Neue Gespräche: Biosprit: Ministerium drängt Autobauer
zuletzt aktualisiert: 07.02.2008 - 17:09Berlin/München (RPO). In der Biosprit-Debatte lädt das Umweltministerium Vertreter des VDA und der Autobauer zu neuen Gesprächen ein. Solange Unsicherheiten bei den genannten 375.000 Autos bestünden, will die Regierung die geplante Biokraftstoff-Verordnung nicht umsetzen.
Das Bundesumweltministerium drängt die Autohersteller zur Prüfung ihrer Modelle auf die Biosprit-Verträglichkeit. Laut ADAC vertragen mehrere Millionen Fahrzeuge keinen Kraftstoff, der zehn Prozent Biosprit enthält. Laut VDA sind es nur 375.000 Pkw. Die Regierung will die Beimischung von zehn Prozent Biosprit ab 2009 aus Klimaschutzgründen vorschreiben.
Bislang sind Benzin und Diesel zu fünf Prozent Biosprit beigemischt. Eine Erhöhung dieser Quote auf zehn Prozent vertrügen mehrere Millionen Fahrzeuge nicht, sagte ADAC-Sprecher Maximilian Maurer in München. Langfristig könne es zu Motorschäden kommen, gefährdet seien vor allem Aluminium- und Kunststoffteile wie Benzinpumpen, Einspritzdüsen und Dichtungen. Der VDA könne nur für die deutschen Hersteller sprechen, kritisierte Maurer.
In Deutschland stammten aber 40 Prozent der rund 30 Millionen Fahrzeuge von ausländischen Autobauern. Das Umweltministerium lud deshalb neben dem VDA auch den VDIK zur Überprüfung der Zahlen ein.
ADAC-Sprecher Maurer forderte, jeder Autobauer müsse seine gesamte Produktpalette, also auch ältere Fahrzeuge, auf die Biosprit-Verträglichkeit testen. Autofahrer müssten darauf achten, denn "bei einem Auto, von dem ich nicht weiß, ob es Bio-Ethanol verträgt, muss ich so tun, als könne es das nicht", sagte der ADAC-Sprecher weiter. Alles andere sei ein Sicherheitsrisiko. Um dieses Risiko zu vermeiden, können betroffene Autofahrer Super Plus tanken, das auch ab 2009 einen Anteil von fünf Prozent Biosprit enthalten wird. Es ist aber derzeit teurer.
Das Bundesumweltministerium wies darauf hin, dass der Beschluss zur Beimischung von Biokraftstoffen noch nicht gefallen ist. Das Kabinett solle sich damit im Mai befassen. Solange Unsicherheiten bestünden, werde die Regierung die geplante Biokraftstoff-Verordnung nicht umsetzen.
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