Schwerste Beinverletzungen: ADAC-Crashtest: So gefährlich sind Streifschüsse
zuletzt aktualisiert: 13.08.2009 - 11:58Düsseldorf (RPO). Wenn zwei Fahrzeuge frontal aufeinandertreffen, kann das für die Insassen oft günstiger sein, als wenn sie seitlich stark versetzt kollidieren. Das ist das Ergebnis des jüngsten ADAC-Crashtests.
Zwei aktuelle Opel Astra mit geringer Überdeckung (weniger als 25 Prozent) prallten mit Tempo 56 aufeinander. Die Knautschzonen, die bei einem vollflächigen Aufprall Energie abbauen können, wirken in diesem Fall nur noch eingeschränkt, weil sich die Längsträger gegenseitig nicht abstützen können.
Schrammen die Autos derart aneinander vorbei, besteht die Gefahr, dass sich die Räder verhaken. Durch die Wucht des Aufpralls kann so das Vorderrad in den Fußraum des Fahrers eindringen und schwerste Beinverletzungen verursachen.
Dabei kamen im ADAC-Test den Fahrzeugen sogar noch die positive Auswirkung der geometrischen Identität zweier baugleicher Autos zu Gute. Deshalb standen die Fahrgastzellen zwar kurz vor der Belastungsgrenze, blieben aber stabil. Ein Unfall mit zwei unterschiedlichen Fahrzeugen hätte fatalere Folgen gehabt.
In einem zweiten Versuch mit veränderten Fahrzeugen zeigte der ADAC, dass auch bei einem Unfall mit geringer Überdeckung mehr Sicherheit für die Insassen möglich ist. Eine seitlich eingebaute Abgleitstruktur aus eingeschweißten Stahlblechen verhindert das Verhaken der Räder, die Fahrzeuge werden abgelenkt und gleiten aneinander vorbei. Die Belastungswerte für die Insassen konnten mit dieser baulichen Veränderung um ein Drittel reduziert werden.
Um die Gefahren der Kollision mit geringer Überdeckung zusätzlich zu minimieren, fordert der Club die Hersteller auf, eine Notbremsfunktion einzubauen, die nach einer Kollision über die Airbagsensorik und das ESP eingeleitet wird. Laut ADAC gab es 2007 in Deutschland rund 10.000 Unfälle mit geringer Überdeckung. Dabei wurden 75 Menschen getötet und über 1500 schwer verletzt.
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