wurde durch Maxime Ouellet ersetzt, der in seinem fünften NHL-Spiel lediglich 35 von 42 Schüssen hielt. Damit warten die "Caps" weiterhin auf den 1000. Sieg ihrer Vereinsgeschichte und können die Playoffs mit 26 Zählern wohl ebenso abschreiben wie die Sabres (34). mehr

Verschüttete lebend geborgen

Iran-Erbeben: Das Wunder von Bam

Bam (rpo). Die Hoffnung, noch Überlebenden aus den Trümmern zu bergen, schwinden mit jedem weiteren Tag nach dem Erdebene in Iran. Und dennoch: Zum Jahreswechsel bargen Helfer noch zwei Lebende. Trotz stetig schwindender Hoffnung auf Überlebende haben Helfer zum Jahreswechsel noch einmal zwei Menschen aus den Trümmern von Bam gerettet. Am Donnerstag barg ein Rettungsteam nach Berichten des iranischen Fernsehens einen 27-Jährigen mit nur mittelschweren Verletzungen in der vom Erdbeben zerstörten Stadt, am Vortag wurde eine 80 Jahre alte, blinde und taube Frau gerettet. Die USA lockerten derweil ihre restriktiven Ausfuhrbestimmungen für Iran, um die Hilfe für die Erdbebenopfer zu unterstützen. Nach der weitgehenden Einstellung der Suche nach Überlebenden am Dienstag konzentrieren die Helfer nun ihre Bemühungen zunehmend auf den Kampf gegen drohende Seuchen. Auch die Behandlung der Verletzten und die Versorgung der Obdachlosen nahm weiter oberste Priorität ein. Über die Zahl der Toten und Verschütteten gab es auch zum Jahreswechsel keine Klarheit. Bis Dienstagabend wurden etwa 28.000 Leichen geborgen, insgesamt rechnet die iranische Regierung mit mehr als 30.000 Todesopfern. Registrierung der Überlebenden Die Behörden begannen mit der Registrierung der Überlebenden und der Ausgabe von Essensmarken. Helfern gelang es bis Donnerstag, die Stromversorgung entlang einiger Straßen Bams wieder herzustellen. UN-Mitarbeiter Ted Pearn berichtete von der geplanten Errichtung dreier großer Lager mit beheizbaren Zelten für die schätzungsweise 40.000 Obdachlosen. Bislang harren die meisten noch immer bei eisigen Temperaturen in kleinen Zelten aus. Die Behörden teilten die Stadt Bam in zehn Zonen auf, die von Gesundheitsbeamten überwacht wurden, um Krankheiten infolge von verschmutztem Trinkwasser oder extremer Kälte vorzubeugen. Eine der obersten Prioritäten sei es, den Ausbruch von Typhus und Cholera zu verhindern, erklärte der Sprecher des amerikanischen Hilfstrupps, Marty Bahamonde. Das US-Team aus 60 Ärzten und 20 Helfern, das am Dienstag in Bam eingetroffen war, errichtete eine Zeltklinik zur Behandlung der Verletzten, deren Zahl mit mindestens 15.000 angegeben wurde. Teamleiter Bill Garvelink von der US-Behörde für Internationale Entwicklung beriet mit iranischen Regierungsvertretern über weitere Maßnahmen. Es waren vermutlich die ersten offiziellen Kontakte zwischen amerikanischen und iranischen Beamten seit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen 1979. Hilfslieferungen aus aller Welt Zu Beginn des neuen Jahres lockerten die USA ihre Sanktionen gegen Iran. Firmen und Einzelpersonen erhalten Blankovollmachten für die Überweisung von Geld. Innerhalb eines Zeitraums von 90 Tagen können Amerikaner für Organisationen spenden, die zur Katastrophenhilfe und zum Wiederaufbau beitragen. Erlaubt ist auch der Export von Verkehrsmitteln, Satellitentelefonen, Rundfunkanlagen und Computern. Bislang war es wegen der 1979 verhängten Sanktionen illegal, Geld nach Iran zu überweisen. Aus aller Welt trafen weitere Hilfslieferungen im Erdbebengebiet ein. Eine Maschine der australischen Luftwaffe brachte Wolldecken, Tabletten zur Wasseraufbereitung, Heizkörper und andere Versorgungsgüter nach Kerman, von wo aus das Rote Kreuz und der Rote Halbmond für die weitere Verteilung sorgen sollten. China stellte weitere zehn Millionen Yuan (960.000 Euro) für die Erdbebenopfer bereit. mehr

Hamburger Bundeswehrklinik weiter unter Polizeischutz

Terroralaram: Nockemann attackiert Schily

Hamburg (rpo). Nach der spektakulären Terrorwarnung in Hamburg gerät die politische Auseinandersetzung über die Angemessenheit der Maßnahme zum Wahlkampfspektakel. Hamburgs Innensenator Dirk Nockemann von der Partei Rechtsstaatlicher Offensive sprach Innenminister Otto Schily (SPD) nun indirekt die Eignung zum Innenminister ab. Die Vorwürfe des Ministers seien "nicht nur überzogen, sondern ungeheuerlich", sagte der Politiker der Partei Rechtsstaatliche Offensive dem "Hamburger Abendblatt" (Freitagausgabe). "Wenn Schily diese Maßnahmen ernsthaft kritisiert, dann frage ich mich, ob er der richtige Verantwortliche für die Sicherheit in Deutschland ist." "Kritik indiskutabel" Die Kritik von weiteren SPD- und Grünen-Politikern nannte Nockemann indiskutabel: "Damit werde ich mich nicht auseinander setzen." Der Vorschlag, das Bundeswehrkrankenhaus im Stadtteil Wandsbek mit massiver Polizeipräsenz zu schützen, sei an ihn aus der Hamburger Polizeiführung heran getragen worden: "Ich stehe zu dieser Entscheidung." Details habe er nennen müssen, "auch um zu zeigen, wie konkret die Hinweis waren, die wir hatten, um den Vorwurf zu entkräften, unsere Reaktion wäre blinder Aktionismus." Nockemann forderte im Gegenzug Gesetzesverschärfungen in Hamburg, damit die Polizei präventiv Telefone abhören und verdachtsunabhängige Kontrollen etwa im Umfeld von Moscheen vornehmen dürfe. Die Terrorwarnung war am Dienstag um 14.30 Uhr bei den Behörden eingegangen. Über das Bundeskriminalamt war der Tipp gekommen, die Islamisten-Gruppe Ansar el Islam habe ein Selbstmordattentat mit einem Auto geplant. Zwei Attentäter seien schon seit Anfang Dezember in Hamburg, geplante Tatzeit sei Anfang Januar, berichtete der Innensenator. Nach Zeitungsinformationen handelt es sich um Männer mit türkischen oder syrischen Pässen. Nockemann wollte das weder bestätigen noch dementieren. Grüne kritisieren Vorgehen Nockemanns Während die Anwohner an den Sperren am Abend frierend warten mussten, gab es für Nockemann plötzlich Gegenwind aus Berlin: Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) warf dem Politiker der Partei Rechtsstaatlicher Offensive vor, dass die Hinweise vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangt seien. Dadurch würde die Aufklärung erschwert, sagte Schily. Nockemann erklärte dagegen, die Absperrung beruhe auf Informationen, die vom Bundeskriminalamt übermittelt worden seien. Diese Behörde unterstehe aber wiederum Schily. Art und Umfang der Absperrungen seien völlig gerechtfertigt. Die Grünen haben das Vorgehen des Hamburger Innensenators Dirk Nockemann (Partei Rechtsstaatliche Offensive) im Zusammenhang mit angeblichen Anschlagsplänen auf das Bundeswehrkrankenhaus der Hansestadt kritisiert. Es stelle sich die Frage, ob die Schutzmaßnahmen aufgrund der Hinweise nicht diskreter hätten getroffen werden können, erklärte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, am Donnerstag in Berlin. Die Grünen forderten den Hamburger Senat auf, die Frage zu klären, ob Nockemann durch sein Vorgehen den Aufklärungsmaßnahmen gegen islamistische Terrornetzwerke geschadet habe. "Ernster und konkreter als alle früheren Hinweise" Der Terrorismusexperte Rolf Tophoven wies die Kritik Schilys ebenfalls zurück. Es könne nicht angehen, dass die Sicherheitsbehörden bei der Abwehr möglicher Anschläge nicht mit einer Zunge sprächen. Die Hinweise auf eine Selbstmordattacke seien offensichtlich sehr ernst und konkret gewesen - "ernster und konkreter als alle früheren Hinweise". Für den 45 Jahre alten Juristen Nockemann ist der Terroralarm die erste Bewährungsprobe, seit er am 3. September Hamburger Innensenator wurde. Er beerbte Ronald Schill, der von Bürgermeister Ole von Beust (CDU) nach einem Erpressungsversuch aus dem Amt geworfen worden war. Nockemann, der in der Innenbehörde zunächst Büroleiter Schills war, gehörte in der Partei Rechtsstaatlicher Offensive zu den engsten Wegbegleitern des Parteigründers. Je unberechenbarer Schill aber wurde, desto stärker entfernte sich Nockemann von ihm. War Warnung nur ein Versehen? Der 45-Jährige gilt als stockkonservativ. Gegen Flüchtlinge, deren Aufenthaltsberechtigung abgelaufen ist, fährt er einen harten Abschiebe-Kurs. Es ist unwahrscheinlich, dass er nach der vorgezogenen Bürgerschaftswahl am 29. Februar im Amt bleibt. Einige Hamburger Journalisten äußerten den Verdacht, die große Absperraktion habe mit dem kommenden Wahlkampf zu tun. Allerdings wurden keine Belege dafür bekannt. Nockemann wies den Verdacht empört zurück. Möglicherweise war die Warnung aber auch nur ein Versehen der US-Behörden: Im Hamburger Bundeswehrkrankenhaus wurden noch nie US-Soldaten behandelt, erklärte das US-Militär. Dagegen gibt es in der Stadt Homburg/Saar eine Klinik, in der gelegentlich US-Soldaten liegen. Homburg/Saar ist nicht weit vom großen US-Militärkrankenhaus in Landstuhl entfernt, wo verletzte US-Soldaten aus dem Irak behandelt werden. Entspannte Lage um das Krankenhaus An den Polizeisperren weit vor der Klinik reichte den Beamten schon am Mittwoch ein Blick in den Personalausweis, Autos wurden durchgewunken. Manche Fußgänger hoben sogar eigenmächtig das rot-weiße Flatterband an und passierten die Sperren. Nur direkt an der Einfahrt zum Krankenhaus wurde weiter streng durchsucht. "Wir halten die Sicherungsmaßnahmen aufrecht für die nächsten zwei bis drei Tage. Natürlich sind damit Belästigungen für die Patienten und die Anwohner verbunden, aber hier geht es um die Sicherheit", sagte am Mittwoch Innensenator Dirk Nockemann dazu. Am Abend zuvor hatte es noch ganz anders ausgesehen: "Hier kommt keiner rein und keiner raus", sagte ein schwerbewaffneter Polizist. Wer in eine der Straßen rund um das Krankenhaus in Hamburg-Wandsbek wollte, wurde freundlich, aber bestimmt zurückgewiesen. "Das ist ja hier wie militärisches Sperrgebiet, wo leben wir eigentlich", ereiferte sich ein Anwohner, doch es half nichts. Hunderte Polizeibeamte hatten das Krankenhaus mitten im dicht besiedelten Stadtteil abgeriegelt. Wer wissen wollte warum, erhielt nur ein Wort als Antwort: "Bombendrohung". mehr

"Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe"

Schanzen-Streit: Schmitt bekräftigt Kritik

Garmisch-Partenkirchen (rpo). Das Neujahrspringen in Garmisch-Partenkirchen ist das wohl berühmteste Springen der Welt. Mit seiner deutlichen Kritik an der Schanze hat der viermalige Weltmeister Martin Schmitt heftige Reaktionen auf sich gezogen. Und dennoch, er bleibt dabei. Schmitt will sich im Streit um die Uralt-Schanze in Garmisch-Partenkirchen nicht für seine Abriss-Forderung entschuldigen. "Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe, schließlich habe ich diese Meinung schon seit Jahren. Die Organisatoren geben sich alle Mühe, aber große Springen sollten auf großen Schanzen stattfinden. Diese hier ist veraltet", sagte der viermalige Weltmeister am Rande des Neujahrsspringens dem sid. Die Organisatoren des wohl berühmtesten Skispringens der Welt hatten zuvor eine Entschuldigung von Schmitt gefordert. Gleichzeitig bestätigte OK-Präsident Toni Guggemoos, dass es bereits Pläne für einen Abriss des aus dem Jahr 1950 stammenden Anlaufturms und einen Neubau einer Schanze gebe. Das Konzept könnte in drei bis fünf Jahren umgesetzt werden und würde etwa fünf Millionen Euro kosten. Skisprungchef Walter Hofer bestätigte, dass auch die derzeitige Anlage zu 100 Prozent den Richtlininen des Internationalen Skiverbandes (FIS) entspreche. "Schmitt hat Frust, weil es bei ihm nicht läuft" Rückendeckung bekommt der deutsche Teamkapitän von seinem Bundestrainer Wolfgang Steiert ("Ich kann Martin nur voll zustimmen") und dem ehemaligen Tourneesieger Dieter Thoma: "Die haben einen Anlaufturm aus dem 2. Weltkrieg oder kurz danach. Man sollte sich wirklich überlegen, wie man die Lage für alle verbessert." Hansjörg Rieß kann die herbe Kritik als Pressesprecher des Organisationskomitees nicht nachvollziehen und schießt zurück. "Schmitt hat Frust, weil es bei ihm nicht läuft. Aber er sollte seinen Frust nicht an anderen auslassen", sagte Rieß dem Münchner Merkur. Letzte Schanze, die umbebautwerden muss Die Schanze im Ortsteil Partenkirchen ist die letzte der vier Tourneeschanzen, die noch nicht umgebaut wurde. In Oberstdorf wurde am vergangenen Samstag die für 16,6 Millionen Euro umgebaute Allgäu-Arena eingeweiht. Auch der Bakken für das Abschlusspringen in Bischofshofen (6. Januar) wurde in diesem Sommer für 3,5 Millionen Euro umgebaut. Die Schanze für das Innsbrucker Springen (4. Januar) wurde ebenfalls abgerissen und komplett neu konzipiert. mehr

