Manta-Zwilling feiert Geburtstag: Ascona - ein wirkliches Weltauto
zuletzt aktualisiert: 01.11.2010 - 09:59Düsseldorf (RPO). Ursprünglich sollte er nur ein neuer, größerer Kadett werden. Doch dann entwickelte sich der im Herbst 1970 vorgestellte Opel Ascona zu einer eigenen, fast 20 Jahre währenden Erfolgsgeschichte. Auf die Ford-Bestseller Capri und Taunus reagierte Opel mit einem cleveren Schachzug.
Wie der Taunus bei Ford entwickelte sich der Ascona bei General Motors zum ersten wirklichen Weltauto des Konzerns. In den achtziger Jahren konnte man den mittelgroßen Opel mit unterschiedlicher Spezifikation sogar bei Buick, Cadillac, Chevrolet, Holden, Isuzu, Oldsmobile, Pontiac und Vauxhall kaufen. In den Ruhestand geschickt wurde der Rüsselsheimer erst nach rund vier Millionen Einheiten durch den 1988 eingeführten Vectra.
Früher Lifestyle-Kombi
Anfangs stand der von Chefdesigner „Chuck“ Jordan eher sachlich gezeichnete und fast schon diskret auf dem Turiner Salon enthüllte Ascona eindeutig im Schatten des barock geformten Wettbewerbers aus Köln. Vor allem aber verdrängte das Sportcoupé Opel Manta seine biederen Limousinen-Zwillinge aus dem Rampenlicht. Dabei gab es den Ascona nicht nur als zwei- und viertürige Stufenhecklimousine und mit einem breiten Angebot an 1,2, 1,6- und 1,9-Liter-Vierzylinder-Benzinern, sondern auch als frühen Vorläufer heutiger, sogenannter Lifestylekombis.
Mit eleganter zweitüriger Sportkombiform für mehr Lust als Last, optionaler Seitenverkleidung in Holzoptik und der Typenbezeichnung „Voyage“ statt des bei Opel üblichen „Caravan“-Signets distanzierte sich der Kombi klar vom Handwerkermobil. Ein Trendsetter wurde der Ascona Voyage dennoch nicht, offenbar fuhr er seiner Zeit zu weit voraus.
In Antwerpen produziert
In Amerika zählten Ascona und Manta zu den wichtigsten Waffen gegen die immer weiter vordringende japanische und europäische Kompaktklasse. Sie waren dort unter den Bezeichnungen Opel 1900 Sedan und Opel Station Wagon zu haben. Produziert wurden die US-Versionen des Ascona im belgischen GM-Werk Antwerpen.
Dort liefen im Herbst 1975 auch die Bänder für den Vauxhall Cavalier an, der britischen Ausführung der zweiten Ascona-Generation. Tatsächlich wurden die GM-Modelle auf vielen Märkten und sogar in Großbritannien parallel verkauft. Eine Doppelstrategie, die den Ascona auf einen neuen Höhenflug schickte.
Der Ascona glänzte überdies mit Zuverlässigkeit und Siegen bei Rallyes. Regelrechte Rallyegeschichte schrieb der Ascona 1974: Das Opel-Team Walter Röhrl und Jochen Berger gewann die Rallye-Europameisterschaft mit beispielloser Souveränität. Mit Christian Geistdörfer als Copilot errang Walter Röhrl acht Jahre später sogar den Titel des Rallye-Weltmeisters.
Rallye-Weltmeister Walter Röhrl
Röhrls Auto, ein Ascona 400 mit 199 kW/270 PS starkem 2,4-Liter-16-Ventil-Motor, war als limitierte und etwas entschärfte Straßenversion schon vorher so begehrt wie sonst fast nur rare italienische Supersportwagen. 1983 feierte der Ascona 400 seinen letzten großen Sieg: mit Ari Vatanen bei der berühmt-berüchtigten Safari-Rallye in Kenia.
Der dritte und letzte Ascona 1981 wurde auf der neuen GM-„J“-Plattform mit Vorderradantrieb präsentiert. Neu war auch eine fünftürige Schrägheckversion, die an die Seite der zwei- und viertürigen Stufenhecklimousinen gestellt wurde. Obwohl Opel im Unterschied zur Schwestermarke Vauxhall weiterhin auf einen Mittelklasse-Caravan verzichtete, war die Baureihe bemerkenswert erfolgreich: Mit insgesamt mehr als 1,7 Millionen Einheiten verkauften sich der Ascona C (und Cavalier B) noch besser als die Vorgänger.
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