Veritas RS III: 335.000 Euro teures PS-Monster
zuletzt aktualisiert: 13.10.2008 - 14:38Düsseldorf (RPO). Der erste deutsche Formel-1-Wagen aller Zeiten war ein Veritas. Das ist lange her, über 60 Jahre. Jetzt kommt er wieder, für die Straße, 335.000 Euro teuer, bis zu 507 PS stark, höchstens 30 Exemplare werden gebaut.
Der Wagen kommt daher wie eine Flunder, nicht einmal einen Meter hoch, fast zwei Meter breit. Er klebt förmlich auf der Straße. Kleben werden wohl auch die Fliegen auf der Brille des Fahrers. Denn die Frontscheibe darf sich eigentlich gar nicht so nennen, ist nicht mehr als ein kleiner Stummel. Der Kopf des Fahrers ragt einsam über das Geschoss hinaus. Brille auf und Mund zu.
1947 bauten vier rennsportbegeisterte Autonarren unter dem Namen Veritas auf einem BMW-Chassis einen Rennsportwagen. Aus Teilen des BMW 328 schufen sie den Veritas, der mit 13 Deutschen Meistertiteln und 29 Ersten Plätzen in den ersten Nachkriegsjahren nahezu alle Rennen beherrschte. Kaum verwunderlich, dass ein Veritas Meteor der erste deutsche Wagen war, der jemals an einem Formel 1 Rennen teilgenommen hat.
Weil es jedoch bei der Zuverlässigkeit der Modelle und auch der Finanzen haperte, kam die Firma in Schwierigkeiten, wurde schließlich 1953 von BMW übernommen.
1999 dann kaufen wieder vier Rennsportfans die Namensrechte von BMW zurück, was schließlich auf den Veritas RS III hinausläuft. Bei dem stammen lediglich Getriebe und Motoren von BMW, der Rest wurde selbst entwickelt.
Die maximal 30 Käufer haben im kommenden Jahr dann die Wahl zwischen dem V8 aus dem BMW M3 mit Schaltgetriebe oder dem 507 PS starken V10 aus dem M5 mit sequenzieller Sechsgang-Box. Letzterer schafft es auf deutlich über 300 Stundenkilometer in der Spitze.
Der Wagen verzichtet - abgesehen von der Servolenkung - auf jegliche Fahrhilfen: ABS, ESP, Traktionskontrolle und sogar den Bremskraftverstärker sucht man vergebens. Den Käufer erwartet ein rudimentäres Fahrvergnügen. Weil das den Wagen nicht einfach beherrschbar macht, bekommt der Käufer für die 335.000 Euro immerhin noch einen Fahrerlehrgang spendiert.
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