Überblick zu den Änderungen

Teure Gesundheit: Die Neuregelungen 2004

Berlin (rpo). Im Zuge der Gesundheitsreform kommen seit dem 1. Januar 2004 auf die gesetzlich Versichertenhöhere Zuzahlungen zu. Nachfolgend ein Überblick zu den Änderungen: Was die Krankenkasse alles nicht mehr zahlt: Sterbe- und Entbindungsgeld werden ab 2004 nicht mehr, Sterilisationen nur noch bei medizinischer Notwendigkeit bezahlt. Bei künstlichen Befruchtungen beteiligt sich die Kassen nur noch zu 50 Prozent an den ersten drei Versuchen. Auch Fahrten zur ambulanten Behandlung übernimmt die Kasse nur noch bei ganz zwingenden medizinischen Gründen. Einen Zuschuss zu Sehhilfen und Brillen gibt es nur noch für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und für schwer sehbeeinträchtigte Patienten. Nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel werden ebenfalls nicht mehr erstattet - so etwa Grippemittel, Appetithemmer oder Potenzmittel. Die Regelung gilt allerdings nicht für Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen. Ebenso werden schwer erkrankten Menschen rezeptfreie Arzneimittel erstattet, wenn die Medikamente unverzichtbare Standardwirkstoffe für die Behandlung enthalten. Zuzahlungen zu Arzneimitteln: Künftig müssen bei verschreibungspflichtigen Medikamenten zehn Prozent des Verkaufspreises bezahlt werden - maximal jedoch zehn Euro und mindestens fünf Euro, auch wenn das Medikament billiger ist. Ein Beispiel: An einer Arznei für 75 Euro muss sich der Versicherte mit 7,50 Euro beteiligen. Kostet das Medikament 200 Euro, beträgt die Zuzahlung zehn Euro. Bisher betragen die Zuzahlungen für eine kleine Packung vier Euro, für eine mittlere 4,50 und für eine große fünf Euro. Wann die Praxisgebühr bezahlt werden muss: Die Praxisgebühr in Höhe von zehn Euro wird von alle Versicherten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, beim ersten Arztbesuch im Quartal bezahlt. Das kann ein Hausarzt, ein Facharzt oder ein Psychotherapeut sein. Geht der Versicherte im Laufe des Quartals ohne Überweisung zu weiteren Medizinern, muss die Gebühr nochmals bezahlt werden. Kommt er jedoch beim selben Arzt wieder zur Behandlung oder lässt er sich zu einem anderen Arzt überweisen, fallen die zehn Euro nicht erneut an. Beim Zahnarzt wird pro Quartal eine separate Praxisgebühr für Behandlungen fällig. Die zehn Euro werden unabhängig von der ärztlichen Leistung fällig. Das ist bereits der Fall, wenn sich der einzelne nur ein Rezept in der Praxis ausstellen oder Blut abnehmen lässt. Auch wer in Notfällen zum Arzt geht oder ärztlichen Rat telefonisch in Anspruch nimmt, zahlt die Praxisgebühr. Welche Untersuchungen zuzahlungsfrei bleiben: Untersuchungen zur Vorsorge und Früherkennung, wie etwa die Brustkrebs-Früherkennung und Schutzimpfungen bleiben zuzahlungsfrei. Das gilt auch für die jährliche Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt im Rahmen der Bonusregelung. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Schwangere zahlen keine Praxisgebühr. Was im Krankenhaus dazu bezahlt werden muss: Die Zuzahlungen betragen bei einem Klinikaufenthalt künftig pro Tag zehn Euro und damit einen Euro mehr als bisher - allerdings begrenzt auf maximal 28 Krankenhaustage, sprich 280 Euro. Zuzahlungen zu anderen Behandlungen und Therapien: Für Massagen oder Krankengymnastik zahlen die Patienten zehn Prozent und zehn Euro je Verordnung dazu. Beispiel: Bei einem Rezept über sechs Massagen müssen zehn Euro für die Verordnung entrichtet und zusätzlich zehn Prozent der Kosten pro Massage. Diese Regel gilt auch für die häusliche Krankenpflege, ist dort aber auf 28 Tage pro Kalenderjahr begrenzt. Für die Inanspruchnahme einer Haushaltshilfe gilt ebenfalls: zehn Prozent der Kosten pro Kalendertag zahlt der Betroffene selbst - jedoch höchstens zehn Euro und mindestens fünf Euro. Wie der einzelne sich vor finanzieller Überforderung schützen kann: Wenn die Zuzahlungen eine Belastungsobergrenze von zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen überschreiten, werden alle weiteren Kosten vollständig von der Krankenkasse übernommen. Für chronisch Kranke gilt eine Belastungsobergrenze von einem Prozent. Chronisch Kranken oder Personen mit teuren Behandlungen empfiehlt das Gesundheitsministerium, die Quittungen über die geleisteten Zuzahlungen zu sammeln. Sobald im Kalenderjahr die Belastungsgrenze erreicht ist, kann eine Befreiung für den Rest des Jahres beantragt werden. Wie sich die Zuzahlungen senken lassen: Die Kassen können die Versicherten für die regelmäßige Teilnahme an Vorsorge- und Früherkennungs-Untersuchungen oder an Präventionsprogrammen belohnen. Gleiches gilt auch, wenn sich die Patienten in ein Hausarztsystem oder ein Chronikerprogramm einschreiben. Möglich sind dabei Ermäßigungen bei den Zuzahlungen und bei den Praxisgebühren ebenso wie geringere Beiträge oder andere Prämien. Was sich beim Zahnersatz ändert: Erst ab 2005 müssen Versicherte bei ihrer Kasse eine Zusatzversicherung abschließen, um Brücken und Kronen weiterhin bezahlt zu bekommen. Alternativ kann der Zahnersatz auch bei einer privaten Kasse abgesichert werden. mehr

Honorar angesichts erwarteter Einnahmen gerechtfertigt

Verkehrsministerium rechtfertigt Millionen-Vertrag

Berlin/Hamburg (rpo). Die Kritik an einem millionenschweren Beratervertrag für die Einführung der Lkw-Maut hat das Bundesverkehrsministerium zurückgewiesen. Das Honorar von 15 Millionen Euro sei gerechtfertigt. Angesichts der erwarteten Milliardeneinnahmen sei das Honorar in Höhe von 15 Millionen Euro für die Beratergruppe gerechtfertigt, sagte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Der Auftrag sei 1999 europaweit ausgeschrieben worden und dem Haushaltsausschuss des Bundestags bekannt. Der CDU-Haushaltsexperte im Bundestag, Albrecht Feibel, hatte in der «Bild"-Zeitung die Offenlegung und Prüfung des Beratervertrages verlangt. Mitte 1999 wurde dem «Bild"-Bericht zufolge eine Beratergruppe engagiert, zu der Mitarbeiter der Unternehmensberatung PriceWaterhouseCoopers, der Ingenieur-Firma ILF Beratende Ingenieure, der TÜV Inter Traffic sowie der Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer gehören. Wie eine Sprecherin von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) bestätigte, läuft der Vertrag bis 2004. Sie sprach von einem «ganz normalen Ablauf». Mit der Beratergruppe habe sich das Ministerium «gebündeltes Fachwissen» für die Einführung der Lkw-Maut beschaffen wollen. Ein Starttermin ist nach mehrmaliger Verschiebung auf Grund technischer Schwierigkeiten derzeit weiter offen. Der CDU-Haushaltsexperte Feibel kritisierte den Beratervertrag. «Angesichts des chaotisch verlaufenden Versuchs, die Lkw-Maut einzuführen, ist für jedermann auf Anhieb ersichtlich, dass die Beratergruppe völlig versagt haben muss», sagte er der «Bild"-Zeitung. mehr

Tausend Teile zur Anreicherung von Uran geladen

Atom-Lieferung: USA stoppten deutschen Frachter

Washington (rpo). Laut eines bestätigten Presseberichtes, hat ein Schiff der US-Marine Anfang Oktober einen deutschen Frachter in internationalen Gewässern gestoppt und umgeleitet. Grund: Das Schiff hatte hochbrisante Komponenten zur Anreicherung von Uran für Lybien an Bord. Die US-Regierung hat einen Einsatz auf einem deutschen Frachter zur Beschlagnahme von Komponenten zur Anreicherung von Uran bestätigt, die für Libyen bestimmt waren. Nach Geheimdienstinformationen über Teile von Uran-Zentrifugen sei das Schiff Anfang Oktober umgeleitet worden, sagte der Sprecher des US-Außenamtes, Adam Ereli, am Mittwoch in Washington. Nach Angaben von US-Regierungsvertretern wurde der Frachter von internationalen Gewässern nach Italien umgeleitet, wo er von den Behörden durchsucht worden sei. Dabei seien mehrere tausend Zentrifugen-Teile beschlagnahmt worden. US-Regierungsvertreter bestätigten britische und US-Zeitungsberichte, nach denen der Frachter «BBC China» Anfang Oktober gestellt und nach Italien umgeleitet wurde. Britische und US-Geheimdienste hätten im September entdeckt, dass das Schiff mit Teilen für Uran-Zentrifugen von einem Hafen eines Golfstaates Richtung Libyen auslaufen würde. Die deutschen Behörden seien darüber unterrichtet worden und hätten ihrerseits den Schiffseigner informiert. "Sie wussten, dass wir sie auf dem Kieker haben" Der Eigner habe daraufhin den Kapitän des Frachters zum Kurswechsel nach Italien aufgefordert. Ein Schiff der US-Marine habe die «BBC China» durch das Mittelmeer nach Italien begleitet. Dort seien die Komponenten zur Anreicherung von Uran beschlagnahmt worden. Der Frachter gehört den US-Angaben zufolge der deutschen Firma BBC Chartering and Logistic GmbH. Ereli wollte keine Angaben darüber machen, ob die Beschlagnahme zum überraschenden Verzicht Libyens auf Massenvernichtungswaffen beigetragen hat. Ein ranghoher US-Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Einsatz habe die Geheimverhandlungen zwischen Libyen, den USA und Großbritannien über eine Aufgabe des libyschen ABC-Programms beschleunigt: «Das hatte zweifellos einen Einfluss. Sie wussten, dass wir sie auf dem Kieker haben.» mehr

