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Traditionsmarke feiert Geburtstag: 100 Jahre Alfa - 100 Jahre Leidenschaft

zuletzt aktualisiert: 04.02.2010 - 12:45

Düsseldorf (RPO). Diese Eleganz, dieser unverwechselbare Sound: Kaum einer anderen Automarke sind Menschen so leidenschaftlich verbunden wie Alfa Romeo. Die Treue der „Alfisti“ währt meist ein ganzes Leben. In diesem Jahr feiert die Traditionsmarke ihr 100-jähriges Bestehen.

Die Bremen Classic Motorshow feiert Alfa Romeo vom 5. bis zum 7. Februar zum 100-Firmenjubiläum mit einer besonderen Ausstellung. In der Sonderschau „Bella Macchina“ zeigen die Italiener sieben automobile Raritäten verschiedener Epochen. Zu sehen sind beispielsweise die Vintage-Rennwagen 6C 1750 Gran Sport (1930) und der 8C 2900 Le Mans (1938) oder auch extrem seltene Sportwagen wie der Grand 33.2 Stradale Prototipo (1967) und die „fliegende Untertasse“, der C52 Disco Volante Spider von 1952.

Den Bogen in die Gegenwart schlägt die Sonderschau in Halle 5 der Bremer Messe mit dem Alfa Romeo 8C Spider: Der 331 kW / 450 PS starke V8-Supersportwagen steht ganz in der Tradition legendärer Vorbilder und ist auf gut 100 Exemplare für den deutschen Markt limitiert.

Weltweit die meisten Markenclubs

Keine andere Automarke kann weltweit auf eine größere Anhängerschaft verweisen. Kein anderes Industrieunternehmen hat weltweit mehr Markenclubs als Alfa Romeo. Ihren Anfang nahm Alfa Romeo 1910 in Portello, einem Bezirk Mailands. Der Ursprungsname Alfa stand für „Anonima Lombarda Fabbrica Automobili“, zu deutsch Lombardische Automobilfabrik Gesellschaft.

Zuvor hatte der französische Automobilbauer Alexandre Darracq auf dem 36 Hektar messenden Gelände Pech mit seinen dort herstellten Autos. Von einem Franzosen wollten die patriotischen Italiener einfach nicht kaufen. So übernahmen schon bald Geschäftsleute aus der Lombardei das Werk und führen es unter Alfa weiter. Am 24. Juni 1910 wird das neue Unternehmen in das Handelsregister Mailands eingetragen.

Das erste Serienfahrzeug ist der Alfa 24 HP, der von einem 42 PS starken Vierliter-Vierzyliner angetrieben wird und eine Höchstgeschwindigkeit von erstaunlichen 100 km/h erreicht. Nur kurze Zeit, nachdem sich Alfa einen Namen im Motorsport gemacht hat, weicht die Personen- und Rennwagenproduktion Rüstungsaufträgen für den Ersten Weltkrieg. 1915 wird Alfa mit einer Firma namens "Accomandita Ing. Nicola Romeo & Co." zu Alfa Romeo verschmolzen.

Logo mit Mailänder Bezug

Als Firmenlogo bedient man sich kurzerhand dem Stadtwappen der lombardischen Finanz-Metropole Mailand, um so auch die tiefe Verbundenheit zur Heimatstadt zu zeigen. Zwei tragende Elemente des Wappens wurden übernommen: In der Mitte des Emblems befindet sich links das rote Kreuz auf weißem Untergrund. Im Alfa Romeo Logo rechts daneben befindet sich „Il Biscone“, die grüne Drachenschlange mit goldener Krone.

Dank der erwirtschafteten Rüstungsgewinne gedeiht das Unternehmen Alfa Romeo nach Kriegsende zu einem der führenden Fahrzeughersteller Italiens. Der Aufstieg beginnt. Bald verlassen neben Autos auch Lkw, Baumaschinen, Traktoren und Lokomotiven die Werkshallen. Derweil erkennt Geschäftsführer Nicola Romeo die verkaufsfördernde Wirkung von Rennsiegen und schickt sein Werksteam zu Rennveranstaltungen ins In- und Ausland.

Vierblättriges Kleeblatt

Bei der Targa Florio 1922 sieht sich Alfa-Werksfahrer Ugo Sivocci schon vom Pech verfolgt, als ihm die Startnummer 13 zugelost wurde. Für den abgäubischen Sivocci ein böses Omen. Da kommt einem Mechaniker die rettende Idee: Er malt mit Pinsel und Farbe ein vierblättriges Kleeblatt in einer weißen Raute auf bei Seiten der dunkelroten Motorhaube. Sivocci gewinnt und fortan erhalten alle Werksrennwagen von Alfa Romeo das „Quadrifoglio Verde“ als Glückbringer aufgemalt.

