Die Rückruf-Statistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) für die vergangenen fünf Jahre zeigt, wie oft Hersteller Rückruf-Aktionen gestartet haben und wie viele Kunden davon betroffen waren. Mit 45 Aktionen ist Renault negativer Spitzenreiter. 372.034 Kunden waren betroffen. Nur Opel (407.264) hat mehr vorzuweisen. Eine gewisse Einordnung gelingt, wenn man die Neuzulassungen allein des ersten Halbjahres 2010 zugrunde: Da rangiert der französische Hersteller mit 90.796 nur auf Rang sieben.
Quelle: KBA
Einer der vielen Renault-Rückrufe betraf den Megane (Baujahr 2005): So gab es zuletzt Bremspedalprobleme beim Megane Scenic. Zuvor konnte sich beim Cabrio die Abdeckleiste des Frontscheibenrahmens bei höheren Geschwindigkeiten lösen.
2. Fiat
Rückruf-Aktionen seit 2004: 38
Betroffene Kunden: 224.697
Zulassungen 2010 bis Juli (einschließlich): 50.227
Beispiel Fiat Grande Punto (Baujahr 2006-07): Durch eine ungünstige Verlegung konnten Kabel der Heizung am Armaturenbrett scheuern und beschädigt werden. Dies konnte zu einem Kurzschluss führen.
3. Opel
Rückruf-Aktionen seit 2004: 29
Betroffene Kunden: 407.264
Zulassungen 2010 bis Juli: 52.669
Beispiel Opel Corsa (Baujahr 2009): Die Verbindungsschrauben zwischen den Vordersitzführungsschienen an den Sitzrahmen entsprachen möglicherweise nicht der Spezifikation. Dadurch konnte die Leistung des Sitz-/Gurtsystems reduziert werden.
4. Nissan
Rückruf-Aktionen seit 2004: 24
Betroffene Kunden: 151.204
Zulassungen 2010 bis Juli: 35.873
Beispiel Nissan Qashqai, X-Trail (Baujahr 2006-2009) : Unter speziellen Umständen konnte sich die Lenkwelle lösen, so dass das Fahrzeug nicht mehr lenkfähig war.
5. Ford
Rückruf-Aktionen seit 2004: 23
Betroffene Kunden: 192.101
Zulassungen 2010 bis Juli: 117.612
Beispiel Ford Focus (Baujahr 2008-09): Das Rückschlagventil in der Unterdruckpumpe des Bremssystems funktionierte beim Aufwärmen des Motors möglicherweise nicht. Dadurch funktionierte die Bremsanlage bis zum Erreichen der Motorbetriebstemperatur nicht optimal. Betroffen waren Fahrzeuge mit 2.0l-Dieselmotor.
6. Suzuki
Rückruf-Aktionen seit 2004: 19
Betroffene Kunden: 148.709
Zulassungen 2010 bis Juli: 18.507
Beispiel Suzuki Swift (Baujahr 2005-08): Bedingt durch ungenügende Befestigung des Kabelstranges des Seitenairbags beifahrerseitig konnte die Isolierung des Kabelstranges beschädigt werden. Durch die Beschädigung konnte ein Kurzschluss entstehen, der nach Einschalten der Zündung ein Auslösen des Seitenairbags verursachen konnte.
7. Chevrolet
Rückruf-Aktionen seit 2004: 16
Betroffene Kunden: 48.995
Zulassungen 2010 bis Juli: 11.865
Beispiel Chevrolet Captiva (Baujahr 2006-08): Lenkungswellengabelschaft konnte sich von der Lenkungswelle lösen. Unfallgefahr.
8. Mitsubishi
Rückruf-Aktionen seit 2004: 16
Betroffene Kunden: 31.271
Zulassungen 2010 bis Juli: 12.368
Beispiel Mitsubishi Grandis (Baujahr 2004-08): Durch eine zu geringe Materialstärke konnte das Auspuff-Hitzeschild brechen, was zu starken Geräuschen führen konnte. Weiterhin konnte es durch eine mögliche Undichtigkeit zu Funktionsstörungen am Bremslichtschalter kommen.
9. Lancia
Rückruf-Aktionen seit 2004: 16
Betroffene Kunden: 6134
Zulassungen 2010 bis Juli: 910
Beispiel Lancia Ypsilon (Baujahr 2009): Aufgrund einer Nichtübereinstimmung zwischen Hauptbremszylinder und Bremskraftverstärker konnte es zu unerwarteten Bremsreaktionen kommen.
