Der erste 5er war der BMW 520, eine viertürige Limousine mit knackigem Fahrwerk und für die damalige Zeit weit überdurchschnittlich spritzigem 115 PS-Vierzylindermotor. Er begründete im Herbst 1972 die bis heute bestehende Typenordnung mit der 1er, 3er, 5er, 6er und 7er-Bezeichnung.
Im Jahr 1972 präsentierte Mercedes-Benz seine neue Oberklasse und - das war das Besondere - nannte sie erstmals auch offiziell "S-Klasse". Die Baureihe W 116 war eine völlig neu entwickelte Fahrzeuggeneration.
Die neue Mercedes Baureihe umfaßte zunächst die Typen 280 S, 280 SE und 350 SE...
...ein halbes Jahr später wurde die S-Klasse Limousine, parallel zum 450 SL und 450 SLC, auch mit dem hubraumstärkeren 4,5 ltr.-V8-Motor angeboten. Auf dem Foto ist die hochmotorisierte Sonderschutzausführung des Modells aus dem Jahr 1972 zu sehen.
Der Opel Rekord D erschien 1972 auf dem Markt. Er wurde bis 1977 gebaut, bevor er vom Rekord E abgelöst wurde.
Gewissermaßen als "großer" Bruder des Rekord war seit 1967 der Opel Commodore im Handel. Die Version B löste 1972 das A-Modell ab, und der 2,8 GS/E bildet in der Baureihe das Topmodell mit 200 km/h Höchstgeschwindigkeit. Bis 1982 blieb der Commodore im Programm.
Ein großer Wurf gelang 1972 dem französischen Hersteller Renault mit dem R5, der vom biederen Einkaufswagen bis zum hochmotorisierten Sportler die Wünsche ganzer Autogenerationen erfüllte. Der R5 war gemeinsam mit dem Fiat 127 einer der ersten Pkw mit einer großen Heckklappe, Frontantrieb und Frontmotor.
Besonderes Merkmal des Renault 5: Die Motorhaube war tief zwischen die beiden rechteckigen Scheinwerfer gezogen, für die Kühlluft blieb nur ein schmaler Spalt. In der Werbung wurde der R5 als der "kleine Freund" angepriesen. Anfangs wurde er nur als Dreitürer angeboten, ab 1977 auch als Fünftürer.
Gegenüber der neuen 5er-Klasse gerieten sogar die schicken 3.0 CSi-Modelle von BMW ein wenig in den Hintergrund. Ihre Produktion endete 1975. Dafür sind sie heute bei Liebhabern umso beliebter.
Der Entschluss, einen preiswerteren Sportwagen in Konkurrenz zum Porsche 911 und Ferrari Dino zu bauen, reifte bei Lamborghini bereits im Jahr 1970 heran. Gleichwohl benötigte die italienische Edelschmiede noch zwei Jahre, bis der Urraco das Licht der Welt erblickte.
Der Lamborghini Urraco war kein Zweisitzer sondern ein Viersitzer und mit seinem V8-Motor auch besser motorisiert als der Porsche 911 oder Dino.
500 Millionen Mark steckte Ford in die Entwicklung seines neuen Granada, der 1972 auf dem Genfer Salon der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Der Granada war das erste Ford-Modell, bei dem britische und deutsche Entwickler Hand in Hand arbeiteten.
Die Mischung aus Variabilität, Wirtschaftlichkeit und Oberklasse-Gefühl des Renault 16 kam gut an. 1972 waren eine Million Exemplare vom Band gerollt.
Nicht jeder fand den Volvo P1800 ES schön, aber jeder guckte hin. Bald hatte er einen Spitznamen, der heute bekannter als die Werksbezeichnung: Ein phantasievoller Geist fühlte sich von dem rollenden Glashaus an einen Schneewittchensarg erinnert. Bemerkenswerterweise sorgte der Begriff Sarg nie für ein schlechtes Image.
Nach der Übernahme durch den Fiat-Konzern im Jahr 1969 war der Lancia Beta Berlina die erste eigene neue Entwicklung von Lancia. Die Arbeiten begannen im Jahr 1970. Bei der Turiner Autoschau im Jahr 1972 wurde das Modell präsentiert und bis 1975 in dieser Version gebaut.
Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre wurde der Ford Mustang immer populärer leistungsstärker. Der Shelby GT500 ging mit 355 Pferdestärken an den Start, der Mustang Cobra mit 370 PS. Steve McQueen fuhr in "Bullitt" einen Mustang GT390. Erst 1973 setzte wegen der Ölkrise ein Umdenken ein.
