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Grand mit vieren: Der BMW X6: Bulliger SUV im Coupé-Gewand

VON PETER HARTMANN - zuletzt aktualisiert: 12.05.2008 - 13:57

Düsseldorf (RPO). In Ihrem Rückspiegel könnte bald etwas auftauchen, das schon kurz darauf vor Ihnen fährt und von dem Sie nicht wissen: War das jetzt ein Geländewagen, ein Coupé - oder beides? Es wird der neue BMW X6 sein, der mit bulligen 2,2 Tonnen und bis zu 407 Pferdstärken daherkommt.

Das markant gezeichnete Sports Activity Coupé (SAC) ist eine Mischung aus traditionellem Sport Utility Vehicles (SUV) und viertürigem Coupé.

Die Basis für dieses Modell, bis zur A-Säule ist der X6 identisch mit dem X5, ist einfach, aber pfiffig durchdacht: Ob es genauso florieren wird wie das trendbewusste Segment der viertürigen Limousinen, das Mercedes-Benz mit dem CLS eröffnet hat, bleibt abzuwarten. Auf den ersten Blick scheint der Mix aus dem Hause BMW gelungen zu sein, auch wenn er etwas merkwürdig erscheint.

Für gut betuchte

Zum Verkaufsstart bietet BMW zwei Sechszylinder an. Der XDrive 35d, der mit dem 3,0-Liter Diesel Twin Turbo samt Common Rail-Einspritzung 286 PS leistet, kostet 61.800 Euro. Der XDrive 35i, dessen 3,0-Liter Benziner Twin Turbo mit Direkteinspritzung stramme 306 PS mobilisiert, steht mit 56.800 Euro in der Preisliste. Später im Jahr folgen der Drei-Liter-Turbodiesel mit 235 PS für 55.800 Euro und das Topmodell 50i (73.800 Euro). Hier kommt der neue V8-Benziner zum Einsatz, der aus 4,4-Liter Hubraum mit Twin Turbo und Direkteinspritzung 407 PS leistet.

BMW peilt dabei auch Autofahrer anderer Marken an: Denn wer bietet schon ein hoch liegendes, dabei fahrdynamisches, allradangetriebenes, viertüriges Coupé? Ein Wechsel dürfte gute Gründe haben. Abgesehen von der wesentlich auffälligeren Karosserielinie ist der „große“ X6 nur zwei Zentimeter länger, aber vier Zentimeter niedriger als ein X5.

Allerdings hat die Euphorie für den X6 Grenzen: Ihn als coupéartigen Sportwagen einzuordnen, wäre übertrieben. Dies ist schon deshalb falsch, weil der Fahrer im X6 hoch thront. Im Innenraum wird schnell deutlich, dass der X5 die Basis für den X6 liefert. Das Armaturenbrett wurde von ihm übernommen, mit einem kleinen aber entscheidenden Unterschied: Am Lenkrad gibt es serienmäßig Schaltpaddels, die dem Fahrer erlauben, die Dynamik des sechsstufigen Automatikgetriebes zu beeinflussen.

Fokus auf die Fahrdynamik

Der immerhin 4,87 Meter lange X6 ist ein reiner Viersitzer. Angenehm, dass man im Fond trotz der starken Neigung des hinteren Dachteils eine angenehme Sitzposition findet. Praktisch, das die weit öffnende Heckklappe ein bequemes Be- und Entladen ermöglicht. Schön, dass der X6 einen variablen nutzbaren Kofferraum mit einem Volumen von 570 bis maximal 1450 Liter bietet.

Neben dem markanten Design des X6, das ganz klar den Fokus auf die Fahrdynamik lenkt, könnte man den X6 auch als allradangetriebener Edel-Kombi einstufen. Dennoch – die neue Interpretation eines klassischen SUV hat seine Wurzeln unter dem Blechkleid.

Am dynamischen Charakter des bulligen viertürigen Coupés hat natürlich das hauseigene Allradsystem „xDrive“ entscheidenden Anteil, das stufenlos und der Fahrsituation angepasst die Antriebskraft nicht nur zwischen der Vorder- und Hinterachse verteilt, sondern auch zwischen den beiden Hinterrädern. Dadurch ist auch eine stabilisierende Funktion bei plötzlichem Lastwechsel oder im Schubbetrieb gewährleistet.

Hohes Potenzial an Sicherheitsreserven

Als empfehlenswertes Extra aus der recht umfangreichen Aufpreisliste sei die Aktivlenkung (1300 Euro) erwähnt, die einerseits bei flotter Kurvenfahrt schneller anspricht, andererseits das Einparken durch zwei Lenkradumdrehungen zwischen dem linken und dem rechten Anschlag erleichtert.

Für weitere 3290 Euro kann der X6-Kunde das „Adaptive Drive“ ordern, das eine Kombination aus aktiver Wankstabilisierung und variabler Stoßdämpferverstellung ist. Durch die zahlreichen elektronischen Helfern vermittelt der X6 einen souveränen Fahrkomfort, der sich mit einem hohen Potenzial an Sicherheitsreserven vereint.

Quelle: RP

 
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