Sprengsatz explodierte drei Stunden vor Mitternacht

Bombenanschlag: Blutige Silvesterfeier in Indonesien

Jakarta (rpo). Zehn Menschen haben bei einem heftigen Bombenanschlag auf eine Silvesterfeier in der indonesischen Bürgerkriegsprovinz Aceh ihr Leben verloren. 45 weitere Personen sind verletzt worden. Offenbar sind Rebellen für den Anschlag verantwortlich. Unter den Opfern sind nach Angaben eines Arztes ein einjähriges Mädchen und ein siebenjähriger Junge. Der gewaltige Sprengsatz explodierte drei Stunden vor Mitternacht auf dem Marktplatz der Stadt Pereulak. Er war offenbar unter einer Bühne versteckt, auf der eine Musikgruppe spielte. Ein Militärsprecher, Oberstleutnant Ahmand Yani Basuki, machte die Rebellen der Bewegung Freies Aceh (GAM) für den Anschlag verantwortlich. Pereulak sei eine Hochburg der Rebellen. Hingegen erklärte GAM-Sprecher Sofyan Dawood, die Streitkräfte hätten die Einwohner von Pereulak zu der von ihnen organisierten Feier gelockt. "Wir haben nie einen Angriff ausgeführt, um unsere eigenen Leute zu töten", sagte Dawood. "Über meine Beine lief Blut" Ein verletzter Zuschauer berichtete, die Band habe bereits mehrere Songs gespielt, als die Bombe hochgegangen sei. "Die drei Mädchen sangen da oben. Dann gab es die gewaltige Explosion. Ich sah, wie sechs Menschen vor mir starben. Über meine Beine lief Blut. Alle liefen in Panik weg." Die Rebellen kämpfen seit 27 Jahren für die Selbstbestimmung der im Norden der Insel Sumatra gelegenen Provinz. Der Anschlag war der schwerste seit dem 19. Mai vergangenen Jahres. An diesem Tag kündigte die Regierung einen sechsmonatigen Waffenstillstand auf und leitete eine Offensive gegen die Rebellen ein. Kurz vor dem Anschlag sagte die indonesische Präsidentin Megawati Sukarnoputri in ihrer Neujahrsansprache, die Offensive in Aceh sei erfolgreich. mehr

Kalifornische Justiz leitet Ermittlungen ein

Misshandlungsvorwürfe: Polizei widerspricht Michael Jackson

Santa Barbara/USA (rpo). In einem Interview hat Michael Jackson über Misshandlungen durch Polizeibeamte geklagt. Die Polizei von Santa Barbara hat derlei Misshandlungsvorwürfe zurückgewiesen. Man sei erschüttert über die Vorwürfe, erwäge Beschwerde gegen den Popstar. Er sei erschüttert von den Anschuldigungen Jacksons und unterstütze die Untersuchung der kalifornischen Justizbehörden, erklärte Polizeichef Jim Anderson am Mittwoch. Der wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Jackson hatte in einem Fernsehinterview berichtet, er sei bei seiner polizeilichen Vernehmung grob behandelt worden und habe Verletzungen davon getragen. Sollten sich die Vorwürfe des Sängers als unwahr herausstellen, werde er Beschwerde gegen Jackson wegen falscher Anschuldigung erheben, sagte Anderson. "Er wurde mit äußerstem Respekt und mit Höflichkeit behandelt", betonte er. Der Beamte zeigte auf einer Pressekonferenz Video- und Audioaufnahmen von Jacksons Festnahme, auf denen unter anderem eine höfliche Unterhaltung zwischen dem Popstar und den Beamten zu hören war. So bat Jackson bei der Fahrt zur Vernehmung im Gefängnis von Santa Barbara um das Einschalten der Klimaanlage und bedankte sich, als ihm seine Bitte gewährt wurde. Handschellen, wie bei jedem anderen Der für die Aufsicht des Gefängnisses zuständige Beamte, Fred Olguin, sagte dem Fernsehsender NBC, Jackson seien wie jedem anderen Handschellen an den Handgelenken angelegt worden. Der Sänger habe den Insassen des Gefängnisses bei seiner Ankunft einen Kuss zugehaucht und sei dann gut eine Viertelstunde lang in einem Raum mit Toilette, Waschbecken und Liege festgehalten worden. Dieser Raum werde täglich gereinigt. Jackson hatte in einem CBS-Interview erklärt, er sei 45 Minuten lang in einer mit Kot beschmierten Toilette festgehalten worden. Eine offizielle Beschwerde gegen die Beamten hat der Popstar aber nicht erhoben. Die Justizbehörden von Kalifornien haben nach eigenen Angaben bereits eine Untersuchung eingeleitet, ob die Rechte des Festgenommenen gewahrt wurden. Jackson hatte sich nach einer polizeilichen Durchsuchung seiner Ranch in Kalifornien am 20. November den Behörden gestellt. Ihm wird mehrfache Unzucht an einem Kind unter 14 Jahren sowie die Verabreichung eines berauschenden Mittels in zwei Fällen vorgeworfen. mehr

Rehagel beliebter als der Regierungschef

Griechenland: Rehagel ist "Gesicht des Jahres"

Athen (rpo). Die Erfolgsstory des deutschen Fussball-Nationaltrainers Otto Rehhagel ist um ein Kapitel reicher. Von den Lesern der mit Abstand auflagenstärksten Athener Tageszeitung "Ta Nea" wurde er zum "Gesicht des Jahres 2003" gekürt. Er verwies selbst den griechischen Regierungschef auf Platz zwei. Rehagel ist unter Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft und Kunst zum "Gesicht des Jahres 2003" gewählt worden. Der 65 Jahre alte Fussball-Lehrer erhielt 2689 (14,70 Prozent) der insgesamt 18.298 Stimmen. Damit verwies Rehhagel den sozialistischen Regierungschef Kostas Simitis (7,24 Prozent), Kunstturner Demosthenes Tambakos (4, 91), 400-m-Hürdenläufer Perikles Iakovakis (4,79) sowie den konservativen Oppositionsführer Kostas Karamanlis (4,31) auf die Plätze zwei bis fünf. Der Athener Erzbischof Christodoulos folgt mit 4,15 Prozent als Sechster. Der weltweit renommierte Komponist Mikis Theodorakis landete auf Platz neun (3,59). Rehhagels Team für EM-Endrunde qualifiziert Rehhagels Team hatte sich am 11. Oktober durch einen 1:0-Sieg gegen Nordirland erstmals seit 1980 wieder für eine EM-Endrunde qualifiziert. Die aktuell auf dem 30. Weltranglistenplatz notierten Griechen kassierten ihre bis dato letzte Niederlage am 13. Oktober 2002 beim EM-Qualifikations-Spiel in der Ukraine (0:2). Rehhagel gab seinen Einstand als griechischer Nationaltrainer am 5. September 2001 bei der WM-Qualifikation in Finnland (1:5). Mitte November 2003 hat der griechische Verband den Vertrag mit seinem Erfolgscoach bis zur WM 2006 in Deutschland verlängert. mehr