Passive Sicherheit wurde bei der neuen S-Klasse von Mercedes groß geschrieben: Der Kraftstofftank befand sich nicht mehr im Wagenheck, sondern war kollisionsgeschützt über der Hinterachse eingebaut; im Innenraum sorgten das stark gepolsterte Armaturenbrett, deformierbare oder versenkt angeordnete Schalter und Hebel sowie ein Vierspeichen-Sicherheitslenkrad mit Pralltopf und breiter Polsterplatte für größtmöglichen Aufprallschutz.
Im Jahr 1972 wurden am Karmann-Ghia die letzten optischen Änderungen vollzogen: die Stoßstangen vergrößerten sich und Volkswagen führte eine leichte Modellpflege an der Karosserie durch.
Der Fiat 132 trat 1972 die Nachfolge des Fiat 125 an. Die Käufer überzeugte der Neue nicht...
...anstatt mit italienischem Design zu überzeugen, wirkte der Fiat 132 auf viele Käufer wie ein Japaner...
...apropos Japaner: 1972 wurden die ersten Datsun Cherry auf dem deutschen Markt verkauft. 5500 Mark kosteten die ersten Modelle. Sie hatten Frontantrieb und fanden reißenden Absatz, wie sich Verkäufer von damals erinnern. Allerdings erlebten Käufer seinerzeit auch die Schattenseiten eines solchen Geschäfts...
...die Japaner waren rostanfällig. Außerdem, so mahnten fürsorgliche Mitbürger schon damals, sollte man lieber deutsche Arbeitsplätze sichern anstatt eine "Reisschüssel" zu kaufen.
Der Siegeszug der Japaner, ob Toyota oder Datsun (1982 in Nissan umbenannt), war gleichwohl nicht aufzuhalten. Der Datsun 1600 sollte das perfekte Familienauto sein.
Der Saab 99 bot 1972 mehr Raum, mehr Ausstattung und mehr Leistung.
Zwischen 1972 und 1974 wurde die letzte Version des Fiat 124 Station Wagon gebaut.
Ein Dauerbrenner aus Italien war der Fiat 126, der zwischen 1972 und 2000 gebaut wurde - zuletzt ausschließlich als Polski-Fiat in Polen. Der "Bambino" war der Nachfolger des Fiat 500.
In Polen sind auch heute noch viele der kleinen Fiat 126 auf den Straßen zu sehen - dort werden sie liebevoll "Maluch" (Kleiner oder Zwerg) genannt.
Die Produktion des Audi 100 wurde Anfang der 70er Jahre ins schwäbische Neckarsulm verlegt. Für eine solche, gut erhaltene Limousine müssen Liebhaber mindestens mit einem Preis von 5000 Euro kalkulieren.
Die Z-Erfolgsstory von Datsun/Nissan hatte bereits 1969 mit dem Urahn aller Z-Modelle begonnen: dem 240 Z. Die auf dem Foto abgebildete, besonders aufregende Variante stammt aus dem Jahr 1972.
Der Alfa Romeo Alfasud war der Star des Turiner Salons 1972. Der Italiener wurde von 1971 bis 1975 gebaut. Schade, dass die Karrosserie des Kompakten häufig zu wünschen übrig ließ. Bis 1973 gab es ihn nur als Fünftürer.
Unbeeindruckt von allen neuen Stilrichtungen war der Citroen DS bis Mitte der 70er Jahre Ausdruck formschönen französischen Designs. Die ausgefeilte Aerodynamik war von der weiterhin Kühlergrills tragenden Konkurrenz längst noch nicht eingeholt worden.
Ein halbes Jahr nach dem Erscheinen des Mercedes-Benz 350 SL wurde auf dem Pariser Salon 1972 ein Schwestermodell präsentiert; der Typ 350 SLC, ein viersitziges Coupé mit festem Dach. Es entsprach in technischer und stilistischer Hinsicht dem Roadster, wies aber einen um 360 mm verlängerten Radstand auf.
Ein Ausflug ins Grüne mit dem Mercedes-Benz SL-Roadster.
Als Vorläufer des späteren M1, der erst 1978 auf den Markt kam, präsentierte BMW 1972 einen Prototypen mit der Bezeichnung BMW Turbo. Er besaß Flügeltüren und einen Mittelmotor. Für die Serienproduktion war er nie vorgesehen.
Ein Datsun 1200 aus dem Jahr 1972. In Japan hießen die Modelle übrigens auch in den 70ern schlicht Nissan, bevor die Marke ab 1982 einheitlich auch in Europa unter diesem Namen auftrat.
Man achte auf den schmucken Schriftzug an der Beifahrertür: Ein Porsche 911 2.0 Coupé aus dem Jahr 1972.