Noch immer viele Mängel: ADAC-Tunneltest 2007: Zwölf mal die Rote Karte
zuletzt aktualisiert: 25.04.2007 - 14:20Düsseldorf (RPO). Der ADAC und seine Partnerclubs haben in 13 europäischen Ländern 51 Tunnel getestet. Dabei hat sich herausgestellt, dass immer noch nicht alle Tunnel den Standardanforderungen entsprechen. Zwölf Tunnels haben eine rote Karte bekommen, drei erhielten das Prädikat "bedenklich", sieben sogar das Urteil "mangelhaft".
Sieger des Tests ist Kroatien. Schon in den vergangenen Jahren glänzte das Land mit hervorragenden Testergebnissen. Dieses Ergebnis muss aber in Relation zu anderen getesteten Ländern gesehen werden. In Kroatien begutachtete der ADAC nur diesen einen Tunnel, in Österreich hingegen acht.
Der Tunnel Brinje auf der A1 zwischen Zagreb und Split wurde 2004 erbaut, ist eineinhalb Kilometer lang, mit allen sicherheitsrelevanten Details ausgestattet und vorbildlich für den Notfall gerüstet.
Deutschland ist Zweiter
Deutschland ist im Ländervergleich auf Platz zwei gelandet. Der 2006 eröffnete Tunnel Tiergarten Spreebogen auf der B96 in Berlin-Mitte ist Testsieger in Deutschland geworden. Sein komplexes Tunnelsystem mit vielen Ein- und Ausfahrten birgt allerdings mehr Risiko in sich. Dennoch entspricht er allen anderen Anforderungen. Tschechien kam in der Bewertung auf Platz drei für den zweiröhrigen Mrázovka-Tunnel in der tschechischen Hauptstadt Prag.
Schlusslicht sind mal wieder die Italiener. Der Testverlierer Paci 2 auf der A3 zwischen Salerno und Reggio Calabria bei Scilla befindet sich in einem katastrophalen Zustand und bietet keinerlei Sicherheitsvorkehrungen. Auch der Tunnel rund 200 Kilometer nördlich auf der A3 sieht es nicht viel besser aus. Auch der Serra Rotonda hat an Sicherheit wenig zu bieten.
Aber auch in Deutschland gibt es noch schwarze Schafe unter den Tunnel. Der Tunnel Gernsbach im Schwarzwald auf der B462 sorgt wegen dem Gegenverkehr und dem großen Anteil an Lkw für ein hohes Risiko. Hinzu stellten die Tester in der gut zehn Jahre alten Röhre große Defizite bei den Flucht- und Rettungs- wegen, der Lüftung und dem Notfallmanagement fest.
"In die Sicherheit der Tunnel investieren!"
ADAC Vize-Präsident Günter Knopf appelliert in diesem Zusammenhang an alle EU-Staaten: „Investieren Sie so schnell wie möglich in die Sicherheit Ihrer Tunnel und bringen Sie sie zumindest auf den Minimalstandard! Sichere Tunnel können Menschenleben retten.“
Deutschland ist schon aktiv. 40 Millionen Euro wurden bereits für Sofortmaß- nahmen ausgegeben. Weitere 140 Millionen Euro stehen parat. Insgesamt werden in den kommenden Jahren rund 550 Millionen Euro an betriebs- und bautechnischen Nachrüstungen in deutsche Straßentunnel investiert.
Bilder der Sieger- und Verlierer-Tunnel sehen Sie oben rechts. Alle getesteten 51 Tunnel im Überblick finden Sie unten.
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