Doppelkupplungsgetriebe: Audi: Vorsprung durchs Schalten?
zuletzt aktualisiert: 17.06.2008 - 20:13Düsseldorf (RPO). Audi bastelt fleißig am S-Tronic-Getriebe mit sieben Gängen. Die Ingolstädter wollen damit die Autowelt oder zumindest das Automatikgetriebe revolutionieren. Bald soll es im Geländewagen Q5 Platz finden. Die Idee aber, die dahinter steckt, ist nicht neu.
Die S Tronic ist ein Doppelkupplungsgetriebe. Der Clou: Es arbeitet mit zwei Kupplungen parallel. So ist auf der zweiten Kupplung schon der nächsthöhere Gang eingelegt. Tritt der Fahrer aufs Gas und wird ein Gangwechsel fällig, dann öffnet sich die Kupplung mit dem niedrigeren Gang, während sich die mit dem höheren Gang schließt.
Das hat den Vorteil, dass die Zugkraftunterbrechung nicht entsteht – also die kurze Verzögerung der Kraftübertragung auf die Achsen, wenn das konventionelle Automatikgetriebe einen Gang rauf schaltet.
Audi nutzt solche Getriebe bereits beim TT und beim A3 – allerdings nur mit sechs Gängen. Jetzt sind sieben Gänge angepeilt.
Zugeben: Richtig neu ist die Idee nicht. Bereits in den 70er Jahren tüftelten führende Autohersteller – darunter Sportwagenhersteller Porsche – an einem Doppelkupplungsgetriebe. Heute haben die Doppelkupplungsgetriebe schon vielfach die Wege in die Karosserien von Serienautos gefunden – etwa in den VW Golf.
Die Doppelkupplungsgetriebe der verschiedenen Hersteller unterscheiden sich in technischen Nuancen – und im Namen: Was bei Audi S Tronic heißt, heißt bei VW DSG. Jedoch setzen viele Autohersteller die Doppelkupplungsgetriebe in kleineren Modellen mit schwächeren Motoren ein. Bei VW liegt die Obergrenze bei Motoren mit 320 Nm Drehmoment, dann beginnen die technischen Grenzen.
Audi verfolgt höher-tourige Ziele: Getestet wird das S Tronic unter anderem im neuen S 5 – eine 350 PS starke Maschine mit einem Drehmoment von 440 Nm. Und Audi ist zuversichtlich, den Geländewagen Q5 schon bald mit dem S-Tronic-Getriebe auszuliefern - geeignet für sieben Gänge und Motoren, deren Drehmoment im Bereich über 500 Nm ansiebelt.
Sogar Ferrari setzt im neuen California auf ein Doppelkupplungsgetriebe. Nur wie dieses bei den Italienern heißt, ist bis jetzt offen geblieben.