Betrugsfälle mit Altautos: Abwrackprämie: Nachbesserung erwogen
zuletzt aktualisiert: 30.01.2009 - 15:25Berlin (RPO). Die Berichte über Manipulationen haben Folgen. Die Abwrackprämie wird womöglich nachgebessert, falls sich die Fälle häufen. Das erklärte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums.
Der Sprecher bezog sich unter anderem auf einen Fernsehbericht, wonach Autos, die eigentlich verschrottet werden sollten, mit Papieren ins Ausland verschoben oder sogar in Deutschland wieder zugelassen werden können, die ehemaligen Besitzer aber die Abwrackprämie von 2500 Euro kassieren. Die Prämie, mit der die Bundesregierung den Verkauf von Neuwagen ankurbeln will, ist aber an das Abwracken des alten und den Kauf eines neuen Autos gebunden.
Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums, Steffen Moritz, erklärte am Freitag, sollte es nicht bei Einzelfällen bleiben, werde darüber nachgedacht, das Verfahren zu verbessern. Moritz machte darauf aufmerksam, dass in der Regel zwei Betriebe mit dem Verschrotten eines Pkws zu tun haben: Ein anerkannter Montagebetrieb, in dem noch verwertbare Einzelteile ausgebaut werden. Dann geht das Restfahrzeug in eine von bundesweit zehn Schredderanlagen, die das Auto in ein kompaktes Paket pressen.
Da die Altfahrzeuge wegen der geringen Anzahl von Schredderbetrieben nicht sofort vernichtet werden könnten, kann es laut Moritz vorkommen, dass ein Altfahrzeug mit Papieren noch beim Demontagebetrieb steht, während der bisherige Halter mit Kopien der Autopapiere und einer Bescheinigung über die Demontage schon die Prämie beantragt. Die Papiere müssten aber bis zum Schredder beim Auto bleiben.
Die Regierung habe versucht, einen goldenen Weg zwischen unbürokratischem System und Missbrauchskontrolle zu finden. Sollte sich herausstellen, dass dieser Weg nicht gangbar sei, müsse über eine Verbesserung nachgedacht werden. Moritz rief dazu auf, Betrugsfälle dem Ministerium mitzuteilen.
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