Toyota baut Hybridangebot aus: Der Auris kommt als kompakter Hybrid
VON GÜNTER WEIGEL - zuletzt aktualisiert: 27.08.2010 - 08:00Düsseldorf (RPO). Toyota baut das Hybridangebot aus. Auf Dauer soll in jedem Marktsegment ein Hybrid für günstige CO2-Emissionen sorgen. Den Anfang unter den Neuen macht ab 18. September der Auris Hybrid.
In der Kompaktklasse sieht die Marke das größte Potential, um Kunden von der immer noch neuen Technik zu überzeugen. Bislang wurden viele vom extremen Design des Prius abgeschreckt. Jetzt gibt es die gleiche Technik konventionell verpackt und dazu noch günstiger. Mit einem Einstiegspreis von 22.950 Euro unterbietet der 100 kW/136 PS starke Auris Hybrid den Prius um rund 2.500 Euro.
Optisches Feintuning
Äußerlich unterscheidet sich der Hybrid vom normalen Auris nur marginal. Ein winziges Heckspoilerchen ziert die Abrisskante des Dachs. 15-Zoll-Leichtmetallfelgen und blaue Hybrid-Embleme gehören noch zu den beträchtlichsten Neuerungen. Immerhin sorgt das optische Feintuning für eine weitere Verbesserung des CW-Wertes auf nunmehr 0,283 statt 0,29.
Im Interieur fällt zuerst der kleine Joystick zur Steuerung des stufenlosen Automatikgetriebes auf. Außerdem wurde der Drehzahlmesser durch ein Kombiinstrument ersetzt, das den Betriebsmodus des Hybridsystems anzeigt. Die Instrumente sind blau beleuchtet. Ansonsten alles wie gehabt. Der Auris wurde im Frühjahr optisch und haptisch aufgewertet. Davon profitiert natürlich auch der Hybrid.
Das Fahren gestaltet sich, wie man es erwarten kann, völlig unspektakulär. Schlüssel ablegen, Startknopf drücken, Joystick auf D und los geht’s. Erst mal elektrisch, bis sich völlig ruckfrei der Vierzylinder zuschaltet (1,8-Liter-Benziner mit 73 kW/ 99 PS). Beim Ausrollen vor einer Ampel ist der Verbrenner längst gestoppt und die Geräuschkulisse erinnert entfernt an eine bremsende Straßenbahn.
Kein Wunder, schließlich agiert der E-Motor (60 kW/ 82 PS) jetzt als Generator und lädt Strom in die Batterie. Die sitzt beim Auris hinter der Rücksitzbank und verkleinert den Kofferraum um 45 auf 310 Liter. Man kann die Sitzbank aber weiterhin umklappen und so das Ladevolumen auf bis zu 1.540 Liter erhöhen.
Hybrid leichter als Diesel-Modell
Gemeinhin gilt die Hybridtechnik wegen des zusätzlichen E-Motors und der schweren Batterie als schwergewichtig. Tatsächlich wiegt der Auris Hybrid 25 Kilogramm weniger als die ähnlich starke Version mit dem 2,0-Liter-Dieselmotor. Der Selbstzünder braucht allerdings 5,2 Liter Diesel im Schnitt, während der Hybrid mit 3,8 Liter Super auskommt. Bei ersten Ausfahrten in und um Duisburg zeigte der Bordcomputer des Hybriden Werte zwischen 4,7 und 5,5 Liter an. Das dürfte relativ nah am Alltagsverbrauch liegen.
Im Vergleich mit dem Diesel sieht der Hybrid auch beim Preis richtig gut aus. Mit seinem Einstiegspreis von 22.950 Euro ist er ist 850 Euro teurer, bietet dafür aber eine serienmäßige Automatik – die als Planetengetriebe Bestandteil des Hybridsystems ist – eine Klimaautomatik, Leichtmetallfelgen und LED-Tagfahrlicht.
Toyota erwartet, dass sich jeder fünfte Auris-Kunde für den Hybrid entscheidet. In diesem Jahr werden rund 1.800 Käufer die neue Antriebslösung wählen. Nächstes Jahr sollen es dann 2.500 werden. Mit dieser Planung ist der Auris Hybrid weit von einem Volkshybriden entfernt. Aber er ist eine interessante Alternative für Menschen mit einem Faible für Technik, die mit guten Gewissen fahren wollen.
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