75 Jahre Fiat 500: Der Botschafter und Sympathieträger Italiens
VON WOLFRAM NICKEL - zuletzt aktualisiert: 12.02.2011 - 10:31Düsseldorf (RPO). Deutschland hatte den Käfer, Italien den Fiat 500. Vor 75 Jahren feierte der Topolino - das "Mäuschen" - wie er anfangs liebevoll genannt wurde, seine Weltpremiere. Mit dem 10 kW/13 PS starken und einer Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h leistenden Topolino wurde der Grundstein für die Kleinwagen-Erfolgsgeschichte der Marke Fiat gelegt.
Bis heute begeistert der Cinquecento (500) die Menschen wie kaum ein zweites Auto. Allein der winzige Fiat überlebte als 500 Topolino (1936-1955) und kultige Knutschkugel Nuova 500 (1957-1975) alle staatlichen Abwrackaktionen. Nicht nur in Italien schlägt ihm eine uneingeschränkte Sympathie entgegen. Über 4,2 Millionen Einheiten liefen bereits von den ersten zwei Generationen des Urvaters aller modernen Fiat-Kleinwagen vom Band.
Als Fiat 500 B wurde der Topolino ab 1948 nur ein Jahr gebaut. Dies jedoch in einer weiteren Karosserievariante: Der 500 Giardiniera Belvedere verfügte über ein aus Holz und Kunststoffverkleidungen aufgebautes, schick geformtes Kombiheck mit Platz für vier Erwachsene. Sein Name verkündete es bereits: Der Giardiniera Belvedere ist das Urmodell aller kleinen Familien- und Freizeitkombis.
Den endgültigen Durchbruch zur Massenmotorisierung in Italien leitete der 1949 vorgestellte Topolino 500 C ein. Mit modernisierter Karosserie fand das Mäuschen in den Jahren des italienischen Wirtschaftsaufschwungs über 376.000 Käufer.
Unvergänglich schöne Formen
Sogar in Frankreich zählte er als Simca 8 zu jenen Kleinwagen, die das Land mobil machten. Abgelöst wurde der bereits zur Bauzeit legendär gewordene Topolino gleich von zwei Nachfolgern - dem etwas größeren Fiat 600 (ab 1955) und dem Nuova Fiat 500 (ab 1957).
Wie kein anderes Großserienfahrzeug in der Automobilgeschichte wurde der Cinquecento ein weltweiter Botschafter für sein Mutterland. Unvergänglich schöne Formen, kompakte Abmessungen und kleine Preise: All dies verkörperte der kleine Fiat mit vier Sitzen, bunten Farben, diversen Sonderserien und als Hochleistungsvariante Abarth.
Obwohl schwerer, größer und weitaus teurer als der Nuova 500, gelang es dem 2007 lancierten Cinquecento, die Marke Fiat aus einem Tal der modellpolitischen Tristesse zu neuen Höhen zu führen. Ähnlich wie die von BMW initiierte Neuauflage des englischen Mini avancierte der aktuelle Cinquecento zu einem erfolgreichen Retro-Modell mit zukunftsgewandter Technik.
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