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bmw vision effectdynamics panorama neu HERSTELLER 2009-0831
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Automesse steht vor der Tür: Die neuesten Trends der IAA

VON ALF BECK UND MANFRED KÜHNAPPEL - zuletzt aktualisiert: 07.09.2009 - 07:59

Düsseldorf (RPO). Abwrackprämie war gestern, IAA ist heute. Die größte Automesse der Welt steht vor der Tür. In zehn Tagen zeigt die Branche ihre neuesten Trends. Obwohl die Franfurter Autoschau krisenbedingt deutlich kleiner ausfällt, warten alle gespannt darauf, wie sie den Umbruch bewältigt.

Eins ist schon jetzt klar: Wenn die 63. Internationale Automobil-Ausstellung vom 17. bis 27. September in Frankfurt beendet ist, geht die wichtigste Automesse der Welt bestimmt nicht in den vorgezogenen Ruhestand ­ wie manche Lästermäuler im Jahr eins der Weltwirtschaftskrise vorschnell unkten.

Wahr ist aber, dass diese Nabelschau der automobilen Welt ein gutes Stück schrumpfen wird: Die vermietete Ausstellungsfläche hat sich gegenüber der letzten IAA vor zwei Jahren um 15 Prozent auf 185.000 Quadratmeter verkleinert. Einige Global Player bei den Herstellern tragen der Marktlage und ihrer besonderen Situation Rechnung ­ und haben ihre Teilnahme vorsorglich abgesagt.

Info
Während der IAA-Publikumstage vom 19. bis 27. September kostet eine Tageskarte regulär 13 Euro, an den beiden IAA-Wochenenden 15 Euro. Wer nur einen kurzen Blick in die Zukunft der automobilen Welt werfen will, kann das günstige Feierabendticket nutzen. Es gilt in der zweiten IAA-Woche ab dem 21. September ab 15 Uhr und kostet 8 Euro. Weitere Infos: www.iaa.de

Aus Japan erreichte schon frühzeitig der Verzicht von Toyota-Tochter Daihatsu, von Honda und Mitsubishi den Messeturm in der Main-Metropole. Dann schob Nissan im April seine Absage nach, damit fehlt ein wichtiges Quartett aus dem Land der aufgehenden Sonne. Eher zu verstehen sind da die Rückzugs-Meldungen der General Motors-Töchter Chevrolet und Cadillac: Im Mutter-Konzern brannte es lange Zeit lichterloh. Angesichts der hausgemachten Probleme wäre ein Jubel-Stand auf der IAA nur wenig glaubwürdig gewesen. Außerdem ist der Fall Opel immer noch nicht geklärt.

82 Weltpremieren

Der Hausherr, VDA-Präsident Matthias Wissmann, kann statt der genannten Größen deshalb so manchen kleinen Hersteller feiner Automobile begrüßen: Wiesmann und Fisker, Lotus und der Elektro-Anbieter Tesla zeigen sich bei der IAA 2009 zum ersten Mal einem Weltpublikum. Insgesamt haben sich diesmal 753 Aussteller aus 30 Ländern angemeldet, gut 30 Prozent weniger als 2007. Die Zahl der Hersteller liegt um sieben Prozent niedriger bei 62 Firmen. Angekündigt sind trotz aller Absatzsorgen für 2010 insgesamt 82 Weltpremieren, wobei den Löwenanteil mit allein 42 neuen Modellen die deutschen Hersteller stellen.

Ein Geheimnis machte Audi darum, welche Neuheit neben dem neuen A5 Sportback (damit beschenkte sich Audi selbst zum 100. Geburtstag) auf der Messe glänzen wird: Es wird weder der A1 noch der A8, sondern der neue A3 sein. Eine echte Premiere feiert der Opel Astra in Frankfurt: länger, breiter und mehr Radstand sollen das Wohlfühlen auf allen Plätzen garantieren ­ und so ganz nebenbei dem Golf noch den einen oder anderen Kunden abjagen.

Neuigkeiten gibt es bei den Kleinwagen, die zu Zeiten der Abwrackprämie wahre Verkaufsrekorde aufstellten: So wurden der Grande Punto (jetzt Punto Evo) von Fiat und der Kia Cee‘d einer intensiven Verjüngungskur unterworfen, auch die Kia-Tochter Picanto wurde im Innenraum gründlich überarbeitet. Volkswagen präsentiert in Frankfurt den neuen Polo als Dreitürer sowie seine neue Bluemotion-Sparflotte Polo, Golf und Passat, die mit einem Verbrauch von 3,3 bis 4,4 Litern neue Maßstäbe in ihren Klassen setzt.

Neben der weiteren Optimierung der klassischen Antriebsarten werden auf der IAA auch die Fortschritte beim Hybridantrieb sowie der Elektrifizierung von Autos zu sehen sein. Es hat noch keine IAA gegeben, auf der das Thema Elektro-Antrieb so vielfältig vorhanden war: VWs Kleinster, der Up, war bereits vor zwei Jahren als ein Teil der Wolfsburger Zukunft präsentiert worden. Er wird durch Lithium-Ionen-Batterien angefeuert ­ ebenso der Peugeot E 008 (technischer Bruder des Mitsubishi i-Miev) und die A-Klasse von Mercedes. Sie alle sollen 2010 auf die Straße kommen ­- über Preise darf bisher gerätselt werden.

BMW zeigt mit dem Vision EffectDynamics eine der aufregendsten Studien der IAA. Der ultraflache 2+2-Sportler kommt mit Flügeltüren aus Glas in extravagantem Design daher. Angetrieben wird die Flunder von einem Turbodiesel, dem zwei Elektromotoren helfend zur Seite stehen. Mercedes untermauert mit dem E-Cell BlueZero und der B-Klasse F-Cell (mit Brennstoffzelle) seine Ansprüche auf ein gewichtige Rolle im Bereich der Zukunftstechnologie, während Opel den elektrifizierten Ampera ins Rampenlicht stellt und damit im Grunde am weitesten ist. Denn er soll schon 2011 marktreif sein.

Besucherschwund wahrscheinlich

Eine Prognose zu den Besucherzahlen sei in diesem Jahr schwierig, betont Matthias Wissmann: "Es wäre sicherlich vermessen, wenn wir uns in diesen Krisenzeiten an der Rekordbesucherzahl der IAA 2007 orientieren würden", sagt der VDA-Präsident. Damals waren über 900.000 Gäste gezählt worden. Für die aktuelle Veranstaltung werde das Rezessionsjahr 1993 zum Vergleich herangezogen. "Wir hoffen, die Marke von 700.000 auf jeden Fall zu toppen", lautet Wissmanns Prognose.

Quelle: RP/RPO

 
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