1925 holt Alfa Romeo in einem von Vittorio Jano konstruierten 140-PS-Rennwagen P2 die erste Weltmeisterschaft. Den Ingenieur hatte Romeo durch einen gewissen Enzo Ferrari von Fiat abwerben lassen. Ferrari wurde offiziell Fahrer, praktisch aber „Mädchen für alles“.

Der Börsenkrach am sogenannten schwarzen Freitag im Jahr 1929 treibt Alfa Romeo – wie unzählige andere Unternehmen auch – an den Rand des Ruins. Ab 1930 heißt die Firma „S.A. Alfa Romeo". Um Alfa Romeo am Leben zu erhalten, und damit den italienischen Markt nicht allein Fiat zu überlassen, greift 1933 das Staatliche Institut für den industriellen Wiederaufbau Italiens ein.

Für die Reichen und Schönen

Nur wenige sehr wohlhabende Menschen können zu dieser Zeit überhaupt an den Kauf eines Alfa Romeo denken. Der Alfa Romeo 8C 2900 B ist bis zu 205 km/h schnell und gilt 1937 als das schnellste Serienauto der Welt. Alfa Romeo berechnet für diesen automobilen Traum 115.000 Lire - ein Vermögen für die damalige Zeit.

1939 gehen in Europa die Lichter aus, der Zweite Weltkrieg verwüstet 1943 bei einem Bombenangriff drei Fünftel des Stammwerks in Portello. 1946 hört die Firma auf den Namen "Alfa Romeo S.p.A.".

1950 läuft der vierzylindrige Alfa Romeo 1900 in Portello vom Band. Mit ihm vollzieht die Marke die Entwicklung vom Luxushersteller zum Großserienbauer. Die neuen Modelle bewähren sich nebenbei auch wieder im Motorsport.

1954 erscheint mit der 1,3-Liter großen Giulietta der Alfa Romeo für den „kleinen Mann". Der Ausbau der Modellpalette nach unten ist der richtige Schritt. Der Durchbruch – auch auf den Exportmärkten – gelingt Alfa Romeo mit der Giulia, die von 1962 bis 1978 am neuen Produktionsstandort Arese von den Bändern rollt.

1900, Giulietta, Spider, Giulia, Alfasud

Spider und Giulia Sprint GT ("Bertone") heißen weitere Klassiker. Der bei Pininfarina entworfene und produzierte Spider läuft in seinen vier leicht unterschiedlichen Versionen gar 27 Jahre lang vom Band.

Der Alfasud nimmt mit Frontantrieb, großem Innenraum und einem kompakten Schrägheck zu Beginn der 70er Jahre die Golf-Klasse verweg. Sein Problem: Er leidet unter Rost und verspielt so seinen Vorsprung in einem Segment, das er selbst begründet. Auch die Alfetta aus dem Jahr 1972 plagen Qualitätsmängel. 

Der schleichende Abstieg der Marke setzt sich in den 80ern fort. 1983 löst der Alfa 33 den Alfasud ab. Zum 75-jährigen Firmenjubiläum erscheint 1985 der Alfa 75. Es ist der letzte Alfa Romeo, der im inzwischen gebeutelten Staatsunternehmen entsteht. Die Übergabe in private Hand ist längst beschlossene Sache.

Von Fiat geschluckt 

1986 gliedert Fiat die Firma in seinen Konzern ein. Nach 52 Jahren ist Alfa Romeo damit wieder in Privatbesitz. Erstes Modell ist der gemeinsam mit Fiat entwickelte Alfa 164. Eine Plattformstrategie hält hier wie in vielen anderen Autokonzernen Einzug. Das tut Alfa nicht gut, obwohl eine gewisse Eigenständigkeit verbleibt. Spider, GT, 147, 159, Brera oder 166 sind Beispiele dafür.

Erst 1997 steht die dynamische Mittelklasse-Limousine Alfa 156 als Schlüsselmodell für bessere Zeiten. Im Frühjahr 2000 wird der Berlina mit dem Sportwagon eine attraktive Kombiversion zur Seite gestellt.

Neue Strahlkraft seit 2006

Im Jahr 2006 blitzt wieder die Strahlkraft der Marke auf: Mit dem Alfa Romeo 8C Competizione demonstriert Alfa in einer limitierten Auflage von 500 Fahrzeugen seinen Glanz. Mit dem kompakten Alfa Romeo MiTo wagen sich die Italiener 2008 in das von BMW Mini beherrschte Segment der Lifestyle-Autos vor. Und zum 100. Geburtstag will Alfa Romeo in diesem Jahr mit dem Giulietta, der dem 147 folgt, an alte Erfolge anknüpfen.

Quelle: ampnet/RPO/kpl/chk

 
 
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