Mindestens acht Tote

Irak: Heftiger Bombenanschlag vor Restaurant

Bagdad (rpo). Mindestens acht Personen sind bei einem Autobombenanschlag auf ein Restaurant im Zentrum Bagdads getötet worden. Zuvor war bei einem Sprengstoffanschlag gegen einen US-Konvoi ein irakischer Junge ums Leben gekommen. Ein blutiger Autobombenanschlag hat in der Neujahrsnacht das Bagdader Stadtviertel Karrada erschüttert. Mindestens acht Menschen kamen nach offiziellen Angaben bei dem Anschlag auf ein gut besuchtes Restaurant ums Leben, das am Mittwochabend zur Silvesterparty mit Live-Musik und Bauchtanz eingeladen hatte. Etwa 35 Personen wurden verletzt. Neben dem Restaurant "Nabil" riss die Wucht der Explosion einen Krater in die Straße. Autos gingen in Flammen auf. Retter zogen Überlebende aus dem Eckhaus. Ein Sprecher der US-Streitkräfte sprach von einem 225-Kilogramm-Sprengsatz. Nach der Explosion waren Schüsse zu hören; über dem Gelände flogen US-Militärhubschrauber. Unter den Verletzten waren Krankenhausangaben zufolge auch mehrere Ausländer. Die "Los Angeles Times" teilte mit, drei ihrer Reporter und fünf irakische Mitarbeiter seien vor dem Restaurant verletzt worden. Ebenfalls bei der Explosion einer Autobombe wurde am Mittwoch ein achtjähriger Junge getötet. Der Sprengsatz wurde gezündet, als ein US-Militärkonvoi eine belebte Geschäftsstraße passierte. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt.   Blut überströmte Menschen irrten umher Blut überströmte Menschen irrten unter Schock auf der Straße umher, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Andere weinten. Autos brannten. Sirenen heulten, Polizeifahrzeuge und Ambulanzen rasten zum Explosionsort. Die US-Armee riegelte die Gegend ab. Am Himmel kreisten US-Hubschrauber. In Karrada waren in den vergangenen vier Tagen zwei Autobomben hochgegangen. Dabei wurden drei Iraker getötet, davon zwei Kinder. Aus Angst vor neuen Attentaten um die Jahreswende hatten die irakische Polizei und die US-Armee die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Noch am Mittwoch war jedoch ein US-Konvoi angegriffen worden. Ein kleiner irakischer Junge wurde dabei getötet, fünf US-Soldaten wurden verletzt, wie ein Armeesprecher sagte. Auch ein Dutzend einheimische Passanten hätten leichte Verwundungen davongetragen, teilten irakische Sicherheitskräfte mit. Die Soldaten nahmen nach der Explosion mindestens zehn Menschen fest, wie ein AFP-Reporter berichtete. Zusammenstöße in Kirkuk Bei den Zusammenstößen in Kirkuk seien 31 Menschen verletzt worden, teilte ein Krankenhausarzt mit. Fünf von ihnen hätten schwere Verletzungen an Kopf, Herz oder Unterleib erlitten. Die Demonstraneten hatten gegen eine Autonomie für die Kurden in Nordirak demonstriert. Nach Polizeiangaben nahmen an der Demonstration in Kirkuk etwa 2000 arabische Sunniten sowie Turkmenen teil. Ebenfalls in Kirkuk wurde bei einem Anschlag auf eine irakische Polizeipatrouille ein Polizist getötet. Drei weitere seien verletzt worden, als Unbekannte die Sicherheitskräfte mit Maschinengewehren unter Beschuss genommen hätten, teilte die Polizei mit. mehr

Nochmals einen Prozentpunkt weniger

Umfrage: SPD geht schwer angeschlagen ins neue Jahr

Hamburg (rpo). Zum Jahresende ist die SPD in der Wählergunst nochmals leicht gefallen. Die Grünen konnten leicht zulegen, die Werte aller anderen Parteien blieben unverändert. Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, würden 27 Prozent der Deutschen den Sozialdemokraten ihre Stimme geben, ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche, ergab die von dem Magazin «Stern» und dem Sender RTL in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Grünen konnten sich demnach um einen Punkt verbessern, sie kamen auf elf Prozent. Die Werte aller anderen Parteien blieben unverändert: Für die Union würden sich 49, für die FDP sechs und für die PDS vier Prozent der Wähler entscheiden. Befragt wurden am 22. und 23. Dezember 1009 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger. mehr

Powell legt Grundlinien der für 2004 dar

US-Außenpolitik: Powell zeigt, wo's langgeht

Washington (rpo). US-Außenminister Colin Powell hat die Grundlinien der US-Außenpolitik für 2004 dargelegt. Weiterhin ganz oben auf der Liste der zu bewältigenden Aufgaben rangiert der Anti-Terror-Kampf. In einem Beitrag für die Neujahrsausgabe der «New York Times» beschrieb er die Grundlinien für das Jahr 2004. Im El-Kaida-Netzwerk von Osama bin Laden sieht Powell nach wie vor «eine große Gefahr». Dessen Mitglieder seien jedoch zunehmend auf der Flucht, in Schlupfwinkeln, im Gefängnis oder tot. In Irak wollen die USA dem Außenminister zufolge eine Botschaft einrichten, sobald die dortige US-Zivilverwaltung gemäß dem Übergangsplan vom 15. November am 30. Juni zu Ende gehe. Mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und der UNO gehe es im Irak wie auch in Afghanistan um die Wiederherstellung der eigenen Souveränität. Als Teil des Nahost-Quartetts werden sich die USA zusammen mit den Vereinten Nationen, der Europäischen Union und Russland um eine friedliche Beilegung des Konflikts zwischen Israelis und Palästiensern bemühen, schreibt Powell. Ziel sei die Schaffung eines «freien Palästinas an der Seite eines sicheren und demokratischen jüdischen Staats in Israel». Auch Nordkoreas «gefährliches Atomprogramm» bleibe weiter ein Problem, das Washington gemeinsam mit China, Japan, Russland und Südkorea angehen werde, ohne sich von Pjöngjang drohen oder erpressen zu lassen. Die USA stünden zum iranischen Volk «und anderen unter unterdrückerischen Regimen lebenden Völkern», wirkten für ein «freies Kuba» und seien entschlossen, bei Friedenslösungen in Sudan, Liberia, Nordirland und anderswo mitzuwirken. mehr

Regulierer geht verschärft gegen Abzocke am Telefon vor

0190er-Nummern: Schwere Zeiten für Stöhn-Hotlines

Bonn (rpo). Anbieter wertloser und teurer "0190-Ruf-mich-an"-Stöhn-Nummern bekommen Gegenwind zu spüren. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ist wild entschlossen, den von Verbraucherschützern geklagten Missbrauch einzudämmen. "Der Wildwuchs, der da stattgefunden hat, stellt insgesamt ein Ärgernis dar", sagte der Präsident der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP in Bonn. Dank des neuen "Gesetzes zur Bekämpfung des Missbrauchs von (0)190er/(0)900er Mehrwertdiensterufnummern" hat die Behörde nun das notwendige Instrument in der Hand. Kurth enthält sich moralischer Wertungen über die angebotenen Inhalte. Ob die teuren Nummern Sex-Geplauder oder den Service eines Computerherstellers abrechnen, spielt für ihn keine Rolle. "Der Mehrwertdienstemarkt ist ein recht großer Markt. Es gibt ja nicht nur Missbrauch. Wenn jemand so viel Geld für irgendwelche Leistungen zahlen will - wir dürfen und können uns nicht um die Inhalte kümmern. Das darf uns nichts angehen." Preise ausdrücklich ansagen Entscheidend ist freilich, dass der Verbraucher am Telefon nicht mehr ganz so leicht übervorteilt wird. Deshalb müssen ab 1. Februar 2004 die jeweiligen Preise vor Beginn des kostenpflichtigen Teils ausdrücklich angesagt werden. Ab 1. August 2004 gilt das auch für Gespräche aus den Mobilfunknetzen. Ohne solche Ansage besteht nach den Angaben der Regulierungsbehörde keine Zahlungspflicht. Das neue Gesetz hat außerdem Obergrenzen festgelegt: Mehr als zwei Euro pro Minute sind nicht mehr drin; nach maximal einer Stunde muss die Verbindung beendet werden. Wahlweise kann der Anbieter auch zeitunabhängig 30 Euro pro Anruf berechnen. Höhere Preise sind nur noch zulässig, wenn der Verbraucher sich über Eingabe einer PIN wie am Bankautomaten ausdrücklich einverstanden erklärt. Die PIN vergibt der Diensteanbieter. Immer noch reingelegt werden Freilich sind auch 120 Euro für eine Stunde am Telefon mitunter höchst unwillkommen, wenn zum Beispiel die lieben Kleinen die Hotline ihres Superstars angerufen haben. Kurth setzt auf den aufgeklärten Verbraucher. "Ich meine, bei jemandem, der alle Sinne beisammen hat, sollte man davon ausgehen, dass er auflegt, wenn er das nicht bezahlen will. Der weniger aufgeklärte Verbraucher oder gar der, der solche Dinge gar nicht richtig kontrolliert, der kann natürlich von unseriösen Anbietern immer noch reingelegt werden." Wenn sich Anbieter nicht an die neuen Regeln halten, kann die Regulierungsbehörde das Inkasso untersagen, Rufnummern sperren, Rufnummern entziehen. Das sei auch schon geschehen, sagte Kurth. Außerdem müssen Mehrwertdienstenummern bei der Regulierungsbehörde registriert sein. Der Verbraucher kann bei der Behörde Auskunft bekommen, wer sich hinter der Nummer verbirgt. Ist sie nicht registriert, besteht nach Auffassung von Kurth auch keine Zahlungspflicht. "Die unseriösen Anbieter setzen auch auf Dummenfang. Wenn jemand erst einmal widerspricht und nicht zahlt, treten die vielleicht gar nicht mehr auf. Die Chuzpe haben dann die wenigsten, auch noch vor Gericht zu gehen. Da hat sich eine klare Risikoumverteilung ergeben. Wer sich wehrt, hat jetzt eine viel viel bessere Position als noch vor einem Jahr", betonte Kurth. Spezialfall Dialer Ein Spezialfall sind die so genannten Dialer, kleine Programme, die den Internetanschluss eines Computers auf eine teure Telefonnummer umleiten. Für sie hat die Regulierungsbehörde erheblich verschärfte Vorschriften erlassen und bereits im Oktober fast 400.000 solche Einwahlnummern gesperrt. Kurth will unterbinden, dass derartige Dialer vom Nutzer unbemerkt auf den Computer geladen werden und die Internetverbindung auf ein teures Angebot umleiten. Deshalb müssen registrierte Dialer am Computer anzeigen, wenn sie eine Verbindung herstellen. Zudem dürfen Dialer seit 14. Dezember nur noch mit 09009 beginnende Nummern anwählen. Die alten 0190er Dialer und alle Dialer in andern Rufnummerngassen sind seitdem illegal. Für sie muss nach Überzeugung von Kurth nicht mehr bezahlt werden. Praxisnahe Hinweise für den Kampf gegen Dialer und andere Abzocke finden sich in der Broschüre "Was tun bei Rufnummernmissbrauch" auf der Internetseite der Behörde. Radikale Schutzmöglichkeit Eine radikale Schutzmöglichkeit besteht für den Kunden darin, bei der Telefongesellschaft 09009er-Nummern oder womöglich auch alle 0190er-Nummern sperren zu lassen. Allerdings haben Abzocker nach einem Bericht des Fachdienstes "heise online" einen neuen Trick gefunden: Es seien Dialer aufgetaucht, die eine Satellitentelefonnummer anwählen, für satte 3,06 Euro pro Minute. "heise online" empfiehlt, auch Satellitendienste unter den Vorwahlen 0037 und 0038 bei der Telefongesellschaft sperren zu lassen. mehr

