Zahnriemen statt Fahrradkette: Die neuesten Trends der Bike-Expo
zuletzt aktualisiert: 22.07.2010 - 11:23Magdeburg (RPO). Fahrräder liegen im Trend. Auf der Bike-Expo vom 22. bis 25. Juli in München werden die Hersteller zum zweiten Mal ihre Neuheiten präsentieren. Als Blickfang für den Stand des Magdeburger Unternehmens Schindelhauer Bikes hängt sogar ein Rad ohne Fahrradkette.
Für die Branchenmesse Bike-Expo in München soll das Schindelhauer-Rad es mit speziellen Felgen ausgestattet werden. Auf die Montage einer Fahrradkette wird verzichtet. Wie alle Modelle dieser Marke erhält es stattdessen einen Zahnriemen.
Die vier Unternehmensgründer aus Magdeburg hatten sich nach ihrem Design-, BWL- und Maschinenbaustudium mit ihrer Fahrradfirma selbstständig gemacht. An den ursprünglichen Plan, einen puristischen Roadster zu entwickeln, erinnert heute nur noch das Modell eines schwarz-weißen Sportwagens im Maßstab 1:4 im Büro der Firma in einem Magdeburger Hinterhof. Das Projekt erwies sich am Ende als zu teuer. Stattdessen stiegen die Firmengründer aufs Fahrrad um.
Die Bike-Expo
Bei der zweiten Ausgabe der Bike-Expo wird das Thema Urban Mobility als Schwerpunkt der Fahrradmesse weiter ausgebaut. Zudem ist für 2010 eine Halle exklusiv für das Thema Elektromobilität reserviert. Händlertage: 22./23.07., Publikumstage: 24./25.07.; Öffnungszeiten: 9 bis 18 Uhr, Freigelände: bis 22 Uhr (Fr. und Sa.); Tagesticket: 10 Euro (online), 15 Euro (vor Ort); Familien (Kinder bis 12 Jahre): 12 Euro (online), 18 Euro (vor Ort).
Die Idee für den Zahnriemenantrieb habe er schon länger mit sich herumgetragen, "seitdem ich im Studium gehört habe, dass es gut funktioniert", sagt Jörg Schindelhauer. Nachdem in der Firma zunächst Spezialaufbauten nach Kundenwunsch gefertigt wurden, begannen die vier Jungunternehmer im Frühjahr 2009 mit der Serienproduktion.
Ab Donnerstag präsentiert sich das Unternehmen auf der Bike-Expo in München. Der Messeauftritt soll auch dazu genutzt werden, für die Vorteile des ungewohnten Antriebssystems zu werben. "Viele Endkunden kennen das noch nicht", sagt Geschäftsführer Martin Schellhase.
Mehrere Design-Preise
Obwohl einige Hersteller Zahnriemenfahrräder führten, seien diese nach wie vor ein Nischenprodukt. Dabei laufe der Riemen geräuschlos, erreiche einen höheren Wirkungsgrad und halte länger als herkömmliche Fahrradketten. Dadurch seien die Räder praktisch wartungsfrei, betont Schellhase. Natürlich sei ein Fahrrad mit Kettenantrieb weitaus günstiger, räumt er ein. Eine Abkehr vom Zahnriemen stehe aber für ihre Firma nicht zur Debatte. "Wir glauben wirklich daran", fügt er hinzu.
Besonders stolz sind die Fahrradentwickler, die bereits mehrere Design- und Unternehmenspreise gewannen, auf ihr patentiertes Bauteil zum bequemen Montieren und Nachspannen der Zahnriemen, das unauffällig in den Rahmen eingearbeitet ist.
Bisher bietet Schindelhauer Bikes fünf Herren- und Damenräder an. Neue Modelle seien bereits geplant. Ohne auf das puristische Design zu verzichten, sollen die Räder "ein bisschen alltagstauglicher werden", sagt Schindelhauer. Wer es bequemer möge, könne sein Rad künftig mit Gepäckträger, Schutzblechen oder Lichtanlage ausrüsten lassen.
Wieder mehr Fahrräder
In Deutschland sind zuletzt erstmals seit Jahren wieder mehr Fahrräder hergestellt worden. Im ersten Quartal wurden hierzulande 424.000 Räder gebaut, das waren 5,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt anlässlich der Bike-Expo mit. Die einheimische Rad-Produktion sei damit erstmals seit 2005 wieder angestiegen.
Die Herstellung von Mountainbikes und Trekkingrädern wuchs um 18,5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2009 auf insgesamt 148. 000, wie ein Sprecher der Statistikbehörde sagte. In der Kategorie der Spezialräder wie etwa Klapp- oder BMX-Räder stieg die Produktion sogar um 20 Prozent auf 124.000 Stück. Rückläufig war hingegen der Bau von Tourenrädern, zu denen die bekannten Holland-Räder oder City-Räder gehören. Hier sei ein Rückgang von zwölf Prozent zu verbuchen gewesen auf 120.000. Bei Sporträdern wie Renn- oder Bahnrädern schrumpfte die Herstellung demnach um 29,1 Prozent auf 28.000.
Die höheren Produktionszahlen hingen womöglich damit zusammen, dass die deutschen Hersteller in diesem Jahr nach womöglich überstandener Krise ein besseres Geschäft erwarteten, sagte der Sprecher der Statistikbehörde. Die Zahl der deutschen Fahrradhersteller nehme allerdings trotz der höheren Produktion weiter ab. Räder würden zunehmend im Ausland hergestellt, sagte der Sprecher.
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