Der Frühling ist da: Das sind die neuen Cabrios 2009
zuletzt aktualisiert: 31.03.2009 - 09:17Düsseldorf (RPO). Erste wärmende Sonnenstrahlen kündigen den Frühling an. Die Tage werden wieder länger. Die neuen Cabrios 2009 locken ins Freie. Wollen Sie wissen, welche das sind? Hier finden Sie die Frischluft-Begleiter.
Von Audi über Porsche bis zu Mini oder Fiat 500 gestaltet sich das Open-Air-Angebot 2009 sehr vielfältig. Das neue Mini Cabrio steht zum Preis ab 22.500 Euro bereits seit dem 28. März in den Schaufenstern. Das Dach kann bis Tempo 30 geöffnet und geschlossen werden und legt sich in 15 Sekunden hinter die Rückbank.
Dicht vor seinem Marktstart steht auch der neue Peugeot 308 CC. Anfang April steht er bei den Händlern. Raffiniertes Feature der Franzosen: Neu ist eine Airwave genannte Nackenheizung in den Kopfstützen der Vordersitze, mit der die Cabrio-Saison verlängert werden soll. Der neue Porsche Boxster, der auch in einer leistungsgesteigerten S-Version erhältlich ist, ist bereits zu Preisen ab 46.142 Euro im Handel.
Im September feiert das erste Cabrio von Nissans Nobelmarke Infiniti Marktstart in Deutschland. Der 3,7-Liter V6-Motor im G37 leistet 320 PS. Der neue Audi TT RS der neue Star der TT-Reihe werden wird. Mit mehr als 300 PS soll er künftig in einer Liga mit Porsche wetteifern. Vor Herbst kommt er allerdings nicht. Außerdem kommen von Audi das A5/S5 Cabrio. Schließlich krönt Mercedes im Herbst seine E-Klasse mit einer offenen Version, die den CLK beerbt.
Verdeckfrage: Haube oder Helm?
Dabei gilt mittlerweile: Wie sich Benziner oder Diesel in zwei Lager teilen gilt das auch für die Cabrio-Fraktion. Denn seit Mercedes mit der ersten Generation des SLK und Peugeot mit dem 207 CC das versenkbare Stahldach eingeführt haben, ist die Welt der Frischluftfreunde gespalten.
Stoffhaube oder Stahlhelm lautet hier die Frage. Und während sonst viele Trends nach kurzer Zeit den Markt dominieren, haben die Hersteller die Kunden bei dieser Entscheidung nicht von der Qual der Wahl erlöst. Denn bei den Neuheiten halten sich Textilverdecke und versenkbare Hardtops nach wie vor die Waage.
Während in dieser Saison der Audi A5 und die zweite Auflage des Mini Cabrios mit Stoffdach starten, gehen Peugeot 308 CC oder Lexus IS 250 mit Stahlverdeck ins Rennen. Nur der BMW Z4 wechselt die Fronten und kommt mit einer Aluminiumschale unter eine feste Haube. Eine eigenwillige Zwischenlösung wählt Fiat bei seinem 500 Cabrio, das wie in den Anfängen der 50er Jahre eine Stoffmütze bekommt.
Neben der subjektiven Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Design gibt es für beide Lösungen Argumente. So betont etwa Ulrich Herfeld, der die Verdeckentwicklung beim Audi A5 geleitet hat, das geringe Gewicht der Stoffkonstruktion: "Unser Dach wiegt nur 50 Kilo." Beim kleineren VW Eos dagegen kommt die Haube nach Werksangaben auf 88 Kilogramm.
Umgekehrt reklamieren die Entwickler von Hardtop-Modellen wie Z4-Projektleiter Werner Kleeberger den geringen Luftwiderstand, der sich ebenfalls auf den Verbrauch auswirkt. Außerdem sei ein Cabrio mit festem Dach ohne Einschränkung ganzjahrestauglich, sagt Kleeberger: "Das Raumklima bleibt stabil, wohingegen bei einem Stoffdach im Winter manchmal der Eindruck von Feuchtigkeit eintreten kann."
Festes Dach nicht sicherer
Das lässt Audi-Entwickler Herfeld nicht gelten. Insbesondere mit dem optional angebotenen Akustikverdeck liege das A5 Cabrio bei Temperatur- und Geräuschisolierung auf einem Niveau mit dem geschlossenen Coupe: "Vorteile fürs Hardtop gibt es da also nicht."
Subjektiv mögen sich die Kunden unter einem festen Dach sicherer fühlen, doch de facto gebe es selbst dafür keinen Grund, sagt Audi-Sprecher Jochen Grüten: Bei einem Unfall bieten beide Verdecksysteme weniger Schutz als ein festes Dach, weshalb bei den meisten Cabrios vor einem Überschlag spezielle Überrollbügel hinter den Kopfstützen hervorschießen. Und auch die Angst vor Vandalismus und Einbruch sei bei einem Stoffdach unbegründet, betont Grüten und verweist auf die Versicherungseinstufungen: "Dort schnitt das A4 Cabrio zuletzt besser ab als manches Hardtop-Modell."
Unterschiede gibt es dagegen in der Bedienung: So kann man vor allem Stoffdächer bei niedrigen Geschwindigkeiten oft auch während der Fahrt öffnen und schließen. Technisch funktioniert das zwar auch mit einem versenkbaren Hardtop: "Aber laut geltendem Gesetz darf sich ein Verdeck während der Fahrt nur dann öffnen und schließen lassen, wenn der Blick auf das hintere Kennzeichen und auf die dritte Bremsleuchte durch diesen Vorgang nicht beeinträchtigt wird", schränkt BMW-Sprecher Friedbert Holz ein. Beim neuen Z4 funktioniert der Dachmechanismus deshalb ebenso wie beim Mercedes SLK und den allermeisten anderen Hardtop-Cabrios nur im Stand.
Frage des Geschmacks
Auch beim Gepäckraum trennen die beiden Lager Welten: Weil das Hardtop trotz verbesserter Mechanismen mehr Platz benötigt als ein Stoffverdeck, werden die Kofferräume der Klappdach-Modelle im Open-Air-Betrieb deutlich kleiner. Doch sobald das Dach geschlossen ist, sieht die Sache anders aus: Dann erscheinen die Hardtop-Modelle als Raumriesen.
Wiegt man die Argumente gegeneinander ab und schenkt beiden Lagern gleichermaßen Glauben, wird die Entscheidung zwischen Hard- oder Softtop letztlich zu einer Frage des Geschmacks. Nicht überall geraten die Kunden jedoch derart in die Zwickmühle, denn bei ganz wenigen Modellen haben sie tatsächlich die Wahl: Den Mazda MX-5 und den Chrysler Sebring gibt es mit Helm oder Haube.
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