Feuerwehr neun Stunden im Ausnahmezustand

Silvester-Party: Eine Million feierten in Berlin

Berlin (rpo). Ausgelassen haben die Deutschen den Jahreswechsel gefeiert. In Berlin versammelten sich rund eine Million Menschen am Brandenburger Tor und verfolgten dort ein riesiges zwölfminütiges Höhenfeuerwerk. In New York sicherten starke Polizeikräfte die Silvesterfeierlichkeiten.  Eine Million Menschen haben auf Deutschlands größter Silvesterparty am Brandenburger Tor in Berlin in das Jahr 2004 hinein gefeiert. Auf der Festmeile von der Straße des 17. Juni bis Unter den Linden gab es ein buntes Potpourri aus Musik und Akrobatik. Auf die Gäste warteten vier Bühnen, ein Diskotower, sieben Partyzelte und ein prächtiges Feuerwerk zum Jahreswechsel. Dieser bescherte der Feuerwehr einen neunstündigen Ausnahmezustand. Die Zahl der Einsätze stieg gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 1711. Die Polizei musste mit 1915 Funkwageneinsätzen auch 15 Prozent mehr Hilfe leisten als vor einem Jahr. Allerdings blieben größere Zwischenfälle aus. Ein Höhepunkt der Show am Brandenburger Tor war die atemberaubende Vorführung zweier Artisten der Traber-Familie. In luftiger Höhe schlugen sie an einem Seil 15 Salti mit einem Motorrad und stellten damit einen Weltrekord auf. Bei Temperaturen knapp unter Null heizten Musiker den Partygängern richtig ein, so die Pudhys, Oli P. und Mister President. Wem das nicht genügte, der konnte sich an Buden und in Zelten bei heißen und kalten Getränken erwärmen. Drei Videowände verbreiteten auf der Veranstaltung «internationales Flair» - mit Bildern aus Großstädten in aller Welt. Im 40 Meter hohen Riesenrad verschafften sich viele Menschen einen Überblick über den Trubel. Weitere Silvesterstationen: Auf den Pariser Champs-Elysées feierten nach Polizeiangaben rund 450.000 Menschen und ließen die Champagnerkorken und Feuerwerkskörper knallen. Über die Feierlichkeiten wachten insgesamt rund 4500 Polizisten und Sicherheitskräfte. Auf Flughäfen und Bahnhöfen waren ebenfalls die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden. In London trotzten ebenfalls zehntausende Menschen winterlichen Temperaturen und den Warnungen der Behörden, öffentliche Plätze zu meiden und bestaunten das Feuerwerk am London Eye, dem Riesenrad an der Themse. Auf zentralen Plätzen wie Trafalgar Square und Leicester Square fielen sich die Menschen ebenso in die Arme wie vor dem Parlament, wo um Mitternacht der Big Ben das neue Jahr einläutete. In der schottischen Hauptstadt Edinburgh fiel die Silvesterfete buchstäblich ins Wasser. Nach Angaben der Organisatoren wurden das Straßenfest wegen schlechten Wetters rund eine Stunde vor Mitternacht abgesagt. Wer auf dem verschneiten Roten Platz in Moskau den Jahreswechsel feiern wollte, musste erst mehrere Polizeikontrollen über sich ergehen lassen. Der Platz war denn auch nicht so gut besucht wie in den Vorjahren. Die Neujahrsansprache von Präsident Wladimir wurde dort auf einer großen Leinwand übertragen. In New York gab der zu Tränen gerührte Bürgermeister Michael Bloomberg um Mitternacht auf dem Times Square vor rund 750.000 jubelnden Menschen das Zeichen für das Herablassen einer knapp 500 Kilogramm schweren Kristallkugel, die sich über der jubelnden Menge herabsenkte. US-Heimatschutzminister Tom Ridge bezeichnete die Sicherheitsvorkehrungen für New York als «absolut beispiellos». Zum Schutz vor möglichen Anschlägen waren schwer bewaffnete Spezialkommandos im Einsatz. Die Beamten waren auch mit Spezialausrüstung zur Feststellung von ABC-Waffen ausgestattet. Am Times Square wurden Mülleimer, Zeitungsstände und Briefkästen entfernt. Über New York und anderen US-Metropolen galten eingeschränkte Überflugrechte. In Bagdad detonierte nach US-Armeeangaben eine Autobombe vor einem voll besetzten Restaurant. Dabei wurden mindestens vier Menschen getötet und rund zwei Dutzend weitere verletzt, unter ihnen drei Reporter der «Los Angeles Times». Die Iraker ließen sich dennoch das Feiern nicht nehmen und feuerten zum Jahreswechsel mit Schnellfeuergewehren in die Luft. Sydney in Australien war die erste Großstadt, die das Jahr 2004 begrüßte. Rund eine Million Menschen versammelten sich am Hafen, wo Feuerwerk, Schiffsparaden und Lichtshows den Jahreswechsel prachtvoll begleiteten. Die Behörden hatten tausende Polizisten, verdeckte Ermittler und Sprengstoffexperten abgestellt. In Indonesien wurden über den Jahreswechsel zwei Drittel der 250. 000 Mann starken Polizeitruppe aktiviert. Auf der Ferieninsel Bali, wo im Herbst 2002 mehr als 200 Menschen bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen waren, waren zum Jahreswechsel 7000 Sicherheitsbeamte im Einsatz. In der taiwanischen Hauptstadt Taipeh versammelten sich Tausende zu Feuerwerk und Lichtshow um den mit 508 Meter höchsten Wolkenkratzer der Erde. Im mehrheitlich moslemischen Süden Thailands wurde eine Bombe mit großer Sprengkraft entschärft. Am berühmten Copacabana-Strand von Rio de Janeiro begrüßten zwei Millionen Menschen das neue Jahr mit einer rauschenden Fiesta. Von acht Booten aus wurden während eines 20-minütigen Feuerwerks 150 Tonnen Feuerwerkskörper abgeschossen. In mehreren afrikanischen Staaten wie Ghana, Liberia, Sierra Leone oder Guinea-Bissau verboten die Behörden Feuerwerke aus Sicherheitsgründen. mehr

Attacken islamistischer Extremisten

Geheimdienste: Terrorattacken gegen deutsche AKWs?

