Neue Schätzung des ADAC: 1,7 Millionen Autos dürfen nicht in Umweltzonen
zuletzt aktualisiert: 11.12.2007 - 09:58München (RPO). Viele Deutsche Autofahrer könnten 2008 gezwungen, sich ein neues Auto zuzulegen. Nach einer aktuellen Schätzungen erfüllen rund 1,7 Millionen Fahrzeuge nicht die Vorgaben, um eine der drei notwendigen Feinstaubplaketten zu erhalten. Die Folge: Die neuen Umweltzonen sind für die Fahrzeuge tabu. In 20 deutschen Städten sollen diese Zonen eingerichtet werden.
Rund 740.000 Benziner und 960.000 Diesel-Fahrzeuge erfüllten nicht die Vorgaben, sagte ein Sprecher des ADAC am Montag unter Berufung auf Zahlen des Automobilclubs und bestätigte damit einen Bericht der "Saarbrücker Zeitung". Insgesamt sind in Deutschland demnach rund 55 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Bisher sind in den 20 größten deutschen Städten Umweltzonen geplant, deren Umsetzung nächstes Jahr ansteht.
Nach Einschätzung des ADAC wird die Einführung von Umweltzonen viele Autofahrer dazu zwingen, sich ein neues Auto zu kaufen. Bei den meisten der 1,7 Millionen Fahrzeuge lohne sich keine Nachrüstung mehr. Das Bundesumweltministerium wollte diese Zahl laut "Saarbrücker Zeitung" nicht bestätigen.
Die Bundesregierung rufe zum Nachrüsten auf, es gebe aber Fahrzeuge, für die es noch keine Partikel-Filter auf dem Markt gebe, zitierte das Blatt einen Sprecher des Ministeriums. "Für die Leute heißt das, fahrt Fahrrad, fahrt Bus- und Bahn oder kauft euch im Zweifelsfall ein neues Auto. Das ist die brutale Wahrheit."
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet durch die Einführung der Umweltzonen mit Bewegung auf dem Kfz-Markt: Zwar werde "kein direkter Nachfrageschub" nach Neufahrzeugen ausgelöst. Allenfalls würden "die bisherigen Halter ihre Fahrzeuge umrüsten oder auf jüngere Gebrauchtwagen zugreifen", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann der Zeitung.
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