Abwrackprämie: 1,2 Millionen Käufer warten noch immer
zuletzt aktualisiert: 08.07.2009 - 07:33Dortmund (RPO). Die Abwrackprämie stellt die Geduld von zwei Drittel der Antragsteller vor eine harte Probe. Rund 1,2 Millionen Autokäufer warten laut einem Medienbericht noch immer auf die Umweltprämie.
Das berichtet die "Bild"-Zeitung und beruft sich auf das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). An 480.000 Antragsteller sei bisher Geld überwiesen worden.
Ein Bafa-Sprecher begründete die verzögerte Auszahlung dem Bericht zufolge unter anderem mit langen Wartezeiten vieler Autokäufer auf einen Neuwagen. In diesen Fällen könne die Prämie zunächst nur reserviert, aber nicht ausgezahlt werden. Ein weiterer Grund sei das weiterhin hohe Antragsvolumen, dass zu Engpässen bei der Bearbeitung führe, schrieb die Zeitung.
Der FDP-Wirtschaftsexperte Rainer Brüderle lehnt derweil weitere Mittel für die Abwrackprämie ab. "Das ist Wahlkampf durch den Auspuff auf Kosten der Steuerzahler", sagte Brüderle den Dortmunder "Ruhr Nachrichten".
Die Abwrackprämie sei ökologischer und ökonomischer Unsinn und führe zu erheblichen Marktverzerrungen. "Die Abwrackprämie wirkt wie eine harte Droge. Eine Verlängerung würde die Entziehung nur umso härter machen", sagte Brüderle.
Unions-Finanzexperte Michael Meister (CDU) sagte dem Blatt: "Der Steuerzahler ist nun genug zur Kasse gebeten worden." Die bereits erfolgte Anhebung von 1,5 auf 5 Milliarden Euro sei überaus großzügig gewesen und habe allen Interessierten genug Planungssicherheit gebracht.
Die Diskussion im Automobilbau müsse jetzt auf geeignete Anpassungsstrategien für die Stunde Null nach dem Auslaufen der Umweltprämie gerichtet werden, und zwar ohne großzügige Subventionen.
Auch die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Ute Berg, lehnte eine abermalige Aufstockung der Mittel für die Abwrackprämie ab.
Niedersachsens SPD-Landeschef Garrelt Duin forderte dagegen, jeder, der sein Auto verschrotte, solle bis zum Jahresende die volle Prämie erhalten. "Sollte der Fördertopf vorher ausgeschöpft sein, muss er aufgestockt werden", sagte Duin der "Bild"-Zeitung (Onlineausgabe).
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