Abwrackprämie: Absatz steigt: Opel verzichtet auf Kurzarbeit
zuletzt aktualisiert: 14.02.2009 - 12:08Düsseldorf (RPO). Der angeschlagene Autobauer Opel kann dank des gestiegenen Absatzes aufgrund der Abwrackprämie auf weitere Kurzarbeit im thüringischen Werk Eisenach verzichten. Angesichts des Nachfrageanstiegs nach Kleinwagen werde in Eisenach auch die ersten drei Wochen im März durchgearbeitet, sagte GM-Europa-Vizechef Alain Visser.
Laut dem Bericht des „Handelsblatts“ war der Betriebsrat in Eisenach davon ausgegangen, dass im März erneut Kurzarbeit in Eisenach nötig ist. In Eisenach wird der Opel-Kleinwagen Corsa gebaut. Opel hatte bereits angekündigt, im Februar die geplante Kurzarbeit in den Werken Eisenach und im spanischen Zaragossa, wo ebenfalls der Corsa gebaut wird, um zwei Tage zu reduzieren. Die staatliche Abwrackprämie von 2500 Euro hat die Nachfrage zuletzt deutlich belebt.
"Wir spüren eine extreme Nachfrage, vor allem nach unseren Kleinwagen", sagte Visser. Schon im Januar seien die Auftragseingänge von Privatkunden bei Opel um die Hälfte gestiegen. "Die Nachfrage nach dem Agila hat sich sogar verdoppelt, die Bestellungen für unserem Kleinwagen Corsa haben um 70 Prozent zulegt, die für den Astra um 30 Prozent", zählte der Vizechef auf.
Einen tiefgreifenden Umschwung auf dem deutschen Markt dank der Abwrackprämie sieht Visser allerdings auch im Februar noch nicht. "Ich glaube, wir werden auch im Februar noch keine grundlegende Trendwende sehen, weil zwischen Bestellung und Auslieferung immer ein paar Wochen vergehen", sagte Visser. Persönlich erwarte er, dass der Effekt bei den Neuzulassungen in diesem Monat sowohl was den Gesamtmarkt als auch Opel angehe noch sehr gering sein werde. Erst im März werde sich das "spürbar in den Neuzulassungen niederschlagen".
Premiumhersteller leiden unter Abwrackprämie
Premiumhersteller leiden hingegen unter der so genannten Abwrackprämie. Nach Ansicht des Leiters des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer, führt die Abwrackprämie zu steigenden Leasing-Raten bei deutschen Autobauern. Damit sinke die Nachfrage nach deutschen Autos im Firmengeschäft oder - sollten Subventionierungen erfolgen - die Marge. "Die Abwrackprämie kostet damit die Premiumhersteller Erträge", sagte Dudenhöffer.
Der Branchenbeobachter sprach die Erwartung aus, dass die Gebrauchtwagenpreise von Firmenwagen weiter sinken. "Da Firmenwagen zu gut 75 Prozent von den deutschen Autobauern gestellt werden, muss befürchtet werden, dass die Abwrackprämie die Wiederverkaufswerte der Fahrzeuge der deutschen Autobauer in den nächsten Monaten verschlechtert", sagte Dudenhöffer. Stabile Wiederverkaufswerte seien einer der wichtigsten Kaufgründe für die Marken der deutschen Autobauer. Gingen sie zurück, bedeute dies, dass im Firmengeschäft niedrigere Gewinne gemacht würden.
Nachbesserungen gefordert
Unterdessen fodert der Bundesverband freier Kraftfahrzeughändler, dass jeder Käufer den Abwrackbonus ausgezahlt bekomme, auch nachdem die die dafür bereitgestellten 1,5 Milliarden Euro aufgebraucht sind. Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete, dass deren Vorstand Ansgar Klein dies in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gefordert habe. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) verlangt, dass die Prämie von 2500 Euro bereits bei Abschluss eines Kaufvertrags reserviert werden soll. Für den Fall, dass die bereitgestellten Mittel nicht ausreichten, müsse die Regierung entsprechend nachbessern. Immerhin nehme der Bund bei einem Kaufpreis von 15.000 Euro 2850 Euro Mehrwertsteuer ein.
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