10. Honda
Rückruf-Aktionen seit 2004: 15
Betroffene Kunden: 79.501
Zulassungen 2010 bis Juli: 18.961
Beispiel Honda Civic (Baujahr 2010): Ein Sicherungsstift am Bremspedalbolzen konnte sich lösen, wodurch sich das Bremspedalspiel erhöhte.
11. Chrysler
Rückruf-Aktionen seit 2004: 15
Betroffene Kunden: 35.586
Zulassungen 2010 bis Juli (gemeinsam mit Jeep, Dodge): 3862
Beispiel Chrysler Crossfire (Baujahr 2004-06): Der Ausfall des Lüftermotors konnte zur Überhitzung und zum Motorschaden führen.
12. Jeep
Rückruf-Aktionen seit 2004: 15
Betroffene Kunden: 27.034
Zulassungen 2010 bis Juli (gemeinsam mit Chrysler, Dodge): 3862
Beispiel Jeep Grand Cherokee (Baujahr 2007-08): Die vorderen Bremssättel konnten brechen, was zu einer Verlängerung des Bremsweges führen kann.
13. Toyota
Rückruf-Aktionen seit 2004: 14
Betroffene Kunden: 349.359
Zulassungen 2010 bis Juli (gemeinsam mit Lexus): 41.937
Beispiel Toyota Land Cruiser Baujahr (2009-10): Beim Durchfahren scharfer Kurven mit hoher Geschwindigkeit konnten die hinteren Reifen rutschen und das Fahrzeug möglicherweise seitwärts ausbrechen, so dass ein Unfall nicht auszuschließen war.
14. VW
Rückruf-Aktionen seit 2004: 14
Betroffene Kunden: 240.236
Zulassungen 2010 bis Juli: 371.814
Beispiel VW Golf, Jetta (Baujahr 2007-08): Aufgrund eines Verschraubungsfehlers wurde die Masseleitung nicht immer ordnungsgemäß am Anschluss des elektrischen Heizelements verschraubt. Dies konnte zum Kurzschluss und Fahrzeugbrand führen.
15. Volvo
Rückruf-Aktionen seit 2004: 11
Betroffene Kunden: 49.874
Zulassungen 2010 bis Juli: 14.535
Beispiel Volvo C30, S40, V50, C70, V70, S80, XC60, XC70, XC90 (Baujahr 2009-2010):
Aufgrund eines falschen Anzugsmoments konnte sich ein Kugelgelenk am Schalthebel lösen, wodurch ein Gangwechsel nicht mehr möglich war.
16. Land Rover
Rückruf-Aktionen seit 2004: 11
Betroffene Kunden: 14.193
Zulassungen 2010 bis Juli: 3831
Land Rover Defender (Baujahr 2007-08): Durch ausgetretenes Öl aus dem Verteilergetriebe konnte es zu einer Kontamination der Handbremsbeläge mit Öl kommen, so dass die Handbremse das Fahrzeug nicht mehr hielt und es deshalb wegrollen konnte.
17. Mercedes
Rückruf-Aktionen seit 2004: 11
Betroffene Kunden: 11.794
Zulassungen 2010 bis Juli: 160.961
Mercedes-Benz A-Klasse, B-Klasse
(Baujahr 2008): Aufgrund von Temperaturschwankungen im Härteprozess des Lieferanten konnten vereinzelt Sperrklinken der Gurtschlösser nicht ausreichend gehärtet worden sein. Im Einzelfall konnte es unter ungünstigen Umständen bei einem Unfall zum Bruch der Sperrklinke und in der Folge zu einem Öffnen des Sicherheitsgurtes (Steckung) im Gurtschloss kommen.
18. Peugeot
Rückruf-Aktionen seit 2004: 10
Betroffene Kunden: 159.086
Zulassungen 2010 bis Juli: 52.669
Peugeot 107 (Baujahr 2009): Das Gewinde der Radbefestigung an der Radnabe war möglicherweise fehlerhaft bearbeitet. Das Anzugsdrehmoment der Radschrauben auf der Radnabe war dann nicht gewährleistet.
19. Kia
Rückruf-Aktionen seit 2004: 10
Betroffene Kunden: 53.274
Zulassungen 2010 bis Juli: 20.487
Beispiel Kia Ceed (Baujahr 2008-09): Bei Fahrzeugen mit ESP konnte es zum Ausfall des Primärkreises der Bremsanlage kommen.
20. Alfa
Rückruf-Aktionen seit 2004: 10
Betroffene Kunden: 19.602
Zulassungen 2010 bis Juli: 4328
Alfa Romeo GT, Spider, 147, 159
(Baujahr 2007): Die unzureichende Vulkanisation des Bremsschlauches konnte bei Temperaturveränderung der Bremsflüssigkeit zu gefährlichem Bremsverhalten führen.
