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Audi A3 Concept Genfer Autosalon SP-X 2011-0307 Panorama
  Foto: SP-X
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Genfer Autosalon: Audi A3 Concept glänzt mit schönstem Design

zuletzt aktualisiert: 09.03.2011 - 08:14

Düsseldorf (RPO). Was passiert, wenn man mit einem Designer über eine Automesse geht? Gibt es lange Exkurse über die tiefgründige Bedeutung des Designs? Normalerweise steigt der Laie schnell aus. Experte Gernot Bracht bringt das Thema verständlich rüber. Ein Messerundgang.

Gleich zum Beginn trifft Gernot Bracht, Dozent für Transportation Design an der Hochschule Pforzheim, eine klare Aussage: „Design ist Geschmackssache, also subjektiv. Es muss den Leuten gefallen. Das ist das Wichtigste.“ Er sieht wohl die Erleichterung in dem Gesicht seines Gegenüber und schiebt noch hinterher: „Ich rede auch kein Fachchinesisch.“

Lob für koreanische Hersteller

Lob erhalten beispielsweise die koreanischen Hersteller, denen es nach Aussage Brachts zwar noch nicht gelungen ist, wirkliche Design-Ikonen zu erschaffen, aber die doch solide gestaltete und gefällige Autos nach Genf gebracht haben - zum Beispiel den schwungvoll gezeichneten Mittelklasse-Kombi Hyundai i40.

Merkliches Stirnrunzeln gibt es dagegen bei Saab und Lancia. Erhält der schwedische Kombi 9-5 das Urteil „zu verquollen, zu nichtssagend“, so muss sich die Studie Saab Phoenix den bissigen Kommentar „Da ist nur Asche übrig“ gefallen lassen. Auch der Lancia Flavia darf auf keine Milde hoffen. Der traditionsreiche Name soll hier die schnöde Umetikettierung eines Chrysler 200 kaschieren - eines Massenprodukts "ohne Stil und Grazie". Bracht erklärt am Beispiel der Flavia, wie gefährlich es für eine Marke ist, wenn das Design austauschbar und die eigene Handschrift vernachlässigt wird.

A3 ist ein Musterbeispiel

Ein Musterbeispiel für gutes Design ist für Bracht das Audi A3 Concept. Ihn beeindrucken die "stimmigen Proportionen" und die gelungene Mischung aus sanft modellierten Flächen und scharfen Kanten. Der lange Radstand und die klassischen Radläufe des Stufenhecks gefallen ebenfalls: "Vielleicht das am besten umgesetzte Cocept Car dieser Messe, aber natürlich schon sehr nah an der Serie." Ebenfalls besonders gut gefällt unserem Experten der Nissan Townpod, eine pfiffige Stadtwagen-Studie, die nach dem Pariser Salon nun zum zweiten Mal gezeigt wird.

Auch das neue Golf Cabrio kommt gut weg. Das Stoffdach ermöglicht einen schlankeren Rücken als bei den Klappdach-Cabrios. Allerdings findet Bracht, dass bei VW offenbar weniger kreativer Gestaltungsfreiraum als anderswo herrscht - er vermisst neue Ideen. Frischen Wind bringt allerdings die Bulli-Studie auf den VW-Stand. Geschickt mit den Retro-Elementen spielend, könnte der Bonsai-Transporter auch als Serienmodell gut ankommen.

Skodas "gefährlich schöne" Studie

Deutlich mehr Mut zu veränderten Formen und Kanten besitzt dagegen die VW-Tochter Skoda. Die Vision D genannte Studie sieht „gefährlich schön“ aus, auch wenn die Tschechen bei der Frontgestaltung die Courage verließ. Müssen die Töchter Respektsabstand zur Mutter VW halten? Nur so kann sich der Pforzheimer Dozent auch die Seat Studie IBX erklären. Zu viele Kanten, zu wenige fließende Elemente, ein unfertiger Eindruck: Das SUV-Concept trägt keine klare Handschrift.

Eine solche lässt sich dagegen bei dem neuen BMW 6er Cabrio erkennen. Elegant und ausgereift nennt hier Bracht als Attribute, ähnlich wie beim Z4 stimmt das Gesamtkonzept. Großes Lob erhält auch die Studie Mini Rocketman. Als Neu-Definition des klassischen Miniformats spielt der nur knapp über drei Meter lange Retrokünstler mit modernen Ideen wie beispielsweise der herausziehbaren Kofferraumschublade und klassischen Erwartungen wie den runden Lampen.

Mini überzeugt mit Lampen

Überhaupt Lampen: Diese fallen Bracht nicht nur beim Mini positiv auf, sondern werden auch beim Alfa Romeo 4C Concept und beim Smart Forspeed positiv beurteilt: Sie schärfen den Charakter beider Fahrzeuge. So unterstreichen sie beim Italiener die Sportlichkeit, beim Smart wirken sie charmant.

Apropos Charme: Wie man ein Auto nebenbei ohne viele Worte kritisiert, demonstriert Bracht zum Abschluss des Rundgangs am Renault-Stand. Zwar lobt er die zukünftige Formensprache, die mit den Studien R-Space und Captur angedeutet wird. Bei der banal gezeichneten Limousine Latitude kehrt er allerdings zu seiner Anfangsthese zurück, dass Design Geschmacksache sei: „Auch das Fahrzeug findet sicherlich jemand schön.“

Quelle: SP-X/em

 
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