Studie: Autoproduktion: Deutschland wird abgehängt
zuletzt aktualisiert: 16.01.2010 - 13:29Hamburg (RPO). Laut einer Studie wird die Automobilproduktion in Deutschland in diesem Jahr um 100.000 Einheiten auf 4,8 Millionen sinken. Da Hersteller ins Ausland abwandern und die Nachfrage in Schwellenländern zunimmt, gehen Experten jedoch weltweit von einem Wachstum aus.
Die weltweite Zunahme der Autoproduktion wird sich um elf Prozent auf 63 Millionen produzierter Fahrzeuge steigern. Das ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung PwC, die zugleich die Bedeutung Deutschlands als Produktionsstandort schwinden sieht.
Maßgeblichen Anteil an dem weltweiten Produktionsanstieg hat laut PwC die asiatische Automobilindustrie. Für die Region schätzen die PriceWaterhouseCoupers-Experten, dass rund 3,2 Millionen Wagen mehr vom Band laufen werden als 2009.
Allein in China würden voraussichtlich mehr als zwölf Millionen Autos aus den Werkshallen rollen. Die Volksrepublik hatte die USA im vergangenen Jahr als weltgrößten Pkw-Markt überholt. Für Nordamerika rechnet PwC nach dem dramatischen Einschnitten des vergangenen Jahres mit einer Erholung um 1,9 Millionen auf 10,4 Millionen Wagen.
Volumenhersteller müssen bluten
Der Rückgang im Inland geht vor allem auf das Konto der Volumenhersteller, die nach dem Ende der Abwrackprämie kleinere Brötchen backen müssen. Dagegen können die Hersteller von Luxuskarossen wie Mercedes-Benz, BMW, Audi und Porsche aufatmen. Ihre Produktion wird der Prognose zufolge im laufenden Jahr um acht Prozent auf 2,5 Millionen Einheiten steigen.
Auch wenn der Pkw-Ausstoß im Jahr 2012 - wie PwC erwartet - in Deutschland an das Niveau vor der Krise anknüpft und wieder mehr als fünf Millionen Pkw produziert werden, wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Das Wachstum bleibe begrenzt, weil die Autobauer ihre Produktion zunehmend internationalisieren. Als Beispiel nennt PwC die Pläne von Mercedes-Benz, Teile der Produktion ihres wichtigen C-Klasse-Modells aus Deutschland in die USA zu verlagern. Volkswagen zieht derzeit ein Werk in den USA hoch, in Indien und Russland wird die Produktion hochgefahren.
Im vergangenen Jahr sank die heimische Produktion den Berechnungen zufolge um 500.000 auf 4,9 Millionen Einheiten. PwC führt dies darauf zurück, dass die Abwrackprämie den Verkauf von Kleinwagen angekurbelt hat, bei denen ausländische Anbieter die Nase vorn haben. Ebenfalls stark nachgefragte Kleinautos deutscher Hersteller werden oft ebenfalls im Ausland montiert. So rollt beispielsweise der 2009 besonders erfolgreiche VW Polo in Spanien und Südafrika vom Band.
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