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Assistenzsystem ACC InnoDrive: Bei Porsche müssen Fahrer nur noch lenken

zuletzt aktualisiert: 20.06.2011 - 13:31

Düsseldorf (RPO). Bei Porsche könnte der Fahrer bald den Fuß komplett vom Gas nehmen und sich nur noch auf die Bedienung des Lenkrads konzentrieren. Ein neues Assistenzsystem aus schwäbischem Hause soll den Wagen fast selbsttätig sparsam fahren und damit die die Lücke zwischen dem Norm- und dem tatsächlichen Kundenverbrauch verkleinern.

Porsches neues Assistenzsystem überlässt dem Fahrer nur noch die Funktion des Lenkradhalters.  Foto: Hersteller
Porsches neues Assistenzsystem überlässt dem Fahrer nur noch die Funktion des Lenkradhalters. Foto: Hersteller

Die ACC InnDrive genannte Technik basiert auf dem adaptiven Abstands- und Geschwindigkeitsregler (Adaptive Cruise Control). Sie nutzt zusätzlich erweiterte Navigationsdaten und die GPS-Positionierung um mithilfe der Steuerung von Motor, Getriebe und Bremsen ein verbrauchsoptimiertes Fahren fast ohne Zutun des Piloten zu ermöglichen. Bei den Vorserien-Erprobungsfahrten erreichten die Porsche-Ingenieure Einsparungen von rund zehn Prozent.

Aktivieren die meisten Autofahrer das herkömmliche ACC hauptsächlich auf der Autobahn, um den Abstand zu voranfahrenden Verkehr sicherer einhalten zu können, ist ACC InnoDrive besonders für den Einsatz auf Landstraßen oder im Stadtverkehr gedacht. Das System errechnet in Echtzeit, wo sich das Fahrzeug befindet und hinbewegt.

Testfahrten im Panamera

Es kennt beispielsweise genau den Straßenverlauf mit den Steigungen und Gefällen sowie Straßenkrümmungen und Kurvenradien. Außerdem sind Geschwindigkeitsbeschränkungen und Kreuzungen hinterlegt. Daher sorgen im aktivierten Zustand Gas, Getriebe und Bremse vollautomatisch für eine flüssige und effizienzorientierte Fahrt. Der Fahrer muss nur lenken. Er kann aber jederzeit eingreifen, indem er bremst oder beschleunigt.

In der Praxis funktioniert das System ganz unspektakulär. Eingebaut für Testfahrten in einem Panamera S mit 294 kW/400 PS, wählt der Fahrer einen Modus vor. Zur Wahl stehen Komfort und Dynamik.

Hohe Dynamikwerte

Je nach Einstellung sind die Parameter für die Gangwahl, die Beschleunigungswerte oder den Bremseingriff komfortabler oder fahraktiver eingestellt. So liegen bei der Dynamikvariante die maximalen Querbeschleunigungswerte mit 4,5 Meter pro Sekunde relativ hoch, bei der Komfort-Version sind es hingegen verträglichere 3,5 Meter in der Sekunde.

Andere Vorgaben sind möglich, außerdem plant Porsche einen ECO- und einem besonders sportlichen Modus. Zudem könnten auch Vorlieben des Piloten berücksichtigt werden.

System reagiert vorausschauend

Sobald das System aktiviert ist, beschleunigt und verzögert der Panamera alleine. Der Fahrer muss nur lenken. ACC InnoDrive reagiert vorausschauend, weiß also, dass hinter der Kuppe eine scharfe Linkskurve kommt und passt die Geschwindigkeit entsprechend an. Oder es nutzt je nach Anforderung zum Geschwindigkeitsabbau den Motor, die Bremsen oder das Segeln. Ziel ist immer, den optimalen Umgang mit dem Treibstoff zu erreichen.

Um die Fahrstrecke von einem Kilometer zu analysieren, benötigt der Computer etwa eine Sekunde. Dabei gehen rund 600.000 Datensätze in diese Berechnung ein. Bei den Testrunden konnte das vorgegebene Ersparnis von einem Liter gegenüber dem Fahren ohne Unterstützung des Computers erzielt werden. Und auch das Versprechen, dass das System bei allen Vorgaben durchaus die Porsche-typischen sportlichen Parameter nicht außer Acht lässt, wurde gehalten.

Noch nicht serienreif

Bis zur Serienreife dauert es allerdings noch. Erst in zwei Jahren stehen die entsprechenden topographischen Kartendaten zur Verfügung. Unklar ist noch, in welchem Porsche ACC InnoDrive Premiere feiert. Die Reiselimousine Panamera wäre sicherlich nicht die schlechteste Wahl, da bei den Käufern nicht unbedingt nur der sportliche Fahransatz im Vordergrund steht.

Außerdem gibt es hier eine Hybrid-Variante, die sich nach Ansicht der Porsche-Techniker besonders gut eignen würde, die Vorteile des Systems zu optimieren. So könnte es erkennen, wo am besten rekupariert wird und dafür sorgen, dass beispielsweise im Stadtverkehr ausreichend Batterieleistung für elektrisches Dahingleiten zur Verfügung steht.

Quelle: SP-X/em

 
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