Berlin/Washington (rpo). Deutsche und US-Geheimdienste befürchten Besorgniserregendes: "Wir befürchten nach den Terrordrohungen gegen das Krankenhaus der Bundeswehr in Hamburg und gegen die US-Airbase Rhein-Main bei Frankfurt jetzt mögliche Attacken islamistischer Extremisten gegen deutsche Atommeiler." Diese Einschätzung gaben am Mittwoch amerikanische und deutsche Geheimdienstler der Nachrichtenagentur ddp in Berlin und Washington. Die Gefahr ergibt sich aus den jüngsten geheimdienstlichen Erkenntnissen über eine «enge Verbindung der äußerst gefährlichen Terrorgruppe Ansar el Islam (Unterstützer des Islam) mit den Al-Qaida-Terroristen von Osama Bin Laden», erläuterte ein CIA-Vertreter in Washington. Die Terrordrohungen in Hamburg und im Rhein-Main-Gebiet werden Ansar el Islam zugerechnet. Die Islamisten würden nicht nur in den USA, sondern nach den Hinweisen auch in Europa einschließlich Deutschland nach «spektakulären Anschlagszielen suchen», war zu erfahren. Die Terrorverdächtigen von Hamburg haben nach Polizeiangaben die Bundesrepublik «schnellstens verlassen». Nach ihnen werde hauptsächlich in Italien und Frankreich gesucht. Magischen Anziehung Gerade die Atomkraftwerke üben nach Zeitungsberichten «eine zunehmende magische Anziehung auf die islamistischen Terroristen aus». Auch die modernsten Kernkraftwerke in der Bundesrepublik seien gegen gezielte Terrorattacken mit einem Flugzeug nicht ausreichend geschützt, heißt es in einer bekannt gewordenen Geheimstudie, die Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York in Auftrag gegeben hatte. «Diese weichen Ziele» suchen offenbar auch die Anhänger von Ansar el Islam, erläuterte der Vertreter eines deutschen Nachrichtendienstes. Die Geheimdienste wiesen auf die geschichtliche Entwicklung der Ansar el Islam hin, die über rund 1000 «aktive Kämpfer» verfügen soll, darunter mindestens etwa 100 versteckt in geheimen Zellen in Deutschland. Nach den Erkenntnissen wurde die Terrorgruppe kurze Zeit vor den September-Anschlägen in Amerika von radikal-islamischen Kurden im Nordirak gegründet. Ihr Ziel war die Errichtung eines eigenen «Gottesstaates a la Taliban» in Absprache mit Osama Bin Laden. Der Anführer von Ansar el Islam, Mullah Krekar, soll den Al-Qaida-Chef persönlich kennen und ihm geschworen haben, mit in den «Heiligen Krieg» gegen alle «Nicht-Gläubigen» auf der ganzen Welt zu ziehen. Terroristisches Netzwerk Krekar hat nach Darstellung der Geheimdienste mit Afghanen und Arabern in seiner nordirakischen Heimat eine «Kommandozentrale» für sein terroristisches Netzwerk aufgebaut. Er habe selbst schon bei Besuchen in Deutschland bei Predigten in Moscheen Geld für Waffen und Ausrüstung gesammelt, berichtete der bayerische Verfassungsschutz. Im Januar dieses Jahres war Krekar in den Niederlanden festgenommen und in sein ursprüngliches Asylland Norwegen abgeschoben worden. Von dort aus «hält er alle Fäden in der Hand», war von der CIA zu erfahren. Er agiere «sozusagen als Sprachrohr von Osama Bin Laden». Das mache Ansar el Islam «derart gefährlich», erläuterte ein CIA-Mann. mehr

Verwaltung will frei werdende Stellen nicht besetzen

Personalausgaben sollen leicht sinken

Leicht um 0,3 Prozent - 12.000 Euro - sinken sollen die Personalkosten der Gemeinde 2004 gegenüber dem Vorjahr sinken. Im Haushaltsentwurf für 2004 wurden dafür knapp 4,66 Millionen Euro veranschlagt. Die durchschnittlich 1, 7-prozentige Tariferhöhung für 2004 ist in die Kalkulation bereits mit eingeflossen. Zu erreichen ist das anvisierte Ziel Kämmerer Hermann Schnitzler zufolge freilich nur, wenn frei werdende beziehungsweise freie Stellen nicht erneut besetzt werden. mehr

Vereine können mit Zuschüssen wie 2003 rechnen

Keine Abstriche bei Sportförderung geplant

Gute Nachrichten für die Sportvereine: Die Zuschüsse der Gemeinde Rommerskirchen für sie sollen auf dem Niveau der beide Vorjahre bleiben. Im Haushaltsentwurf für das Jahr 2004 ist hierfür erneut ein Ansatz von 10.310 Euro vorgesehen - in den Jahren 2000 und 2001 wurden jeweils knapp 9.100 Euro an die Sportler gezahlt. Gefördert werden Rommerskirchener Sportvereine innerhalb des Gemeindesportverbands, wenn in ihnen mindestens zehn Jugendliche unter 18 Jahren aktiv sind. mehr

"Es wird eine größere Transparenz geschaffen"

Freie Bürger begrüßen Prüfung durch Kreis

Einen Erfolg ihrer Arbeit sieht die Ratsfraktion "Freie Bürger" mit den Ratsherren Peter Mertens und Elmar Deckert in der Öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und der Gemeinde Rommerskirchen über eine Kooperation bei der Rechnungsprüfung. In der Dezember-Sitzung beschloss der Rommerskirchener Gemeinderat, im Zusammenhang mit der Prüfung von Vergaben für die Ausschreibungsverfahren die Submissionsstelle des Rhein-Kreises Neuss in Anspruch zu nehmen. mehr

Abba-Revival ließ zu unverhofften Geständnissen hinreißen

Reise in die eigene Jugend

So kommt´s raus. Kaum ist von Abba die Rede, fallen die Geständnisse. Aber als inzwischen gereifter Fortysomething darf man ja auch mit einem Lächeln auf den Lippen zugeben, dass man in jugendlichen Jahren heimlich und ganz allein zum Konzert der schwedischen Popgruppe nach Essen gereist ist. Nicht auszudenken, was die Freunde gelästert hätten, wenn das rausgekommen wäre! Schließlich kreisten damals nur Scheiben von Frank Zappa, Uriah Heep, Deep Purple und anderen Rockgruppen auf den heimischen Plattentellern - und dann erzählen, bei Fernando oder Dancing Queen mitgewogt zu haben? mehr

130 Männer und Frauen knüpfen mit am Senioren-Netzwerk

"Mit Netzwerk-Slogan einen Nerv getroffen"

Marion Meindls Terminkalender füllt sich. Kürzlich war sie im Neusser Zeughaus, und kurz darauf fuhr sie zu einer Kirchenbesichtigung mit nach Köln. Von beidem erzählt sie begeistert zwischen Marmeladenbrötchen und einer Tasse Kaffee. Ort: Das Netzwerk-Frühstück des vom Caritasverband vor Jahresfrist initiierten Senioren-Netzwerkes Neuss-Mitte. An dem "knüpfen" seit Start des Projektes vor ziemlich genau einem Jahr aktuell 130 "junge Alte" mit. Tendenz steigend. mehr

Neue Mathematikschule setzt auf Anschauung

Erfolg in den Lernkurven ablesbar

Siebenundzwanzig Plätzchen minus drei, die im Mund der großen Schwester verschwunden sind, plus zwei Päckchen von den Eltern, plus ein Umschlag von der Oma. Dieses Jahr musste Marina nicht lange nachdenken, geschweige denn mit den Fingern nachrechnen, wie viele Teile auf dem Gabenteller lagen. Blitzschnelles Kopfrechnen ist für die Elfjährige aus Strümp mit der Matheschwäche kein Problem mehr, seit sie Kumon-Kind ist. mehr

Galopprennbahn Schauplatz der Championatsehrung

These are the champions

Der Silvester-Renntag auf der Neusser Galopprennbahn ist traditionell Schauplatz der Championatsehrung durch das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen. Während die Champions bis auf das "Goldphin-Management", hinter dem sich die Maktoum-Scheichs aus Dubai verbergen, die das Besitzerchampionat gewannen, allesamt zur Ehrung ans Hessentor gekommen waren, ließ sich der Direktoriums-Vorstand allein durch seinen (hauptamtlichen) Pressesprecher Peter Brauer vertreten. mehr

