Angeblich deutsche Autos bevorzugt: Auch Frankreich rügt Klima-Pläne
zuletzt aktualisiert: 20.12.2007 - 11:42Paris (RPO). Nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich ist unzufrieden mit den EU-Klimaplänen für Autos. Nach Ansicht des europäischen Nachbarn ziehen Hersteller großer Autos Vorteile aus dem Vorhaben.
Der Gesetzesvorschlag der EU-Kommission vom Mittwoch "bevorzuge große Autos", bemängelte Premierminister François Fillon in Paris. Französische Hersteller kleiner und umweltfreundlicher Wagen würden dadurch unverhältnismäßig großen Zwängen unterworfen.
Frankreich hatte schärfere Vorgaben für deutsche Autobauer wie Daimler oder BMW gefordert. Paris beruft sich darauf, dass heimische Hersteller wie Renault und die PSA-Gruppe mit den Marken Peugeot und Citroën bereits erhebliche Anstrengungen zum Klimaschutz unternommen hätten.
Laut dem französischen Umweltminister Jean-Louis Borloo widerspricht der Brüsseler Vorschlag zudem dem Prinzip der "sozialen Gerechtigkeit". Mit Blick auf mögliche Preiserhöhungen bei Autos sagte er: "Es werden Käufer von Kleinwagen bestraft, die im Allgemeinen über weniger Mittel verfügen."
Nach Angaben der EU-Kommission dürften die Klimapläne Autos im EU-Schnitt um 1300 Euro verteuern. Paris argumentiert, Preisaufschläge seien für Mercedes- oder BMW-Käufer einfacher zu verkraften. Frankreich will im kommenden Jahr bei den Verhandlungen im EU-Ministerrat auf Nachbesserungen dringen.
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