Studie schlägt Alarm: Aus der Abwrackprämie gefährdet 90.000 Jobs
zuletzt aktualisiert: 28.08.2009 - 08:20Berlin (RPO). Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger sieht schwere Monate auf die deutsche Automobilindustrie zukommen. Weil viele Verbraucher wegen der Abwrackprämie den Autokauf vorgezogen haben, drohe zahlreichen Unternehmen die Insolvenz. 90.000 Jobs sind in Gefahr.
Die Abwrackprämie läuft aus. Die Folgen werden nach Ansicht vieler Experten unmittelbar zu spüren sein. Auch die Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger. Ihr zufolge wird das Ende der Abwrackprämie die Zahl der Insolvenzen entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette deutlich steigen lassen, wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet. In der deutschen Autoindustrie seien mehr als 90.000 Arbeitsplätze in Gefahr.
Der Untersuchung zufolge ist die Situation besonders prekär für die Autohändler, obwohl diese im laufenden Jahr dank der Abwrackprämie sogar mehr Autos verkaufen werden als im Jahr zuvor. Dies sei ein Vorzieheffekt, wie Ralf Landmann, Partner von Roland Berger und Autor der Studie, der Zeitung sagte. Dieser geförderte Effekt werde die Händler nun wie ein Bumerang treffen. "Wenn die Abwrackprämie ausläuft, ist fast jeder zweite deutsche Händler akut von Insolvenz bedroht." Bis zu 30.000 Stellen könnten wegfallen.
Berater Landmann zufolge bedrohen Nachfragerückgänge und sinkende Renditen dabei "leider vor allem die großen Händlergruppen, die in den vergangenen Jahren eigentlich alles richtig gemacht haben". Ausgerechnet die Unternehmen, die viel Geld in das eigene Wachstum investiert hätten, litten nun unter der Kreditklemme und müssten um ihre Existenz bangen, sagte er.
Rund 95.000 Autokäufer können noch ihre Anträge für den Verschrottungsbonus einreichen, teilte noch am Donnerstag das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) mit. Demnach haben bereits mehr als 1,9 Millionen Autokäufer ihre Anträge auf die 2500 Euro eingereicht. Die Zahl der beantragten Prämien ist in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen. Der ADAC rechnet damit, dass der Fördertopf Ende kommender Woche ausgeschöpft ist.
Droht ein Chaos auf der Zielgeraden?
Unterdessen könnten einem weiteren Zeitungsbericht zufolge tausende Autokäufer kurz vor dem Auslaufen der Abwrackprämie trotz eines korrekten Antrags leer ausgehen. Wie die "Bild"-Zeitung in ihrer Freitagsausgabe berichtet, liegt dies an der Software des Bafa. Demnach ist es dem Bafa nicht möglich, auf seiner Internetseite minutengenau anzugeben, wieviele Anträge auf die Abwrackprämie noch gestellt werden können.
Autokäufer könnten kurz vor Ende der Abwrackprämie nicht exakt feststellen, ob noch ausreichend Geld im Fördertopf sei und ein Autokauf mit der Abwrackprämie bezuschusst werden könne, berichtet die Zeitung. Ein Sprecher des Bafa bestätigte der Zeitung, dass Antragsteller leer ausgehen könnten. Allerdings werde versucht, die Internetseite am letzten Tag der Abwrackprämie häufiger als bisher zu aktualisieren, um solche Entwicklungen zu vermeiden. Derzeit wird die Seite zwei Mal täglich aktualisiert. 95.000 Anträge sind noch möglich.
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