21. Mazda
Rückruf-Aktionen seit 2004: 9
Betroffene Kunden: 78.658
Zulassungen 2010 bis Juli: 27.703
Beispiel Mazda 3,5,6 (Baujahr 2005-08): Mangelnde Regeneration des Dieselpartikelfilters konnte zu einem ansteigenden Motorölstand und zu ungewolltem Hochdrehen des Motors führen.
22. Citroen
Rückruf-Aktionen seit 2004: 9
Betroffene Kunden: 29.248
Zulassungen 2010 bis Juli: 41.384
Beispiel Citroen C1 (Baujahr 2009): Das Gewinde der Radbefestigung an der Radnabe war möglicherweise fehlerhaft bearbeitet. Das Anzugsdrehmoment der Radschrauben auf der Radnabe war dann nicht gewährleistet.
23. Jaguar
Rückruf-Aktionen seit 2004: 9
Betroffene Kunden: 6185
Zulassungen 2010 bis Juli: 1800
Beispiel Jaguar XF (Baujahr 2009): Durch ein mögliches Abknicken der Kraftstoffleitung konnte der Kraftstoffzufluss behindert werden, wodurch der Motor ausgehen konnte. Neben dem Verlust der Antriebsleistung kam es dann zu einem Verlust der Bremskraft- und der Lenkkraftunterstützung. Es waren nur Fahrzeuge mit 3.0 und 4.2 Liter Hubraum betroffen.
24. Audi
Rückruf-Aktionen seit 2004: 8
Betroffene Kunden: 44.601
Zulassungen 2010 bis Juli: 128.599
Audi A3 (Baujahr 2008-09): Durch ein falsches Temperatursignal konnte eine Überlastung der Kupplung angezeigt werden. Mögliche Folgen waren ungleichmäßige Kraftübertragung, ein verringertes Motordrehmoment und die Freigabe der Kupplung (fehlender Antrieb).
25. BMW
Rückruf-Aktionen seit 2004: 5
Betroffene Kunden: 15.327
Zulassungen 2010 bis Juli (gemeinsam mit Mini): 158.761
BMW 5,6,7 (Baujahr 2006): Ein unzureichend vulkanisiertes Gummilager konnte sich vom Stoßdämpfer lösen und zum Verlust der Radführung führen.
26. Lexus
Rückruf-Aktionen seit 2004: 5
Betroffene Kunden: 10.047
Zulassungen 2010 bis Juli (gemeinsam mit Toyota): 41.937
Lexus GS, IS (Baujahr 2005-06): Der Sicherheitsgurt konnte einklemmen und sich nicht ausgerollen. Betroffen waren die Fahrzeuge IS220, IS250, GS300 und GS430.
27. Saab
Rückruf-Aktionen seit 2004: 5
Betroffene Kunden: 9307
Zulassungen 2010 bis Juli: keine Angabe
Beispiel Saab 9-3 (Baujahr 2007-08): Nicht der Spezifikation entsprechende Handbremsseile konnten zum Lösen der Bremse führen.
28. Smart
Rückruf-Aktionen seit 2004: 5
Betroffene Kunden: 2835
Zulassungen 2010 bis Juli: 16.911
Beispiel Smart Forfour (Baujahr 2003-08): Bei Werkstattaufenthalten wurden Software-Kalibrierungsnummern falsch kodiert. Dadurch konnte es zur Fehlfunktion verschiedener Fahrzeugsteuer- und überwachungssysteme kommen.
29. Cadillac
Rückruf-Aktionen seit 2004: 5
Betroffene Kunden: 657
Zulassungen 2010 bis Juli: keine Angabe
Beispiel Cadillac CTS, CTS-V, SRX, STS, STS-V
(Baujahr 2005-07): Das Antriebsachsdifferential konnte undicht werden. Der Ölverlust führte zu Geräuschen in den Lagern und im Extremfall zum Blockieren der Räder. Ein Kontrollverlust über das Fahrzeug war möglich.
30. Daihatsu
Rückruf-Aktionen seit 2004: 4
Betroffene Kunden: 21.655
Zulassungen 2010 bis Juli: 2979
Beispiel Daihatsu Cuore Baujahr 2007-09: Feuchtigkeit, die sich im Inneren der Frontscheibe niederschlug, konnte zu einem Kurzschluss im Steuergerät für die elektrisch unterstützte Servolenkung führen.