Irak-Krieg könnte Navigationssysteme beeinträchtigen: Amerikaner verschlüsseln GPS-Signale
zuletzt aktualisiert: 18.03.2003 - 11:41Düsseldorf (rpo). Von einem Irak-Krieg könnten auch die Autofahrer betroffen sein - und zwar nicht nur durch steigenden Ölpreise. Navigationssysteme könnten in dem Fall ungenau arbeiten, wenn die Amerikaner die GPS-Signale wieder verschlüsseln.
Nach Informationen des Automobilclubs AvD sind davon besonders die Besitzer von billigen oder nachgerüsteten Geräten betroffen, die ausschließlich oder überwiegend über GPS funktionieren. Hochwertige Geräte arbeiten mit dem sogenannten "Map Matching", bei dem die gefahrene Wegstrecke mit einer zuvor gespeicherten sehr genauen Karte abgeglichen wird.
Die GPS-Signale werden hier nur zur Unterstützung benötigt, z.B. nach einer Überfahrt mit einer Fähre. Diese Geräte haben auch mit ungenauen GPS-Signalen keine Probleme. Viele Experten befürchten, dass die US-Armee vor Beginn des Krieges die GPS-Signale wieder codiert und damit eine künstliche Ungenauigkeit einbaut. Damit würde die bisherige Genauigkeit von ca. 5 Meter auf dann über 100 Meter ausgedehnt. Navigationsgeräte, die von diesen Signalen abhängig sind, könnten in diesem Fall oftmals falsche Positionen anzeigen.
Hintergrund dieser Ungenauigkeit ist die Angst der militärischen Führung, der Kriegsgegner könnte die amerikanische GPS-Technik für einen Angriff auf die amerikanischen Truppen nutzen. Bis vor wenigen Jahren waren die GPS-Signale ständig verschlüsselt. Erst der damalige US-Präsident Bill Clinton hat kurz vor dem Ende seiner Amtszeit die künstliche Ungenauigkeit der Signale abgeschafft.
Der AvD rät allen Autofahrern, die auf ihr Navigationsgerät angewiesen sind, sich mit ihrem Händler in Verbindung zu setzen. Dort kann man erfahren, mit welchen Signalen das jeweilige Gerät arbeitet und wie anfällig es bei einer künstlichen Ungenauigkeit der GPS-Signale wäre.
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