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tankstelle spritpreise benzin zapfsäule panorama AP 2010-0311
  Foto: AP
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Vor Ostern steigen die Preise: Die Politik pflegt das Benzin-Ritual

VON PHILIPP STEMPEL - zuletzt aktualisiert: 31.03.2010 - 07:30

Düsseldorf (RPO). Es ist jedes Jahr dasselbe. Vor Ostern und Pfingsten steigen die Benzinpreise. Derzeit zahlen Autofahrer rund 1,43 Euro pro Liter. Die Politik beteiligt sich in schöner Traditionspflege am Volkszorn und zeigt mit dem Finger auf die Mineralölkonzerne. Die aber weisen alle Vorwürfe weit von sich. Ja, was denn jetzt?

Benzinpreise steigen – Politiker klagen Alle Jahre wieder legen Politiker uns das gleiche Ei ins Nest: Sie bedauern die armen Autofahrer und schimpfen unisono mit der "Bild"-Zeitung auf die angebliche Abzocke der Minerölkonzerne. Er habe sich über 1,44 Euro "mächtig geärgert", gab Wirtschaftsminister Brüderle publikumswirksam zu Protokoll und erklärte, den Konzernen genau auf die Finger schauen zu wollen.

Auch Verkehrsminister Peter Ramsauer ließ sich nicht lumpen und äußerte mitfühlend Verständnis für die gebeutelten Autofahrer."Es ist unerträglich, dass die Ölkonzerne pünktlich zum Hauptreiseverkehr regelmäßig an der Preisschraube drehen", so der CSU-Politiker.

Am, Dienstag legte NRW-Verbraucherschutzminister Eckhardt Uhlenberg nach. "Ich finde es unmöglich, dass die Mineralöl-Konzerne immer zu Ferienbeginn die Verbraucher abzocken", sagte der CDU-Minister unserer Redaktion. Ein solches Vorgehen habe mit Marktwirtschaft nichts zu tun. "Das Kartellamt muss hier genau hinschauen", so seine Forderung.

Der Angriff geht ins Leere Wer Brüderle und Ramsauer tief in die Augen schaut und dort Krokodilstränen zu erkennen glaubt, liegt so falsch wohl nicht. "Die Mineralölkonzerne werden erzittern", spottet ein Leser in einem Kommentar über Brüderles Attacken auf die Industrie. Die meisten teilen seine Ansicht. Der Zorn der Autofahrer richtet sich weniger gegen Mineralölkonzerne, sondern auch scheinheiliges Verhalten in der Politik. Brüderle und Ramsauer sollte das zu denken geben.

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