Unvergessene Ikone: 40 Jahre Opel GT: Nur Fliegen ist schöner
zuletzt aktualisiert: 03.11.2008 - 07:36Rüsselsheim (RPO). Dieser Slogan ist in die Werbegeschichte eingegangen: „Nur Fliegen ist schöner“. Im November 1968 rollte der erste Opel GT vom Band. Die Schlafaugen, die geschwungene Silhouette – obwohl das Coupé nur fünf Jahre gebaut wurde, bleibt es unvergessen.
Zu den Händlern kam der Original-GT vor 40 Jahren - in den Köpfen einiger Opel-Mannen war er aber schon 1962 präsent. Damals gab es erste Überlegungen, einen echten Sportwagen zu bauen. Nach und nach wurden die Ideen konkreter. Aus anfangs noch eher zurückhaltenden Entwürfen entwickelte sich immer mehr eine für damalige Verhältnisse recht extravagante Form.
Das Ergebnis wurde 1965 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert: Auf der Internationalen Automobilausstellung zeigte Opel die Studie mit der Bezeichnung Experimental-GT. Dass daraus einmal ein Serienfahrzeug werden würde, war zu diesem Zeitpunkt ganz und gar nicht sicher. Bevor man an die Produktion denken wollte, sollte die Reaktion des Publikums auf Automessen getestet werden - der Prototyp stieß auf Begeisterung.
Auto verschwand vorübergehend
Dennoch ließ Opel das Auto erstmal wieder verschwinden. Hinter den Kulissen wurde aber fleißig weiter am Konzept und dessen Serienreife gearbeitet. Vor allem wurde die Studie optisch verfeinert. Als der GT im Jahr 1968 tatsächlich kam, verursachte er völlige Begeisterung.
Mit dem GT nahm Opel nebenbei vorweg, was heute als Plattformstrategie bekannt ist. Denn der GT sollte ja kein Traumauto für Superreiche werden, er war vielmehr als Sportwagen für Normalverdiener gedacht. Fahrwerkskomponenten und Motoren stammten daher aus den Konzerregalen.
Das Einstiegsmodell musste mit einem 60-PS-Motor aus dem damaligen Opel-Kleinwagen Kadett auskommen - kostete aber auch nur knapp 10.800 Mark. Der GT 1900 erhielt immerhin ein 90 PS starkes Aggregat aus der Limousine Rekord.
Opel hatte einen Treffer gelandet, dem man auch nachsah, dass er nicht in allen Belangen perfekt war. Mancher Interessent dürfte bei der ersten Besichtigung lange nach dem Griff für die Kofferraumklappe gesucht haben - doch weder Griff noch Klappe gab es beim GT. Vielmehr thronte auf dem Blech am Heck ein schicker Tankdeckel. Das Gepäck selbst durfte mit einiger Mühe und den entsprechenden Verrenkungen durch die Türen gewuchtet und hinter den Sitzen verstaut werden.
Nur wenige Änderungen
Weil der GT so wie er war geliebt wurde, gab es auch nur wenige Änderungen während seiner Bauzeit. Der Wunsch nach einer offenen Version wurde nicht erhört - es blieb bei zwei Prototypen. Stattdessen kam 1971 der GT/J als zusätzliche Modellvariante. "J" stand für Junior und war schon ein deutlicher Hinweis auf die Zielgruppe: junge Leute mit Lust auf Leistung und wenig Geld.
Der J bekam den 90 PS starken Motor. Die Käufer mussten aber mit einer kargen Ausstattung vorlieb nehmen. Dass außen Chrom gegen mattschwarzen Lack getauscht werden, mochte noch als sportlich durchgehen. Innen dagegen zeigten unter anderem Gummimatten statt des üblichen Teppichbodens, dass der Rotstift angesetzt worden war.
Schon zwei Jahre nach dem Start des J war die Geschichte des GT allerdings Mitte 1973 wieder vorüber - was nicht an mangelndem Publikumsinteresse lag. Vielmehr hätten verschärfte Sicherheitsvorschriften auf dem wichtigen Markt USA weit reichende Änderungen notwendig gemacht, die den Charakter verwässert oder gar eine Neukonstruktion erforderlich gemacht hätten. Doch 103 463 gebaute Autos haben gereicht, um den Satz "Nur Fliegen ist schöner" und den Opel GT an sich unvergessen zu machen.
Was vor 40 Jahren faszinierte, sollte im März 2007 zu neuem Leben erweckt werden. Doch der Nachfahre, immerhin als „Cabrio des Jahres 2007“ mit viel Vorschuss-Lorbeeren bedacht, hat an die legendäre Erfolgsstory bislang noch nicht anknüpfen können.
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