Dreijähriger Hengst gewann mit zwanzig Längen Vorsprung

Hein Bollow freute sich über seine Blaue Woge

Mit gutem Besuch und einem Wettumsatz von immerhin 313.231 Euro ging das von der größten Krise dieses Sports gekennzeichnete Galoppjahr 2003 auf der Neusser Rennbahn zu Ende. Die zeigte am Silvestertag einmal mehr, dass eine Sanierung dringend Not tut - und das gilt beileibe nicht nur für die Bausubstanz. Mit einem Paukenschlag im Hauptrennen des Tages ist zu Silvester die deutsche Turf-Saison zu Ende gegangen. Gruppenbild mit Champions: Bis auf das Godolphin Management aus Dubai, das bei den Besitzern vorne lag, waren alle Titelträger auf die Neusser Bahn gekommen. NGZ-Foto: A. Woitschützke mehr

Detlev Leuschner gründete das Unternehmen "vivoart"

Beratung durch Schauspiel

Theater gehört in das Theater, vielleicht auch mal auf die Straße, aber in die freie Wirtschaft? Was kann ein Schauspieler, ein Künstler, für die ökonomische Entwicklung eines Unternehmens tun? "Sehr viel", lautet die Antwort von Detlev Leuschner. "Ich halte das Unternehmenstheater für eine zukunftstragende Methode der Unternehmensberatung", sagt der Theaterpädagoge aus Kleinenbroich. Vor zwei Jahren gründete Leuschner das Projekt "vivoart". Theater im Betrieb: Die Kleinenbroicher Firma "vivoart" setzt auf Beratung durch Schauspiel und hat nach eigenen Angaben durchaus Erfolg mit ihrem ungewöhnlichen Ansatz, Probleme zu lösen. Foto: vivoart mehr

Ein etwas anderer Jahresrückblick

Ein neues Jahr voller Erinnerungen

"Eins, zwei, drei, im Sauseschritt, es läuft die Zeit, wir laufen mit." So hat es einst Wilhelm Busch treffend beschrieben. Das gerade begonnene Jahr 2004 bietet daher die Gelegenheit, einmal kurz inne zu halten und zurückzuschauen. Denn 2004 ist ein Jahr mit Jubiläen und runden Erinnerungstagen. Einige davon stellen wir in unserer heutigen Ausgabe vor. Die Zeit geht unaufhaltsam ihren Gang. Auch 2004 ist wieder ein Erinnerungsjahr mit Jubiläen und Gedenktagen. NGZ-Foto: H. Jazyk mehr

Sechs leichte Unfälle und 17 Mal Ruhestörung

Polizei zieht positive Silvesterbilanz

Zufrieden zeigte sich der Leiter der Kreispolizeibehörde Neuss, Landrat Dieter Patt, als er von seinen Mitarbeitern über den Verlauf der Silvesternacht aus polizeilicher Sicht informiert wurde. Vom 31. Dezember, 20 Uhr, bis zum gestrigen Neujahrstag, sieben Uhr, wurden von der Leitstelle "Gregor" in Neuss kreisweit 180 Einsätze vergeben und bearbeitet. Die Einsatzzahl in der Nacht zum Jahreswechsel des Vorjahres lag bei 160. Dies entspricht ungefähr dem Einsatzaufkommen in einem Nachtdienst von Freitag auf Samstag während der Sommermonate. mehr

Brandschutzerziehung im Katholischen Kindergarten

Spontanes Dankes-Küsschen

Dass ein trockener Adventskranz innerhalb von zwei Minuten komplett ´runterbrennen kann, demonstrierte Brandschutz-Erzieher Uwe Foerster jetzt im Katholischen Kindergarten St. Maternus. Die 14 Vorschulkinder staunten: "Das gibt's doch nicht" oder "Puh, was für ein Qualm" waren ihre Kommentare, bevor sie gemeinsam mit dem Feuerwehrmann schnell einen Eimer Wasser herbeiholten und das Minifeuer auf dem Außengelände ihres Kindergartens löschten. mehr

Viele kamen zur stimmungsvollen "Liedberger Tafelrunde"

Abschied vom alten Jahr mit Gästen

Rechtzeitig Abschied vom alten Jahr nahmen einen Tag vor Silvester die Gäste der traditionellen "Liedberger Tafelrunde" im Sandbauernhof. Viele Gäste waren der Einladung des CDU-Ortsverbandes Liedberg gefolgt. Zwischen Umtrunk und Imbiss begrüßte Ortsverbandsvorsitzender Harry Pfeifer als Gastgeber in der stimmungsvollen Runde die Altbürgermeister Graf von Spee und Günter Wappenschmidt genauso wie Korschenbroichs Bürgermeister Heinz-Josef Dick, Bundestagsabgeordneter Willy Wimmer und Kreistagsabgeordneter Alfons Kranz. mehr

Josef Esser sammelt Geschichte in bewegten Bildern

Als Filmemacher das "Gedächtnis Jüchens"

Mit seinen Filmen über Menschen und Ereignisse ist Josef Esser das Gedächtnis der Gemeinde Jüchen. Der Hobby-Kameramann hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte seiner Heimat in bewegten und bewegenden Bildern festzuhalten. Sein privates Archiv umfasst beinahe jedes erdenkliche Ereignis aus Jüchen: Hochzeiten, Schützenfeste, Taufen, Beerdigungen, Ausflüge, kirchliche Feste und Konzerte aus mehreren Jahrzehnten werden von ihm aufbewahrt. Zu bestimmten Anlässen fasst er diese Schätze zu einem Film zusammen. mehr

Die ganze Nacht über steht ein Team bereit

Neujahr in der Notaufnahme

Bis Mitternacht war es ruhig, doch dann begann die Arbeit: Jahreswechsel im Grevenbroicher Krankenhaus. Ärzte und Pfleger ruhen sich aus, finden Zeit für eine kurze Unterhaltung. Auf den Gängen und Fluren ist kaum ein Wort zu hören: Im Grevenbroicher St. Elisabeth-Krankenhaus herrscht die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Am frühen Abend des 31. Dezember ist die Notaufnahme noch ein menschenleerer Ort. Doch während die Stadt dem neuen Jahr entgegen feiert, steht hier die ganze Nacht über ein Team bereit, um die Opfer von zu viel Sekt, heißem Fondue-Fett und wild explodierenden Silvesterkrachern zu verarzten. Oberärztin Dr. Angelika Meyer studiert ein Röntgenbild. NGZ-Fotos (3): H. Jazyk mehr

Helga Kremer stellt in der Galerie-Werkstatt aus

Farbe und Form im spannenden Dialog

Wer Landschaften und Stillleben, röhrende Hirsche oder lachende Zigeunerinnen als Motive bevorzugt, dürfte mit der abstrakten Malerei Helga Kremers nicht viel anfangen können. Die Nievenheimerin stellt zurzeit in der Galerie-Werkstatt Knechtsteden neben einigen wenigen Objekten ihre Bilder aus. Bilder, die sich dem Betrachter wohl erst auf den zweiten, dritten und vierten Blick erschließen - oder ihr Geheimnis gar für sich behalten. Bilder und einige Objekte zeigt Helga Kremer aus Nievenheim zurzeit in der Galerie-Werkstatt im Kloster Knechtsteden. Wer sich in ihre Malerei vertieft, soll auf Entdeckungsreise gehen "und vielleicht selbst bei sich etwas wiederfinden". Am Wochenende ist in der Ausstellung auch das Gespräch mit der Künstlerin möglich. NGZ-Foto: H. Jazyk mehr

Neusser Geschichtsschreibung erwähnt Tile Kolup am Rande

Flammenthron

Die Neusser Geschichtsschreibung erwähnt Tile Kolup, den "Kaiser von Neuss", eher am Rande. In Wetzlar, wo er grausam endete, will man dem Hochstapler dagegen jetzt ein Denkmal errichten. Wenn er als Mönch auf dem Markt unterwegs ist, kommt Helmut Wessels stets die tragische Figur Tile Kolup in den Sinn. Dann erinnert der Stadtführer dort, wo sonst der Schützenkönig steht und die Parade abnimmt, die Teilnehmer seiner Führungen an den Mann, der einst "Kaiser von Neuss" war. mehr