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Google und TU Braunschweig: Autos fahren ohne Fahrer im Straßenverkehr

zuletzt aktualisiert: 10.10.2010 - 15:39

Braunschweig (RP). Erstmals ist in dieser Woche ein Auto automatisch im realen Straßenverkehr gefahren. Das 350.000 Euro teure Forschungsfahrzeug "Leonie" ist mit Hilfe von Laserscannern und Radsensoren in der Lage, ohne Fahrer eine rund elf Kilometer lange bekannte Strecke zurückzulegen. Der Internet-Konzern Google soll solche Fahrzeuge bereits entwickelt - und im Einsatz haben.

Die Technik für das Projekt "Stadtpilot" wurde von der Technischen Universität (TU) Braunschweig und dem angeschlossenen Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) entwickelt.

"Leonie" schafft es nach Angaben der Entwickler, auf der zweispurigen Straße des Braunschweiger Stadtrings bei bis zu 60 km/h die Spur zu halten, an Kreuzungen richtig zu reagieren und bei Gefahr zu bremsen. Per Satellitenortung kann das Auto seine Position im Verkehr berechnen. "Die ersten autonomen Fahrten sind schon allein aufgrund der realen städtischen Umgebung ein Meilenstein und Grundlage für viele weitere Forschungsjahre", sagte Projektleiter Jörn Marten.

"Leonie" ist rein äußerlich ein normaler VW Passat, jedoch vollgestopft mit jeder Menge Technik. Die Daten der Laserscanner und Radarsensoren gehen an einen großen Rechner im Kofferraum, dem "Gehirn" von "Leonie", wie Wille sagt. Den Abstand zu anderen Fahrzeugen hält "Leonie" abhängig von der Geschwindigkeit.

Derzeit sitzt zur Sicherheit noch ein Fahrer im Wagen, der im Notfall eingreifen kann. In einem nächsten Schritt wollen die Forscher den Fahrer auf die Rückbank verbannen und irgendwann vollständig durch Technik ersetzen. Eine Serienreife werde nicht angestrebt. Ziel des wissenschaftlichen Projektes sei es, das Fahren im Straßenverkehr sicherer zu machen, so eine Sprecherin der Hochschule.

Nach Angaben von Markus Maurer, Leiter des Instituts für Regelungstechnik, habe es schon seit den 80er Jahren Versuche zu automatischen Fahrten gegeben. An die Teilnahme am Straßenverkehr habe sich bislang aber niemand herangetraut.

Die New York Times hingegen berichtet, dass der Internet-Konzern Google bereits mehrere Fahrzeuge ohne eine Person hinter dem Steuer im Straßenverkehr einsetzt. Es handelt sich angeblich um eine Testflotte mit sechs Toyota Prius und einem Audi TT, die in Kalifornien unterwegs sein sollen. 

Aufnahmen zeigen Fahrzeuge, die ähnlich ausgestattet sind wie das Fahrzeug aus Braunschweig. Am auffälligsten ist eine auf dem Dach angebrachte Kamera. Die Wagen sollen darüber hinaus mit Radar-Sensoren und Laser- Messgeräten ausgestattet sein.

Die Fahrten von Google sollen sehr vielversprechend verlaufen sein. Demnach sind die Roboter-Autos sicherer und sogar zügiger unterwegs als Pkw, die von Menschen gesteuert werden.

Quelle: RP/ddp
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