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Ergebnis geringerer Nachfrage: BP-Chef: Aus für Normalbenzin

VON MARTIN KESSLER - zuletzt aktualisiert: 01.01.2008 - 11:16

Bochum (RP). Der Deutschland-Chef von BP, Uwe Franke, erwartet das baldige Ende des günstigeren Normalbenzins. Das sei keine „heimliche Preiserhöhung“, sondern das Ergebnis geringerer Nachfrage.

Normalbenzin wird in absehbarer Zeit vom Markt verschwinden, weil immer weniger Autos es tanken. Das ist die Prognose des BP-Chefs von Deutschland, Uwe Franke. „Es ist keine einseitige Aktion der Ölkonzerne”, sagte der Bochumer Manager im Gespräch mit unserer Redaktion. Im abgelaufenen Jahr wurden nur noch 80.000 Autos zugelassen, die mit Normalbenzin fahren. Dagegen stehen über drei Millionen Fahrzeuge, die Superbenzin benötigen.

Der Marktanteil gehe seit Jahren ständig zurück – zuletzt um acht Prozent auf deutlich unter 20 Prozent (Anteil am Ottokraftstoff-Markt). Wenn es zu teuer werde, Normalbenzin zu akzeptablen Preisen an den Tankstellen anzubieten, werde BP das Normalbenzin für seine deutsche Marke Aral aus dem Markt nehmen. Schon jetzt habe der Autofahrer ja keinen Preisvorteil mehr, wenn er Normal tanke.

"Keine heimliche Preiserhöhung"

Franke wehrt sich dagegen, dass es sich hierbei um eine „heimliche Preiserhöhung” handle. Schließlich habe Aral den Preis für Super um einen Cent gesenkt. Das Entgelt für die unterschiedlichen Benzinsorten richte sich nach Angebot und Nachfrage an der internationalen Produktenbörse in Rotterdam. Hier sei der Preis für Normalbenzin aufgrund der amerikanischen Nachfrage gestiegen. Wenn der inländische Bedarf weiter falle, so Franke, könnten Größenvorteile nicht mehr genutzt werden. Dann werde Normalbenzin noch teurer.

Den Wettbewerb auf dem Benzinmarkt hält der BP-Chef für einen der intensivsten in ganz Europa. „Bisweilen sinken die Preise an einem Wochenende um acht Cent, weil die Tankstellen auf Veränderungen in Minutenschnelle reagieren”, sagte der Öl-Manager. Wer hier nicht aufpasse, könne schnell viel Geld verlieren. Die Verbraucher könnten indes sparen, wenn sie für Preisveränderungen sensibel seien.

Marktkräfte am Werk

Franke hob hervor, dass auf Dauer auch Qualitätsbenzin sich am Markt durchsetzen werde. „Das ist in Phasen hoher Preise nicht immer deutlich”, sagte Franke. Aber am Ende spare der Autofahrer mehr, wenn er mit Qualitätsbenzin den Motor sauber halte und die Motorleistung verbessere. Hier seien die Unterschiede bisweilen größer als die Verbraucher sie annähmen. Dass Diesel zum ersten Mal teurer ist als Benzin, hält Franke ebenfalls für ein Ergebnis der Marktkräfte. „Benzin ist eben im Verhältnis billiger geworden, da dieser Treibstoff im Dezember preislich umkämpft wurde und als Koppelprodukt zu Heizöl im Winter teurer wird”, sagte der BP-Chef. Das wog zeitweise an einzelnen Tankstellen sogar den Steuernachteil von knapp 20 Cent auf.

Im Jahresdurchschnitt betrug der Abstand allerdings immer noch 16 Cent. Ob der Benzinpreis dauerhaft unter den Dieselpreis fällt, wollte Franke indes nicht prognostizieren. Das hängt von der Nachfrage nach Diesel-Fahrzeugen und den bestehenden Raffineriekapazitäten ab. Einen Engpass bei Diesel oder Benzin schloss Franke indes aus.

Biokraftstoffe problematisch

Den Einsatz der bisherigen Biokraftstoffe hält der BP-Chef für problematisch. „Der Alkohol Äthanol bringt nicht allzu viel”, sagte Franke. Mit der ersten Generation von Beimischungen werde man nicht zum Ziel kommen, meinte der Unternehmenschef. „Wenn die angestrebten 17 Prozent an Energieinhalt im Jahr 2020 erreicht werden sollten, spart das insgesamt nur 15 Millionen Tonnen CO2.“ Das entspreche der Leistung eines großen Kohlekraftwerks.

Insgesamt sei der Verkehr eben nur für ein Fünftel des Ausstoßes der Klimagase verantwortlich. „Damit liegen wir deutlich hinter der Kraftwerkswirtschaft und der Industrie”, sagte Franke. Der BP-Konzern gebe jährlich eine Milliarde Dollar für alternative Energien und die Erforschung neuer Biokraftstoffe aus. „Die Jatropha-Pflanze bietet zur Produktion von alternativem Diesel ein gewaltiges Zukunftspotenzial”, sagte Franke. Ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Chemieriesen Dupont soll als neuen Biokraftstoff das Butanol entwickeln. „Es erreicht 85 Prozent des Energiegehalts des bisherigen Benzins, Äthanol nur knapp 66 Prozent”, erklärt Franke. Mit den Biokraftstoffen der zweiten Generation könne dann auch der Verkehr einen zentralen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Bestandsgarantie für Aral

Eine Bestandsgarantie gab BP-Chef Franke für die Marke Aral. „Wir haben uns nach der Übernahme von Veba Oel bewusst für Aral als eine der bekanntesten deutschen Marken entschieden”, sagte er. Es wäre betriebswirtschaftlich unsinnig, diese Marke etwa zugunsten von BP aufzugeben.

Quelle: RP

 
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