Klemmende Gaspedale: Auch Peugeot ruft Autos zurück
zuletzt aktualisiert: 31.01.2010 - 13:58Paris (RPO). Nach Toyota ruft nun auch der französische Autokonzern PSA Peugeot-Citroen Autos zurück: In Europa sind 100.000 Fahrzeuge der Modellreihen Citroen C1 und Peugeot 107 betroffen, teilte der Konzern mit. Auch bei diesen Wagen könne sich das Gaspedal verklemmen, da sie mit denen im Toyota Aygo identisch sind.
Die beiden Modellreihen werden zusammen mit dem Toyota Aygo im Werk von Toyota Peugeot Citroen Automobile (TPCA) im tschechischen Kolin gebaut. Ein PSA-Sprecher teilte mit, die Halter betroffener Fahrzeuge der Baujahre 2005 bis 2009 würden schriftlich benachrichtigt. Toyota hatte am Freitag eine Rückrufaktion für weltweit 4,2 Millionen Autos mit potenziell klemmenden Gaspedalen gestartet.
Betroffen sind die Modelle Peugeot 107 und Citroen C1, die in tschechischen Fabriken hergestellt wurden. Dort produzieren Toyota und Peugeot gemeinsam.
Inzwischen zeichnet sich auch eine Lösung des Problems ab. Die US-Sicherheitsbehörde NHTSA akzeptiere einen Reparaturvorschlag, wonach das Pedal einen Abstandshalter bekommt, sagte am Samstag ein mit den Plänen vertrauter Vertreter der Behörde. Das klemmende Pedal hat nach Erkenntnissen der Aufsicht in den USA mehrere Unfälle verursacht, darunter einige mit tödlichem Ausgang.
Der weltgrößte Autokonzern muss weltweit 7,5 Millionen Fahrzeuge reparieren und hat Verkauf und Produktion zahlreicher Modelle in Nordamerika gestoppt. Das Debakel schadet nicht zuletzt dem Ruf des Unternehmens, das lange Jahre Bestnoten für Qualität und Sicherheit erhielt.
Toyota-Chef Akio Toyoda entschuldigte sich für das Debakel. "Es tut uns sehr leid, dass wir Kunden beunruhigt haben", sagte der Enkel von Unternehmensgründer Sakichi Toyoda im japanischen Fernsehsender NHK. Der Konzern arbeite mit Hochdruck an der Aufklärung des Problems und werde so schnell wie möglich eine Erklärung abgeben, um die Sorgen der Autofahrer zu zerstreuen. Kreisen zufolge will der Volkswagen -Konkurrent Anfang der Woche eine Pressekonferenz geben.
Die weltweite Menge der zurückgerufenen Fahrzeuge entspricht nahezu der Zahl der verkauften Wagen im vergangenen Jahr. Betroffen sind unter anderem der Luxuswagen Lexus und das Modell Camry, das bestverkaufte Auto in den USA. Der Verkaufsstopp werde wohl mindestens bis Mitte Februar andauern, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen Reuters.
Toyota legt am Donnerstag seine Ergebnisse fürs dritte Quartal vor. Im Geschäftjahr bis Ende März rechnet der Konzern mit einem Betriebsverlust von 350 Milliarden Yen (2,6 Milliarden Euro). Experten gehen davon aus, dass Toyota durch den Verkaufsstopp mindestens 550 Millionen Dollar Betriebsgewinn pro Monat einbüßt. Die Aktion droht den Konzern Experten zufolge zudem in den USA einen vollen Prozentpunkt beim Marktanteil zu kosten. Bislang kommt er auf 17 Prozent - knapp hinter General Motors.
Toyotas Rivalen versuchen auf dem hart umkämpften US-Markt von der Panne zu profitieren. Ford, GM und Hyundai bieten einen Nachlass von 1000 Dollar, wenn Kunden einen Toyota-Wagen für eines ihrer Modelle in Zahlung geben. Europas Marktführer Volkswagen, der mit Toyota um die Position des Branchenprimus kämpft, erwägt mehr Werbung in den USA, um Toyota-Käufer für sich zu gewinnen.
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