Beste Verkäufe seit 1974: Deutsche Autobauer punkten in den USA
zuletzt aktualisiert: 02.02.2012 - 07:54Düsseldorf (RPO). Für Volkswagen beginnt das Jahr 2012 auf dem wichtigen US-Automarkt so gut wie das Jahr 2011 geendet hatte. Die Verkäufe boomen, nun stellen die Wolfsburger neue Leute ein. Auch die meisten anderen deutschen Hersteller sind flott unterwegs.
Volkswagen braust der Konkurrenz in den Vereinigten Staaten davon. Im Januar verkauften die Wolfsburger auf dem wichtigen Automarkt so viele Wagen wie seit 38 Jahren nicht mehr zu dieser Jahreszeit. Dagegen tat sich Branchenprimus General Motors schwer, die Kunden zum Kaufen zu bewegen. Der Absatz des Erzrivalen schrumpfte überraschend.
VW wurde 27.200 Autos seiner Stammmarke los, anderthalb mal so viel wie im Vorjahresmonat. "Unsere Wachstumsstrategie geht auf", sagte Nordamerika-Chef Jonathan Browning am Mittwoch. Der deutsche Konzern hatte seine neuen Modelle auf den Geschmack der US-Kundschaft abgestimmt.
VW fit für Super Bowl
Dazu senkte VW die Basispreise und sorgte mit einfallsreicher Werbung für Aufsehen, wie etwa beim Super Bowl, dem Finale der American-Football-Profiliga und wichtigstem Sportereignis der USA.
Die Wolfsburger stampften in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee sogar ein komplett neues Werk aus dem Boden, in dem der US-Passat gefertigt wird, der größer ist als sein europäischer Namensvetter. Angesichts des reißenden Absatzes steigert VW nun die Produktion und stockt dazu die Mannschaft um 200 Leute auf. Momentan arbeiten in der Fabrik rund 2500 Menschen.
Amerikaner in Kauflaune
Allerdings haben auch die meisten anderen Autobauer gut zu tun, wenngleich VW mit seinem Wachstumstempo hervorsticht. Die US-Amerikaner sind in Kauflaune, seit die heimische Wirtschaft anzieht und die Arbeitslosigkeit zurückgeht. So konnte Chrysler seine Verkäufe im Januar um 44 Prozent hochschrauben auf den besten Wert seit 2008, Ford legte um sieben Prozent zu.
Eine Ausnahme war General Motors mit einem Rückgang um sechs Prozent.
Dennoch übte sich US-Verkaufschef Don Johnson in Zuversicht: "Das Jahr ist stark gestartet." Mit knapp 168.000 Autos liegt der Opel-Mutterkonzern auf seinem Heimatmarkt tatsächlich meilenweit vor VW. Die Wolfsburger schließen allerdings zu den starken asiatischen Wettbewerbern auf.
Audi mit Rekord-Januar
Auch die deutschen Premiumhersteller konnten ihre Verkäufe teils deutlich steigern. Audi bleibt auch im neuen Jahr in den USA auf Erfolgskurs. Der Absatz stieg im Januar um 19,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 9354 Autos, wie der Ingolstädter Autobauer mitteilte.
Es ist damit der beste Januar in der Geschichte von Audi in den USA. "Die Kunden senden ein starkes Signal, dass Audi an der Spitze des Premiummarktes steht", sagte der US-Chef der Volkswagen-Tochter, Johan de Nysschen. Im Januar stieg vor allem die Nachfrage nach den Modellen A6, Q5 und TT.
Glänzender Start für Daimler
Daimler hat mit seiner Premiummarke Mercedes-Benz in den USA ebenfalls einen glänzenden Start ins neue Jahr erwischt. Der Absatz legte im Januar um 25,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 21 726 Autos zu, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Allein die C-Klasse verbuchte einen Zuwachs von 56,4 Prozent auf gut 6500 Wagen.
Nur BMW fiel mit einem Plus von drei Prozent ab. Die Münchener hoffen nun, dass die Mitte des Monats erscheinende neue 3er-Baureihe das Geschäft wieder antreibt. Da der Mini um über 21 Prozent zulegte, stand für den Konzern ein Plus von knapp sechs Prozent zu Buche.
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