Alfas neue Schönheit: Betörend: So fährt sich die neue Giulietta
VON PETER ECK - zuletzt aktualisiert: 31.05.2010 - 08:31Düsseldorf (RPO). Auf einen der großen Namen seiner Historie greift Alfa Romeo bei seinem neuen Kompaktfahrzeug zurück. Die wiederbelebte Giulietta soll die Marke ab 19. Juni endgültig aus dem Verkaufstal führen. Wir haben die betörende Schönheit gefahren.
Der Rückgriff auf einen Traditionsnamen ist in der Automobilindustrie nichts Neues. Schon Volkswagen versuchte mit dem Beetle vom Käfer-Mythos zu profitieren und Citroen schlägt mit den DS-Modellen eine Brücke zur unübertroffenen „Göttin“. Gleiches versucht jetzt auch Alfa Romeo mit seinem neuen Angebot in der Golf-Klasse. Mit der Giulietta wird ein großer Name der 50er-Jahre wiederbelebt, der in den 70ern nochmals aufflammte.
Der Nachfolger des kompakten 147 ist ein keilförmig ausgerichtetes Fließheck-Fahrzeug und mit 4,35 Metern ist er 15 Zentimeter länger geraten als ein VW Golf. Wie schon bei anderen Modellen „verstecken“ die Designer die hinteren Türgriffe, um das Fahrzeug zumindest auf den ersten Blick wie einen sportlichen Zweitürer wirken zu lassen.
Das insgesamt elegant-sportliche Design passt vorzüglich zu den Fahreigenschaften der Giulietta. Denn dieser Alfa wendet sich anders als sein Vorgänger, der allerdings deutlich kleinere 147, nicht allein an den Alfisti mit nervösem Gasfuß. Die Grundabstimmung ist sogar eher komfortabel, auch und gerade im Vergleich zu deutschen Wettbewerbern.
Wunderbare Federung
Der kompakte Alfa federt wunderbar, gibt aber über Fahrwerk und die sehr gelungene Lenkung jederzeit genug Rückmeldung. Das neue Fahrwerk zählt zum Besten, was die Kompaktklasse derzeit zu bieten hat; wer will, kann natürlich mit der Giulietta auch viel (Fahr-)Spaß haben. Serienmäßig verfügen alle Modelle über den sogenannten DNA-Schalter, mit dem man per Knopfdruck den Wagen aus der Normalstellung heraus auf „Sport“ scharfstellen kann oder eine sanftere Allwetter-Stellung wählt. So viel sei gesagt: Echte Alfisti werden sich vom Sport-Modus mit seiner direkteren Gasannahme und der giftigeren Bremse auch im Alltag wohl kaum trennen mögen.
In der Fahrzeugfront mit dem großen, neu interpretierten Markenschild wurde ein LED-Tagfahrlicht installiert, auch am Heck kommt bei den Rückleuchten LED-Technik zum Einsatz. Alfa bietet zur Markteinführung vier Motorisierungen, darunter zwei Benziner mit 1,4-Litern Hubraum und wahlweise 88 kW/120 PS oder 125 kW/170 PS, letzterer mit der neuartigen Multiair-Technologie. Zwei Diesel, ein 1,6-Liter mit 77 kW/105 PS und ein 2,0-Liter mit 125 kW/170 PS, ergänzen das Angebot. Schon kurz nach der Markteinführung wollen die Italiener das Spitzenmodell Quadrofoglio Verde (QV) nachliefern. Dieses wird dann von einem 172 kW/235 PS starken Benziner mit Direkteinspritzung angetrieben, dessen Kraft an alle vier Räder geleitet wird.
Technischer Leckerbissen
Der neue, sogenannte 1750 TBi-Motor (für 1,75 Liter Hubraum) verfügt über technische Leckerbissen wie einen doppelten Phasenversteller und ein neues Steuerungssystem, mit dem durch die Nutzung zusätzlicher „Spülluft“ das Turboloch eliminiert werden soll. Damit wird ein maximales Drehmoment von 340 Newtonmetern schon bei 1.900 U/min realisiert. Mit einer Literleistung von rund 134 PS setzt der Motor zudem einen neuen Bestwert für Vierzylinder. Wie alle Motoren verfügt auch das stärkste Aggregat serienmäßig über ein Stopp-Start-System. Der Gepäckraum entspricht mit 350 Litern ungefähr dem des VW Golf.
Die Preise für die Alfa Romeo Giulietta mit 88 kW/120 PS beginnen bei 19.900 Euro. Die erste Giulietta wurde über zehn Jahre von 1954 bis 1964 in rund 180.000 Exemplaren gebaut. Sie war als erster Alfa auch für den Normalverdiener einigermaßen erschwinglich und macht vor allem durch die leichten und besonders sportlichen Sprint-Modelle Furore. Die zweite, keilförmige Auflage wurde in der Zeit zwischen 1977 und 1985 gebaut.
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